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Mobendorfer Asylheim im gelben Bereich

Mobendorfer Asylheim im gelben Bereich

Der sächsische Ausländerbeauftragte hat die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge unter die Lupe genommen. Beim "Heim-Tüv" landete die Einrichtung in Mobendorf im kreisweiten Vergleich vorn.

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Die Inder Mathene Monsy, Ranjeet Singh und Sonu Singh (v.l.) kamen Anfang des Jahres im Asylbewerberheim Mobendorf an. Mit dem indischen Spiel "Gilli & Danda" vertreiben sie sich die Zeit. Das können sie aber auch mit Fernsehen in der Landessprache oder im Internet, trotz der abgeschiedenen Lage des Heims.

Quelle: Thomas Kretschmann

Striegistal/Mobendorf. Das Asylbewerberheim im Striegistaler Ortsteil Mobendorf schneidet im direkten Vergleich mit den anderen beiden mittelsächsischen Einrichtungen in Freiberg und Döbeln am besten ab - ist sachsenweit aber auch nur Mittelmaß. Dies ergab eine aktuelle Studie des Sächsischen Ausländerbeauftragten Martin Gillo. Dieser hatte alle 30 Heime in Sachsen unter die Lupe genommen.

Die Bewertung erfolgte nach einem Ampelsystem von Grün für angemessen über Gelb, was für zu beobachten steht, bis hin zu Rot für eine unangemessene Unterkunft. Die drei mittelsächsischen Asylheime landeten im gelben Mittelfeld - Mobendorf/Gemeinde Striegistal auf Platz 13, Döbeln auf Rang 16 und das vor der Schließung stehende Freiberg Heim an 18. Stelle.

Punkten konnte die Gemeinschaftsunterkunft in Mobendorf vor allem beim Kriterium Zustand und Umfeld. Das nach dem Hochwasser 2002 erneuerte Heim liegt zwar entlegen in einem Tal. Doch in der Studie wird darauf verwiesen, dass sich der Neubau in einem guten Zustand befinde und auf die Wohnbedürfnisse von Familien ausgerichtet sei. "Allerdings ist die große Entfernung zur Stadt ein erheblicher Nachteil. Auch die Ausländerbehörden und die Migrationsberatung sind dadurch schwer erreichbar", lautet ein Fazit der Studie.

"Unserem Heim wird immer wieder vorgeworfen, dass wir zu abgelegen sind. Der Bericht zeigt jedoch, dass eine zentrale Lage allein kein entscheidendes Kriterium ist, sondern auch die soziale Einbindung und die Ausstattung eine wichtige Rolle spielen", erklärte Dieter Weinberger, Leiter des Mobendorfer Heims. Die soziale Einbindung der Bewohner habe sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesser, wie auch der Bericht Gillos bestätigt.

Die Abgeschiedenheit des Mobendorfer Heims ist nach Ansicht Weinbergers gerade für jene, die politisch verfolgt wurden oder tragische Ereignisse verarbeiten müssen, ein Vorteil. Viel werde für die Bewohner getan, damit diese den Kontakt zu ihren Verwandten und zur Heimat halten können. "Wir haben Internet, empfangen Fernsehsender in allen Landessprachen, und die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie durch unsere eigenen Fahrdienste ist gut. Zudem engagieren sich Kirchgemeinden und Vereine durch verschiedene Aktionen wie Sprachunterricht oder die am kommenden Freitag wieder stattfindende Adventsfeier", erklärt Weinberger.

Bernd Wagner, Bürgermeister der Gemeinde Striegistal, die das Heim betreibt, kann die Vorwürfe hinsichtlich der Abgeschiedenheit der Einrichtung nicht nachvollziehen. "Wir haben sogar erreicht, dass die Linienbusse direkt am Heim halten. Und wenn jemand zum Arzt oder zu Behörden muss und gerade kein Bus fährt, springt unser Fahrdienst ein", sagte Wagner, der sich die Heim-Tüv-Ergebnisse gemeinsam mit Heimleitung und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung genau anschauen will.

"Vielleicht gibt es noch weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Aber im Großen und Ganzen sind die Rahmenbedingungen unseres Heims gut", sagte Wagner, der das Ergebnis noch auf eine andere Weise interpretierte: "Wir liegen im ländlichen Raum auf Platz zwei in Sachsen. Die ersten neun Plätze waren nur für Heime in Leipzig, Dresden und Chemnitz reserviert, das muss man richtig einschätzen." "Wichtig ist für uns, dass sich das Mobendorfer Heim auch im Vergleich zu Döbeln und Freiberg behaupten konnte. Denn natürlich sind wir bestrebt, das Heim langfristig zu erhalten", ergänzte der Striegistaler Kämmerer Frieder Lomtscher.

Im Mobendorfer Heim sind derzeit knapp 125 Asylbewerber untergebracht. Knapp ein Fünftel von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Die meisten Heimbewohner stammen aus Mazedonien, Tunesien, dem Kosovo, Syrien, der Türkei und aus Vietnam. Die Gemeinschaftsunterkunft besteht aus einem Heim-Neubau und mehreren älteren Bungalows.

 

 

-Standpunkt Seite 13

Thomas Kretschmann/Sebastian Fink

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