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Döbeln „Müssen wieder 3000 Einwohner erreichen“
Region Döbeln „Müssen wieder 3000 Einwohner erreichen“
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20:00 10.09.2018
Bürgermeister Jörg Burkert muss erst an Kämmerin Elke Görs vorbei, wenn er einen Euro investieren will. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
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Großweitzschen

Gute und schlechte Nachrichten hatte Großweitzschens Kämmerin Elke Görs den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung zu überbringen. Um den schlechten zu beginnen: Die Einwohnerzahl geht weiter zurück. „Zum 30. Juni hatten wir nur noch 2773 Einwohner in der Gemeinde. Darum brauchen wir dringend die neuen Bauplätze am Kirschberg. Döbeln hat kein Bauland mehr, daher müssen wir auch weitere Angebote schaffen, um die Familien hierher zu ziehen. Wir müssen die 3000 Einwohner wieder schaffen“, mahnte die Kämmerin.

Dies sei wichtig, um die Eigenständigkeit der Kommune auf Dauer zu wahren. Denn ohne die Steuereinnahmen durch Anwohner und Gewerbetreibende bleibt Großweitzschen nicht lebensfähig.

Gute Zahlen bis Ende August

Dabei hatte Görs, die die Zahlen anlässlich des Halbjahresfinanzberichtes vorstellte, auch Positives zu berichten. Dieser Bericht soll den Räten die Möglichkeit geben, schon im Laufe eines Jahres gegenzusteuern, falls die Kommune in finanzielle Schieflage gerät. „Ich habe sogar die Zahlen vom 31. August verwendet. Ich wollte zeigen, dass die Gemeinde auf einem guten Weg ist. Wir werden das angestrebte Jahresergebnis nicht verschlechtern“, sagte Görs.

So ergebe sich ein Fehlbetrag von rund 180 000 Euro in der Bilanz rein aus Abschreibungen und ist damit nicht zahlungsrelevant. Zugleich sind die Steuereinnahmen für diese Zeit des Jahres bereits auf einem guten Stand. Dazu habe sich die dreiprozentige Tariferhöhung beim Personal nicht spürbar auf die Gesamtkosten ausgewirkt.

Kommune gibt kaum Geld aus

Das liege aber auch daran, dass die Kommune kaum Geld ausgibt. „Wir stehen auf relativ sicheren finanziellen Füßen. Wir haben sehr sparsam gelebt und uns bei den Investitionen zurückgehalten, auch weil der Haushaltsplan vom Landkreis erst im August bestätigt werden konnte“, erklärte Görs und ließ anklingen, dass sie im Dialog mit Bürgermeister Jörg Burkert (Freie Wähler) um jeden Euro kämpfen müsse. Die Kommune setze jede Möglichkeit ein, um Außenstände bei Steuern oder sonstigen Abgaben einzutreiben, seien es Mahnungen, Vollstreckungen oder Kontopfändungen, erklärte Görs.

Zumindest kann Bauamtsleiter Klaus Bichler jetzt die geplanten Straßenbaumaßnahmen vergeben, die zu einem hohen Anteil gefördert werden. Die vom Freistaat gewährten 70 000 Investitionszuschuss sind dagegen schon zum Ausgleich des Haushaltes verplant, was die Schwierigkeiten bei Investitionen verdeutlicht.

Breitband-Geld könnte frei werden

Auch das Geld aus dem Verkauf des Gewerbegrundstücks in Mockritz an Transpak ist bereits durch den Kauf des Unimogs zum Teil verbraucht. Der Rest ist für den Breitbandausbau reserviert. Bestätigt der Freistaat schriftlich sein Ansinnen, den Gemeindeanteil daran zu übernehmen, stünden der Kommune allerdings 200 000 Euro extra für Investitionen zur Verfügung.

Von Sebastian Fink

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