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Mordloch in Zschaitz: Riesen-Bärenklau ist auf dem Vormarsch

Mordloch in Zschaitz: Riesen-Bärenklau ist auf dem Vormarsch

Unter Gärtnern wird er wegen seiner "verbrennenden Gefährlichkeit" auch "Feuerteufel" genannt: der Riesen-Bärenklau. Dieser wird auch als Herkulesstaude oder Herkuleskraut bezeichnet und breitet sich derzeit im sogenannten Mordloch, einer früheren Deponie, zwischen Goselitz und Zschaitz aus.

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Quelle: DAZ

Das zumindest erklärte Gemeinderätin Ines Conru kürzlich. Sie fürchte, dass sich die Pflanze darüber hinaus verbreite oder jemand zu Schaden kommt, merkte die Goselitzern in der jüngsten Gemeinderatssitzung an.

 

Der Riesen-Bärenklau ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler, eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt, also ein Gewächs, welches sich in Gebieten ansiedelt, in denen es zuvor nicht heimisch war. Die Gefährlichkeit des Riesen-Bärenklau liegt darin, dass er photosensibilisierende Substanzen bildet, die in Kombination mit Sonnenlicht giftig wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen und Säugetieren zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen bildender und schwer heilender, wie Verbrennungen erscheinender Photodermatitis führen. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört.

 

Zur Beseitigung selbst in kleinem Rahmen sind Handschuhe, Schutzkleidung, Schutzbrille und gegebenenfalls ein Atemschutz erforderlich. Als Vorsichtsmaßnahme sollte in hohen Beständen eine Astsäge mit langem Stiel verwendet werden, um Verletzungen durch die Nesselhaare der stürzenden Pflanzen zu vermeiden. Das Arbeiten bei bedecktem Himmel und nur schwachem Wind ist empfehlenswert. Die örtliche Naturschutzbehörde erteilt Rat, sorgt für die Beseitigung auf öffentlichen Flächen und unterstützt in einigen Gemeinden auch in Privatgärten. Die Beseitigung sollte mit Vorsicht, Sorgfalt und Sachkunde erfolgen, so dass sichergestellt ist, dass es sich um Riesen-Bärenklau handelt und nicht versehentlich andere Pflanzen, wie beispielsweise der leicht verwechselbare Engelwurz, zerstört werden. Im Übrigen wurde die Herkulesstaude 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

 

Auch Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) weiß um die Brisanz: "Es gibt wohl Verbrennungen zweiten bis dritten Grades, deswegen ist durchaus Gefahr im Verzug." Trotzdem wolle die Kommune erst einmal abwarten, da das Gelände für Menschen schwer zugänglich sei. Die Gemeinde wolle das Vorkommen zunächst an das Umweltamt melden, so der Zschaitz-Ottewiger Gemeindechef weiter. Es gäbe umfangreiches Informationmaterial, in dem man sich weiter informieren wolle, denn noch sei unklar, ob die Pflanzen, von wem und in welchem Zeitraum entfernt würden. Laut seines Wissens sei der Eigentümer des Areals zuständig. Die Döbelner Allgemeine Zeitung fragte beim Landratsamt Mittelsachsen nach. Pressesprecherin Cornelia Kluge verwies in den meisten Punkten auf das von der Unteren Naturschutzbehörde ausgegebenen Merkblatt. Zum Verbreitungsgebiet in Mittelsachsen erklärt sie: "Die Verbreitung der Pflanze hat aus unserer Sicht ein Stadium erreicht, welches als flächendeckend bezeichnet werden kann. Vorkommen sind beispielsweise aus dem Raum Flöha und Roßwein bekannt. Es gibt keine landkreisweite Erfassung zu Beobachtungen und Nachweisen, da hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht." Nach einer Vorkommenmeldung sei es aber nötig, "in einem gemeinsamen Ortstermin zwischen Landkreis - als zuständiger unterer Naturschutzbehörde - und der Gemeinde, die Zuständigkeit zur Beseitigung anhand der vorhandenen Gefährdungen zu bestimmen." Dabei ist der Zeitraum für das Einschreiten abhängig vom jeweiligen Einzelfall und der damit einhergehenden Gefährdung. Die mögliche Ausstattung von Bauhofmitarbeitern mit Schutzkleidung müsste schließlich durch die Kommune erfolgen, welche auch die Kosten dafür trägt. "Sollte die Ausführung der Beseitigung als Ersatzvornahme für einen eigentlich dazu Verpflichteten - beispielsweise den Grundstückseigentümer - erfolgen, können diese Kosten umgelegt werden", so Cornelia Kluge abschließend.

Natasha G. Allner

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