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Modellbahner wollten Postenhäuschen retten

Modellbahner wollten Postenhäuschen retten

Roßwein. Es wäre der krönende Abschluss des Jubiläumsjahres für den Modelleisenbahnclub (MEC) Roßwein gewesen: Der Kauf des Postenhäuschens 59 am Bahnübergang Ullrichsberg von der Deutschen Bahn und die Einrichtung eines kleinen Museums.

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Realistischer sollen die Landschaften der neuen Modellbahnmodule aussehen. Besucher können sich heute und am morgigen Sonntag einen Eindruck verschaffen.

Quelle: W. Sens

Vereinschef Torsten Stein sagt, das Geld dafür hätte man aufbringen können, von der Bahn sei nur kein Preisvorschlag gekommen. Stattdessen wurde das Technische Denkmal mit Hinweis auf die klammen Finanzen des MEC abgerissen (die DAZ berichtete).

 

"Ich habe den Abriss noch nicht verwunden", gibt Stein offen zu. "Ich habe der Bahn signalisiert, dass Interesse besteht, aber es kam keine Antwort. Und dass dann jemand von der Bahn sich anmaßt, ohne mit uns zu reden, zu sagen, dass können die sich sowieso nicht leisten, das hat uns getroffen."

 

Tatsächlich hatte sich Bernhard Zeughahn, Bauherrenvertreter der Bahn, in der DAZ mit den Worten "Allein die Neuvermessung des Grundstücks hätte mehrere tausend Euro gekostet. Das wäre für den Verein nicht zu stemmen gewesen" geäußert (Ausgabe vom 12. Oktober 2013). Dies bestreitet nun Stein, der bei den Verhandlungen um den Kauf des Postenhäuschens durch den Döbelner Bahnfreund Andreas Riethig vertreten wurde. Dem möchte er keinen Vorwurf machen. "5 oder 8 oder 10 000 Euro sind für ihn sicher eine große Summe. Und der Verein hätte daran den geringsten Anteil getragen. Aber wir kennen Leute in einem Umkreis von 30 Kilometern, die das Portmonee aufgemacht hätten - aber nur unter der Maßgabe zu wissen, was es letztlich kostet", sagt Stein.

 

Die Pläne für den Erhalt des noch in diesem Jahr vom Landratsamt als Technisches Denkmal deklarierten Bahnhäuschens aus den 1920er Jahren waren bereits weit gediehen. "Wir wollten den Putz rekonstruieren und neu streichen. Wir hätten es zu einem Schmuckstück werden lassen, dass Herr Riethig zum Tag des Offenen Denkmals und anderen Anlässen in Uniform präsentiert hätte", so Steins Ideen.

 

Den Vorwurf, sich nicht für das rund 90 Jahre alte Gebäude interessiert zu haben, mache er aber vor allem der Denkmalbehörde im Landkreis. Die hatte erst auf Eingabe Riethigs hin reagiert. Doch die Bahn hatte bereits seit 2011 Baurecht und damit die Möglichkeit, es dennoch abreißen zu lassen, was Ende Oktober auch vollzogen wurde.

 

Modelllandschaften in HD

 

So müssen sich Torsten Stein und seine Mitstreiter auf andere Ziele konzentrieren. Die Weihnachtsausstellung, die am heutigen Sonnabend um 14 Uhr im Vereinshaus in der Döbelner Straße 65 eröffnet wird, soll zahlreiche Besucher vom Weihnachtsmarkt (Programm siehe unten) anlocken. Und denen wird etwas geboten: Denn gerade im 25. Jahr des Bestehens geht der MEC beim Modellbau neue Wege. Gesteigerter Wert wird jetzt auf die Landschaften gelegt, durch die die detailgetreuen Züge fahren. Neue Module in der Größe H0 auf der mittleren der drei Ausstellungsetagen zeugen von der neuen Methode, bei der beispielsweise Gras durch einzelne Halme viel realistischer nachgestellt wird. Diese werden elektrostatisch aufgeladen und somit aufrecht in eine mit Klebstoff versehene Fläche gestellt. "Unsere Vereinsmitglieder haben dafür extra einen Lehrgang gemacht. Wir haben über das Internet Leute aus der Szene ausfindig gemacht, die extra für zwei Tage aus Leipzig hergekommen sind. Für uns ist das ein Quantensprung", berichtet Stein stolz.

 

Besonders die Jugend sei begeistert von der neuen Technik, die auch Farbvariationen innerhalb von Wiesen, Bäumen und Sträuchern naturgetreu nachbilden lässt. "Etwa so, als hätte man die Landschaften vorher in der Bildröhre gesehen und jetzt in HD", erklärt Stein. "Wir können ja nicht liebevoll gebaute Züge, bei denene jede Niete stimmt, durch nur halb so liebevoll gestaltete Landschaften fahren lassen." Die neuen Module werden zwischen die alten installiert, damit der Unterschied deutlich sichtbar wird.

 

Außerdem will der Verein die fortschreitende Digitalisierung präsentieren. Ebenfalls in der mittleren Etage ist ein großer Modellbahnhof in diesem Jahr auf Computersteuerung umgestellt worden. Vielleicht schon an diesem Wochenende, spätestens aber bei der großen Ausstellung in Döbeln im Februar, soll auch die Bedienung per Smartphone oder Tablet PC möglich sein.

 

Nur noch in Roßwein zu sehen ist die alte H0-Vereinsanlage, die ebenfalls in Betrieb ist. "Wir zeigen sie seit zwei Jahren nur noch im Vereinsheim, weil sie dem Transport nicht mehr gewachsen ist. Dabei ist gerade diese Anlage sehr detailreich", sagt Stein. Im Obergeschoss kommen wieder Familien mit Kindern auf ihre Kosten. Hier wird die erweiterte Anlage zur Tricklokomotive Thomas gezeigt, dazu die kleinste Serienbahn der Welt: Eine Lok der Spurgröße Z passt in eine Walnussschale.

 

Sebastian Fink

 

iWeihnachtsausstellung MEC, Döbelner Straße 65, Haus D, Roßwein, Sa 14 bis 20 Uhr, So 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 2 Euro, erm. 1 Euro.

Sebastian Fink

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