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Döbeln Motorboot-Rennen auf der Talsperre Kriebstein steht auf der Kippe
Region Döbeln Motorboot-Rennen auf der Talsperre Kriebstein steht auf der Kippe
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20:10 15.07.2016
Die ADAC Masters auf dem Kriebsteinsee sind für den Talsperrenzweckverband ein Verlustgeschäft gewesen. Der stellt darum die Zukunft des Rennens in Frage. Quelle: Archiv
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Kriebstein

Das Motorbootrennen auf dem Kriebsteinsee war ein Verlustgeschäft. Darum schaut der Zweckverband Kriebsteintalsperre ganz genau auf die diesjährige Auflage der ADAC Masters. „Wir tun alles, um aus den roten Zahlen herauszukommen und dann leisten wir uns so eine Image-Veranstaltung“, sagt Zweckverbands-Geschäftsführer Thomas Caro. Er kündigt an, dass das diesjährige Rennen auf dem Prüfstand steht. Das heißt: Mindestens 2000 Besucher müssen kommen, damit es sich rechnet, die schwarze Null einigermaßen steht. Im vergangenen Jahr brachten die ADAC Masters dem Zweckverband 15 000 Euro Verlust ein. Nur 1300 Besucher kamen damals. „Wenn das in diesem Jahr wieder so wird, müssen die Verbandsmitglieder entscheiden, ob es weitergeht“, sagt Thomas Caro. Im Zweckverband sind der Landkreis Mittelsachsen sowie ,Mittweida und die Gemeinde Kriebstein Mitglieder.

„Nachrangig bekommen wir solche Verlustgeschäfte auch zu spüren“, sagt Maria Euchler (Freie Wähler), Bürgermeisterin der Gemeinde Kriebstein. Denn über den Zweckverband ist die Gemeinde, der das Geld ja bekanntlich nicht mehr so locker sitzt, wie vor ein paar Jahren, an den Miesen beteiligt. Zum Beispiel dann, wenn die Umlage steigt, um das Minus auszugleichen. Maria Euchler hofft, dass in diesem Jahr die geforderten 2000 Besucher zu dem Motorbootrennen kommen. Sie äußert allerdings Skepsis, weil die Großveranstaltung zeitgleich zum Schulanfang stattfindet. „Das wird womöglich ganz schwierig“, sagt sie. Das Rennen scheint nicht für alle ein Verlustgeschäft zu sein. Die Gastronomie in Kriebstein profitiere davon mit steigenden Gästezahlen, sagt Maria Euchler.

Erstmals in diesem Jahr wird der ADAC dem Zweckverband eine finanzielle Bürde abnehmen. Thomas Caro: „Der Verein schickt uns Personal zur Betreuung des Sportereignisses. Dafür mussten bisher wir aufkommen und die Personalkosten tragen.“

Kommentar: Bootsrennen müssen wirtschaftlich sein

Auf dem Kriebsteinsee dürfen nur Boote mit leisem Elektroantrieb fahren. So will es der Naturschutz, so wollen es die Siedler. Ausnahmen sind natürlich die Wasserfahrzeuge der Fahrgastschifffahrt, dem Kerngeschäft des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre. Sanfter Tourismus ohne Remmidemmi ist die Philosophie. Da stellt sich schon die Frage, ob eine Sportveranstaltung in ein solches Konzept passt, bei der Rennboote mit über 100 Kilometer pro Stunde übers Wasser jagen. Na gut, könnte man meinen, einmal im Jahr geht das schon, solange etwas hängen bleibt. Das tut es aber nicht. Darum ist absolut richtig, wenn Zweckverbands-Geschäftsführer Thomas Caro die Sinnfrage stellt: Müssen wir uns die Image-Veranstaltung „ADAC Masters“ weiterhin leisten?

Freilich hat der Rennsport auf dem Kriebsteinsee eine lange Tradition, gab es hier doch 1962 den ersten Wettkampf dieser Art. Freilich ist die Kriebsteintalsperre derzeit die einzige verbliebene Rennstrecke weit und breit. Freilich wäre es schade, wenn eine solche Tradition stürbe. Allerdings hatten die Wettkampfveranstaltungen früher wesentlich mehr Zulauf. Bis 15 000 Menschen strömten in der DDR-Zeit an die Talsperre, um die Finalläufe zu verfolgen und mitzufiebern. Im vergangenen Jahr kam nicht mal ein Zehntel davon zu den ADAC Masters. In diesem Jahr ist der Zweckverband froh, wenn mindestens 2000 Besucher kommen, damit das Rennen wirtschaftlich ist. Es wirkt wie ein Hohn, wenn der Zweckverband auf der einen Seite alles tut, um den Tourismusbetrieb an der Talsperre wirtschaftlich zu gestalten und dabei auch Erfolge zu erzielen, auf der anderen Seite aber Geld in den Tiefen des Kriebsteinsees versinkt. Dirk Wurzel

Von Dirk Wurzel

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