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Döbeln Müllproblem in Döbeln: "Von wegen Naturfreunde..."
Region Döbeln Müllproblem in Döbeln: "Von wegen Naturfreunde..."
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21:34 25.03.2014
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Döbeln

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"Über die Sauberkeit in unserer Stadt wird viel gemeckert. Noch viel mehr wird danach gerufen, was die von der Stadt doch alles machen sollen. Dass es die Bürger selbst sind, die gedankenlos oder böswillig unsere schöne Stadt verschandeln, wird oft übersehen", ärgert sich Jürgen Müller. Jede Woche räumen Bauhofmitarbeiter und Bürgerarbeiter im Stadtgebiet den Döbelnern sechs Kubikmeter Müll und Dreck hinterher, der im öffentlichen Raum liegenbleiben würde. Das ist die achtlos weggeschnippste Zigarrettenkippe, das Papier oder die Glasscherbe, welche die Bürgerarbeiter im gesamten Stadtgebiet zusammenkehren und auf Fahrradhängern abtransportieren. Schwerpunkte sind sind aber die Standplätze der Wertstoffcontainer. Ein sechs Kubikmeter großer Müllcontainer der Entsorgungsgesellschaft füllt sich jede Woche mit solchen Hinterlassenschaften. Um die Weihnachtsfeiertage kommen sogar zwölf Kubikmeter pro Woche zusammen.

Nach Beispielen braucht Jürgen Müller nicht lange zu suchen. Erst am Montag haben die Stadtmitarbeiter den Wertstoffsammelplatz an der Rudolf-Breitscheidt-Straße/Ecke Ritterstraße, genau gegenüber der Kreissparkasse, gründlich gereinigt. Gestern morgen um 10 Uhr sah es um die Glassammelcontainer und die Papiertonnen schon wieder zum Gruseln aus. Das Aufräumkommando hätte direkt wieder anrücken können. Müll- und Papier verstreut, gelbe Säcke mit äußerst fragwürdigem Inhalt, Scherben überall und in den Papiertonnen geschredderte Akten und Massen von Kartonagen, die darauf hindeuten, dass hier Gewerbetreibende ihren anfallenden Müll über die Entsorgungsangebote für Privathaushalte loswerden wollen.

Die Stadt zieht Konsequenzen

Der Müllplatz an der Sparkasse kommt weg. Mülltonnen für Papier und Pappe werden eingezogen. Der Sichtschutz um die Fläche auch. Wie am Wettinplatz, an der Bärentalstraße oder an der Dr.-Zieger-Straße wird es nur noch die Unterflurglascontainer geben. Wer hier versucht, illegal Müll abzulegen, gerät gut ins Blickfeld.

Genauso wird auch mit dem Sammelplatz an der Wappenhensch-Straße verfahren. Um die Papier-, Altkleider- und Glascontainer sieht es generell aus wie auf einer Deponie. Auch hier verschwinden die Papiercontainer. Die Glascontainer versinken in der Erde. Dann bleibt erfahrungsgemäß das Umfeld sauber. Der nahen Seniorenwohnanlage kommen die schallgedämmten Unterflurglascontainer auch entgegen.

Nachdem ein Brandstifter die Papiercontainer an der Ecke Grimmaische Straße/Bahnhofstraße angezündet hatte, wurden sie gar nicht erst wieder aufgestellt. Das hält Döbelns "Müll-Eliten" aber längst nicht davon ab, weiterhin Pappe und Dreck von der Zimmerpflanze im Topf bis zum Benzinkanister hier abzulegen. "Dieser Platz wird in Kürze verkleinert, so dass nur noch die Glascontainer auf die Fläche passen", kündigt Jürgen Müller an.

"Kleingärtner sind Naturfreunde. Und der Weihnachtsmann kommt auch Ostern." Am Weg zur Gartenanlage "Wiesengrund" gegenüber der Kreuzung Oschatzer Straße / Albert-Schweitzer-Straße reagiert der Ordnungsamtsleiter mit bösem Sarkasmus. Direkt am Weg neben der Straße türmt sich am Feldrand der Gartenabfall. Baumschnitt, Pflanzenreste - manches, was im Winter vor Frost schützen sollte, liegt jetzt hier.

Saubere Gärten, Abfall am Feldrand

Im Garten waren viele schon fleißig. Eine Anwohnerin bestätigt, dass der Gartenabfall hier mit Schubkarren, manchmal auch mit Fahrzeugen samt Anhängern neben Straße und Weg gekarrt wird. Wenn sie die Sünder ansprach und mit dem Ordnungsamt drohte, sei sie schon angemotzt worden. Die Müllspur zieht sich hinter Bäumen und Büschen noch weit entfernt von der Straße in Richtung der Gartenanlage weiter. Teppichreste, Farbeimer, Wasserfass zeugen vom Frühjahrsputz in einer wahrscheinlich nicht weit entfernten Laube. Pflanzenreste, Baumschnitt - es wurden Lücken in den Bewuchs am Feldrain geschlagen, um die Schubkarren besser abkippen zu können. "Ich glaube, hier sollten die Gartenvorstände mal mit den eigenen Gartenfreunden einen Fahnenappell veranstalten. Es kann doch nicht sein, dass die Gärten aussehen wie geleckt und der Müll hinterm nächsten Busch am öffentlichen Wegrand liegen bleibt. Der Clou ist, wenn dann noch auf die Stadt geschimpft wird, die sich angeblich nicht kümmert. Als wären wir die Müllabfuhr, die zum Ärger aller Döbelner auch noch aus dem städtischen Haushalt bezahlt wird", ist Jürgen Müller sauer.

- Acht Anbieter haben von der Stadt die Genehmigung legal Altkleidercontainer aufzustellen. Sie kämpfen mit harten Bandagen. An der Walter-Eckhard-Straße versiegelte offenbar ein Konkurrent den Textilcontainer der EGD und klebte einen offiziell aussehenden Aufkleber daran, dass dieser Container illegal sei.

- Für die per Zettel in Briefkästen angekündigten Straßensammlungen von Textilien, Schuhen oder Schrott gibt es 36 bei der Landesdirektion registrierte Anbieter. Überwachen müsste diese der Landkreis Mittelsachsen. Da dies kaum möglich ist, hat die Stadt ein Problem, wenn die Sachen am Straßenrand nicht abgeholt werden. "Der Bürger muss seine Sachen dann wieder ins Haus holen", verweist der Ordnungsamtsleiter auf die Rechtslage. Steht auf den Zetteln keine Telefonnummer und keine Adresse, sei Misstrauen angeraten.

Thomas Sparrer

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