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Döbeln Modellversuch an Westewitzer Kläranlage großer Erfolg
Region Döbeln Modellversuch an Westewitzer Kläranlage großer Erfolg
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20:00 06.07.2018
Während die Container mit der Powerstep-Technik zunächst in Westewitz bleiben, wurde das Wasserlinsen-Gewächshaus wie geplant wieder abgebaut. Quelle: Sven Bartsch
Westewitz

Es war im September 2016 als zwei Container voll moderner Technik an der Westewitzer Kläranlage einschwebten. Im Rahmen des EU-Modellprojekts Powerstep sollte hier getestet werden, ob sich mittels eines neuartigen Trommelsiebes aus dem Abwasser mehr energiereicher Faulschlamm gewinnen lässt, ohne dass sich die Klärwerte des Wassers verschlechtern. Erhoffter Nebeneffekt: eine deutliche Energieeinsparung.

Mehr als eineinhalb Jahre später ist jetzt klar: Das Projekt war ein voller Erfolg. „Es hat so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Markus Biegel, Abteilungsleiter Technische Dienste beim Anlagenbetreiber Oewa Wasser und Abwasser GmbH. Zwar fehlten noch die genauen abschließenden Zahlen, die vom Kompetenzzentrum Wasser in Berlin erstellt werden, sagt Biegel. Dennoch sei das Ende Juni offiziell beendete Modellprojekt als Erfolg zu werten.

Wasserqualität gehalten

„Man kann grundsätzlich sagen, dass die erwarteten Mengen an Klärschlamm gekommen sind. Außerdem hatten wir eine Einsparung bei der Belüftung, die benötigt wird, um den Kohlenstoff im Abwasser abzubauen“, erklärt Biegel. Man hatte über den 18-monatigen Testzeitraum die Sauerstoffzufuhr, die die Bakterien in der Anlage zum Arbeiten bringt, gedrosselt und einen Großteil der Ablagerungen im Wasser herausgesiebt – die Bakterien dadurch quasi auf Diät gesetzt. Dennoch sei die Qualität des geklärten Wasser gleichbleibend hoch gewesen.

Kleiner Schönheitsfehler: Weil die beiden Versuchscontainer über keine ausreichende Wärmedämmung verfügen, haben die Heizkosten die Energieersparnis vollständig aufgefressen. Dies habe die Erkenntnis gebracht., dass die Technik in einem frostfreien Gebäude angewandt werden muss, so Biegel.

Anlage könnte größere Klärwerke bedienen

Da die Oewa die mit rund 730 000 Euro von der EU geförderte Anlage behalten darf, werde nun geprüft, ob sie an anderer Stelle in der Region in ein Gebäude gesetzt werden kann. Zumal sie auch größere als die nur rund 2000 Einwohner versorgende Westewitzer Anlage bedienen kann.

Dies betrifft auch eine weitere Erkenntnis aus dem Versuch: „Die Anlagen, auf denen sich das Verfahren lohnt, müssen größer sein als in Westewitz. 5 bis 10 000 Einwohner sind interessant – gerade im ostdeutschen Raum mit den vielen kleinen und mittleren Kommunen“, sagt Biegel.

Wirkungsgrad der Wasserlinsen zu gering

Bei der Gewinnung von Faulschlamm, aus dem viel Energie gezogen werden kann, sei zudem die räumliche Nähe zu einer Faulungsanlage entscheidend für die Energiebilanz. Der in Westewitz gewonnene Faulschlamm konnte bislang noch nicht genutzt werden, da die Faulung bei Döbeln erst noch gebaut werden müsse.

Wieder abgebaut wurde bereits Ende Mai das zweite Modellprojekt in Westewitz – ein Gewächshaus für Wasserlinsen, die einerseits das Wasser reinigen und zugleich selbst als Biomasse dienen sollen. „Das Prinzip funktioniert grundsätzlich, aber der Wirkungsgrad ist so gering, dass man sehr große Gewächshäuser bräuchte“, sagt Biegel. Dass das Gewächshaus wieder abgebaut wird, war allerdings von vornherein geplant.

Von Sebastian Fink

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