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Mord in Döbeln: Wer erschoss Jamal Al Mortada

Mord in Döbeln: Wer erschoss Jamal Al Mortada

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat eine Pressemitteilung zu den Ermittlungen im Döbeln-Mord angekündigt. Diese werde in den kommenden Tagen über die Polizei veröffentlicht, sagte Staatsanwalt Stephan Butzkies gestern gegenüber der Döbelner Allgemeinen Zeitung.

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Angehörige und Freunde von Jamal Al Mortada trauern weiter um den 41-Jährigen, der am 1. November vergangenen Jahres mit mehreren Schüssen ermordet wurde. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt eine Erklärung zum Sachstand der Ermittlungen angekündigt, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll.

Quelle: Wolfgang Sens

Döbeln. Glaubt man der Staatsanwaltschaft, gibt es demnach auch mehr als drei Monate nach dem brutalen Mord an dem Döbelner Imbissbetreiber und Autohändler noch immer keine heiße Spur. Nach Angaben von Stephan Butzkies konnte bislang noch kein Tatverdächtiger ermittelt werden.

Nach DAZ-Recherchen haben die Ermittler aber zumindest zeitweise durchaus deutlichere Spuren verfolgt. Wie berichtet, könnte hinter den tödlichen Schüssen auf Jamal Al Mortada eine Beziehungstat stecken. Wie ebenfalls berichtet, könnte es sich bei dem Täter um einen Ortskundigen gehandelt haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht - von der Staatsanwaltschaft Chemnitz ist allerdings schon von Anfang an quasi nichts zu erfahren. Stets wird auf die laufenden Ermittlungen verwiesen.

Am 1. November 2011 war Jamal Al Mortada in seiner Pizzeria in der Rudolf-Breitscheid-Straße erschossen worden. Die Tat glich einer Hinrichtung. Der 41-jährige Libanese wurde mit mehreren Schüssen aus nächster Nähe getötet. Kurz nach der Tat hatte die Polizei eine 50-köpfige Sonderkommission gebildet - die Soko Aladin. Diese ist inzwischen allerdings auf ein gutes Dutzend Beamte geschrumpft worden.

Der Täter hatte die Schüsse gezielt abgefeuert, die Ermittlungsbehörden gehen daher nach wie vor von einer geplanten Tat aus. Gut eine Woche nach dem Mord hatte die Polizei eine Pistole in der Mulde gefunden. Ballistische Untersuchungen ergaben später, dass es sich dabei tatsächlich um die Tatwaffe handelt. Womöglich hat die Polizei im Banden-, Erpresser- und Drogenmilieu ermittelt; auch von der Automafia war zwischenzeitlich die Rede. Erste Vermutungen, nach denen der Fall in Verbindung mit der rechtsextremen Mordserie der Zwickauer Terrorzelle zu tun hat, gelten inzwischen als widerlegt.

Kurz nach der Tat hatte die Polizei ein Phantombild veröffentlicht. Zudem wurden eine Woche nach dem Mord im Rahmen einer groß angelegten Aktion rund 400 Bürger der Stadt befragt. Bei der Spurensuche kam außerdem ein Fährtenhund zum Einsatz.

Mitte Januar hatte die Polizeidirektion Westsachsen bei einer Tatortrekonstruktion Zeugenaussagen auf ihre Plausibilität hin überprüft und die Sichtverhältnisse am Tatort im Pizza-Laden sowie davor überprüft. Während der Rekonstruktion feuerte die Polizei auch Schüsse ab und fing die Geräusche in der näheren Umgebung mit einem Mikrofon ein. Wenige Tage später waren Beamte im Stadtgebiet erneut mit einem Suchhund unterwegs.

Björn Meine

 

-Standpunkt

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