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Döbeln Montags zu viert auf dem Markt
Region Döbeln Montags zu viert auf dem Markt
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17:15 08.10.2013
Ralf Wendler, Harald Prudlo, Ronald Wenzel und ein Händler für Reinigungs- und Pflegeprodukte buhlen um die Gunst der Dahlener Kundschaft. Quelle: Dirk Hunger

Den ersten Versuch gab es im September. Der Anstoß dazu kam von den Händlern selbst. "Ein halbes Jahr lang war der Obsthändler aus Ablaß allein hier auf dem Platz", erzählt Harald Prudlo. Der Waldheimer handelt Berufs- und Kinderbekleidung sowie Mützen. "Der Montag ist generell ein schwieriger Tag", sagt der 63-Jährige, der seit 23 Jahren, über die Märkte zieht. Aber er wolle nicht meckern. Die Leute auf dem Land seien nett und die Standgebühr in Dahlen ist moderat. In Döbeln oder Nossen, wo "Sachsen-Harry" auch zu finden ist, sei mehr los. Aber man wollte es hier noch einmal versuchen. Dafür brauche man keine Beratungen oder Programme, das spricht man unterwegs ab.

Einer, den Harald Prudlo angesprochen hat und der zum ersten Mal nach "mindestens drei Jahren" wieder in Dahlen steht, ist Ralf Wendler aus Leipzig. Er bietet Schuhe an, meist für Damen. "Herren- und Kinderschuhe verkaufen sich auf dem Wochenmarkt so gut wie nicht", meint er. So einen Tag mit wenig Kundschaft verkrafte er schon mal, es gebe zum Glück noch die gut laufenden Wochenendmärkte in Leipzig. Die Dahlener Kundschaft schaut erst einmal nur, ein paar Filzpantoffeln für knapp zehn Euro nimmt sich jemand mit, bevor es fußkalt wird in der guten Stube. Mit neugierigen Menschenmassen hat auch der Händler von Reinigungs- und Pflegemitteln nicht zu kämpfen. Wer einmal diese Produkte kenne, kaufe sie immer wieder, betont er. Aber diese Stammkäufer fehlen in der Heidestadt eben noch.

Stammkundschaft hat dagegen Ronald Wenzel, der als festangestellter Mitarbeiter der Ablaßer Obstgarten GmbH vor allem Äpfel verkauft. Sieben Sorten hat er im Angebot, daneben saisonales Obst und Gemüse, Säfte und Honig. "Ich bin jeden Montag hier, bei Wind und Wetter", betont Ronald Wenzel. Er hoffe, dass seine Standnachbarn durchhalten und wiederkommen. Wobei er eine kurze Anfahrt habe, das sei schon günstig. Außerdem stimme sein Produkt. "Wer Obst aus dem Discounter mag, der soll es dort kaufen. Wenn er meine Ware probiert, schmeckt er einen Unterschied - und kommt meist wieder", gibt er sich gelassen.

Sie sei nicht allzu oft auf dem Markt, aber wenn, dann wegen des Obstes, erzählt Vladimira Oravcova aus Dahlen. Sie habe einen eigenen Garten, aber dort ist nun die Erntezeit vorbei, so dass sie die Vitamine hier holt.

"Bloß um auf den Markt zu gehen, komme ich nicht nach Dahlen", stellt Erika Kaschel klar. Die Malkwitzerin verbindet Termine in der Heidestadt und ihre Einkäufe miteinander. Auch sie ist Stammkundin bei Ronald Wenzel, tauscht bei ihm leere Obstsaftflaschen gegen volle ein. Die anderen Händler müssen nach der halbjährigen Abstinenz erst einmal um (Stamm-)Kundschaft werben.

Axel Kaminski

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