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Mochauer Bürgermeister ist jetzt Winzer in Simselwitz und Meißen

Döbelner Weinbauverein Mochauer Bürgermeister ist jetzt Winzer in Simselwitz und Meißen

Gunter Weber hat sich seinen Traum erfüllt. Das Gemeindeamt hat der ehemalige Mochauer Bürgermeister gegen seinen eigenen Weinberg eingetauscht. Am Heinberg in Simselwitz in bester Südhanglage hat er 100 Rebstöcke und eine Obstbaumplantage angelegt.

In seinem Weinberg am Simselwitzer Heinberg hat Gunter Weber gerade mit dem Rebschnitt begonnen.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln/Simselwitz. Gunter Weber hat sich seinen Traum erfüllt. In diesem Jahr wäre seine Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Mochau ausgelaufen. Er hätte nicht noch einmal kandidiert. Das musste er auch nicht, denn zum Jahresbeginn 2016 wurde Mochau nach Döbeln eingemeindet. Der Ruhestand kam knapp zwei Jahre früher als geplant. Was ihm anfangs ein wenig Bauchschmerzen bereitete, genießt der ehemalige Bürgermeister nun aus vollem Herzen. Das Gemeindeamt in Mochau hat der 60-Jährige gegen seinen eigenen Weinberg eingetauscht. Am Heinberg in Simselwitz in bester Südhanglage hat er 100 Rebstöcke und eine Obstbaumplantage angelegt. 2008 hatte er das Gelände übernommen und in anderthalb Jahren harter Arbeit urbar gemacht. Der Mann, der aus der Landwirtschaft kommt, hat nun sein Interesse für Obstbau und Wein zum Hobby gemacht. Die roten Weine Regent und Phönix hat er ebenso angebaut wie den weißen Bacchus. Dazu in kleinerer Anzahl Tafeltrauben und Dornfelder. Aus dem Phönix macht er etwa 150 Liter Traubensaft. Den Simselwitzer Regent baut er zu einem süffigen Wein aus. „Ab dem fünften und sechsten Standjahr wird der richtig fein. Ich habe beim keltern aber auch viel lernen müssen und einiges Lehrgeld bezahlt“, sagt der 60-Jährige. Sein 2016-er Jahrgang ist der bisher beste Regent vom Simselwitzer Heideberg. „Durch die viele Sonne im August und September sind die Trauben schön dunkel geworden und haben viel Fruchtgeschmack und wenig Säure ausgebildet. So ist der Wein trotz einem trockenen Ausbau sehr samtig und lieblich geworden“, schwärmt er.

Wenn andere in den Urlaub oder schöne Autos fahren, investiert der Ruheständler lieber in Technik: Die eigene Obstpresse, Fässer, Abfülltechnik für die Obstsäfte aus der Plantage und für seine Weinflaschen oder in den Traktor mit dem er durch seinen Weinberg fährt.

Verkaufen darf er den Wein allerdings nicht, weil die Region Döbeln kein klassisches Weinbaugebiet ist. Pflaumenbäume, Aprikosen, Pfirsiche – allein 140 Apfelbäume und Birnenbäume stehen ebenfalls in seiner Plantage. Dazu Himbeeren und Johannisbeeren. All das bringt mehr als seine Familie brauch. So werden Freunde versorgt, gibt es zum Dank für Hilfe Obst oder im Freundeskreis Apfelsaft statt Blumen.

Doch Winzer Gunter Weber hat Feuer gefangen und im vergangenen Jahr noch einen Weinberg in Meißen übernommen. Dort hat er 260 Rebstöcke der Sorten Müller-Thurgau, Traminer und Spätburgunder stehen. „Ich bin gerade dabei, mir die entsprechenden Prüfnummern zu besorgen. Wenn alles klappt, möchte ich im September beim Döbelner Weinfest am Stand unseres Weinbauvereines meinen selbst gekelterten Meißner Wein anbieten“, so Gunter Weber.

Zwischenzeitlich hat er unzählige Winzer kennengelernt und von ihnen gelernt, vom Burgund bis zur Mosel, von Meißen bis zur Unstrut. Dazu hat er Lehrgänge besucht und Prüfungen abgelegt, etwa um fachgerecht gegen Mehltau spritzen zu können. Als zweiter Vorsitzender des insgesamt 17 Mitglieder zählenden Weinbauvereins Döbeln gibt er sein Wissen nur allzu gern weiter. „Wer sich für Wein interessiert, ist bei uns jederzeit willkommen, darf auch zuschauen und mit den Augen klauen“, sagt Gunter Weber verschmitzt.

Weinbauverein bietet Vortrag zum Rebschnitt

Der Vorstand des Weinbauverein Döbeln und Umgegend 1947 lädt seine Mitglieder, aber auch alle interessierten Weinbaufreunde aus der Region für Sonnabend zu einem Vortrag und zum praktischen Rebschnitt 2017 ein. Beginn ist 10.30 Uhr mit einem Vortrag (ca. 30 Minuten) im Haus der Sachsenjugend in Mochau (Dorfmitte). Dort gibt es einen Beamer und Sitzplätze. Die Besucher können ihre Mailadresse hinterlassen und der Vortrag wird an sie versendet. Vom Haus der Sachsenjugend gehen die Teilnehmer dann 400 Meter bis zum Grundstück von Lothar Stemke am Schmiedeweg 9. Dort lernen die Gäste unter fachlicher Anleitung das Schneiden der Weinstöcke an der Hauswand und im Ertragsbestand. Interessierte erfahren auch etwas über Ansprüche der Rebe, Sortenauswahl, die Rebpflanzung sowie das Düngen und Pflegen.

Von Thomas Sparrer

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