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Döbeln Monika Birnbaum schließt Roßweiner Geschenkeladen
Region Döbeln Monika Birnbaum schließt Roßweiner Geschenkeladen
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21:08 12.12.2011

"Seitdem es hier die Einbahnstraße gibt, habe ich einen großen Umsatzeinbruch erlitten. Die Anwohner parken alles zu und Kunden können nicht vor meinem Geschäft parken. Ich muss selbst meine Einkäufe vom Garten aus ins Haus tragen, weil wir nicht an die Tür kommen", ärgert sich Monika Birnbaum. Die als Übergangslösung gedachte Umplanung in eine Einbahnstraße im vergangenen Winter ist nun zum Dauerzustand geworden. Eigentlich habe sie schon letztes Jahr deswegen ihren Laden schließen wollen, sagt sie, "aber ich hatte noch soviel weihnachtliche Ware übrig, da wäre der Verlust zu hoch gewesen".

Nun schließt die 69-Jährige ihr Geschäft für Hobby- und Bastelbedarf, welches 1990 direkt aus ihrer zuvor betriebenen Änderungsschneiderei hervorgegangen war. Seit 1977 war Monika Birnbaum Geschäftsinhaberin. "Am 1. Juni 1977 habe ich meine Gewerbeanmeldung aus Döbeln abgeholt und als ich wiederkam, standen schon 20 Leute vor meinem Haus mit Nähsachen in der Hand", erinnert sie sich. Zu DDR-Zeiten war gut geschneiderte Kleidung Mangelware und der Laden von Monika Birnbaum beliebte Anlaufstelle.

Das ändert sich mit der politischen Wende 1990. Als es plötzlich Klamotten zuhauf in allen Formen und Farben gibt, sattelt die Schneidermeisterin um und macht den Hobbyladen auf. "Mit fünf Blumenstöcken habe ich angefangen, vom Ertrag mehr Ware verkauft, die dann wieder verkauft und so weiter", erzählt sie. Der Laden läuft in den 90er Jahren wieder gut. Birnbaum bietet Bastelkurse für Senioren an und sichert sich so noch ein zusätzliches Standbein. "Der Einbruch kam dann schleichend, jedes Jahr etwas weniger. Ich kann gar nicht mehr sagen, wann es angefangen hat", sagt sie rückblickend. Die Einschränkung der Straße vor ihrem Geschäft habe ihr dann den Rest gegeben.

"Mein Mann war damals bei der Stadtratssitzung und hat sich gegen die Umplanung ausgesprochen, aber die Mehrheit war dafür. Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadträte mal vor Ort kommen und sich die Situation ansehen, bevor sie entscheiden", sagt die Schneiderin. "Ich sehe auch einen Bürgermeister Lindner auf der anderen Straßenseite vorbeilaufen. Ich bin hier der letzte Laden auf der Straße, da hätte er auch mal hereinkommen können und fragen, ob es Probleme gibt."

Der Bürgermeister weist jedoch eine Mitschuld an der Ladenschließung von sich. "Ich glaube nicht, dass die Einbahnstraße der Grund ist. Frau Birnbaum hat jetzt mehr Parkplätze vor der Tür denn je", sagt das Stadtoberhaupt. Zudem sei die dauerhafte Umplanung der Wunsch der Anwohner gewesen. "Wir haben eigens zu dieser Frage eine Umfrage unter den Anliegern der Nossener Straße gestartet und die große Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen", erklärt Lindner.

Monika Birnbaum hat mit dem Geschäftsleben inzwischen abgeschlossen. Kleinere Aufträge als Änderungsschneiderin will sie noch annehmen. Was mit der übrigen Ware geschehen soll, weiß sie noch nicht. Einiges habe sie bereits an Kitas gespendet. Für ihre Freizeit hat sie bereits Pläne: Lange Besuche bei den Töchtern in der Pfalz und am Bodensee will sie machen. Vor dem 23. Dezember hat sie keine Angst: "Ich habe mir Jalousien für die Schaufenster gekauft, die ziehe ich zu und Ruhe."

Sebastian Fink

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