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Döbeln Möbelhaus Hartha: Aus nach 20 Jahren
Region Döbeln Möbelhaus Hartha: Aus nach 20 Jahren
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00:18 11.03.2017
Andrea Hilse (rechts) leitet die Geschäfte im Möbelhaus Hartha. Kunden, wie hier Jürgen und Erika Keidel, suchen derzeit vermehrt den Weg ins Geschäft – um zu kaufen und sich zu verabschieden. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Hartha

20 Jahre lang gehörte das Möbelhaus Hartha zum Stadtbild. Aus Kunden wurden Stammkunden, aus denen wiederum gute Bekannte. Jetzt zogen Manfred Schmidt und Andrea Hilse die Reißleine, wie sie selbst sagen. Aus gesundheitlichen Gründen, hinzu kommt das Alter, wollen sich Manfred Schmidt und Andrea Hilse zurück ziehen. Ab Juni dieses Jahres wird das Möbelhaus in Liquidation weitergeführt, ein Jahr später soll Schluss sein. Es sei denn, es findet sich noch ein Nachfolger. Die Hoffnung darauf hat Manfred Schmidt, der das Möbelhaus einst in Hartha eröffnete, noch nicht gänzlich verloren. Doch der 70-Jährige weiß, einen Nachfolger zu finden, wird nicht einfach. „Aus der Familie will es keiner machen. Und in einer Kleinstadt wie Hartha wird es zunehmend schwieriger mit einem Geschäft wie diesem zu bestehen“, gibt sich Manfred Schmidt realistisch. Dabei musste er sich noch nie Sorgen um fehlende Kunden machen. „Wir haben eine große Zahl an Stammkunden“, erklärt Schmidt. „Jeden davon kennen wir persönlich. Um unsere Kunden tut es uns sehr leid.“ Nicht nur zu seinen Kunden pflegte Manfred Hirsch einen engen Kontakt. „Ich kenne jeden Hersteller meiner Möbel persönlich“, sagt er.

Hoffnung auf Nachfolger

Der Service ist es immer gewesen, der seine Kunden überzeugte. Darauf ist Manfred Schmidt stolz – und lässt auch jetzt, wo es mit seinem Geschäft zu Ende geht, nichts darauf kommen. „Wir sind weiterhin für unsere Kunden da. Die Garantie bleibt zwei Jahre bestehen und ich bin auch nach der Schließung des Geschäfts telefonisch erreichbar.“ Im Jahr 1997 eröffnete Manfred Schmidt das Möbelhaus Hartha, holte Andrea Hilse als Geschäftsführerin dazu. Seit Jahren schon suchten beide nach einem Nachfolger. Gefunden hat sich bisher niemand. Neben dem Geschäft an sich gehört auch das Gelände dazu. Gebäude und Grundstück sind im Besitz von Manfred Schmidt. Gern würde er den kompletten Komplex verkaufen. „Sollte sich jemand finden, helfe ich auch und stehe in der Anfangszeit mit Rat und Tat zur Seite. Ich habe gute Kontakte zu Händlern, davon könnte ein potenzieller Nachfolger profitieren.

Ausverkauf ab 10. März

Seine Stammkunden erfuhren von der Schließung persönlich von Manfred Schmidt. In einem Schreiben wurden sie informiert, gleichzeitig zum Ausverkauf eingeladen. Der beginnt am kommenden Freitag ganz offiziell. Rabatte bis zu 75 Prozent verspricht Schmidt. Im Möbelhaus herrscht seitdem reges Begängnis. Viele Kunden schauen vorbei – nicht nur zum Kaufen. Auf Stühlen, Tischen, Sesseln und Schrankwänden kleben Zettel. Auf ihnen sind die gesenkten Preise notiert. Auf vielen von ihnen steht auch schon „verkauft“. Nach wie vor öffnet das Geschäft Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, sonnabends von 9 bis 13 Uhr. Das bleibt auch so, bis im Juni 2018 die Lichter ausgehen. Am kommenden Sonntag lädt Manfred Schmidt von 13 bis 17 Uhr zum Schautag ein. Verhökern will Manfred Schmidt seine Möbel aber nicht. „Wir senken die Preise, schmeißen unsere Ware aber nicht zum Fenster raus“, sagt er in alter Möbelverkäufer-Manier.

Von Stephanie Helm

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