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Döbeln Messerstecherei im Staupi Döbeln: Angeklagter räumt einige Tatvorwürfe ein
Region Döbeln Messerstecherei im Staupi Döbeln: Angeklagter räumt einige Tatvorwürfe ein
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10:58 20.04.2018
Soll mit dem Messer im Staupi einen Bekannten gestochen haben: Dem 25-jährigen Rumänen Florinell P. liegt gefährliche Körperverletzung zur Last. Quelle: Foto: Harry Haertel
Döbeln/Chemnitz

Ganz schön feiern ließ sich das Vorführkommando der JVA Leipzig. In diesem Gefängnis sitzt Florinell P. in Untersuchungshaft. Die Wachtmeister sollten den Rumänen am Dienstag mit der Grünen Minna so ins Chemnitzer Amtsgericht fahren, dass der zweite Verhandlungstag seines Prozesses hätte pünktlich um 8.30 Uhr beginnen können. Aber Richterin Gudrun Trautmann, die Schöffinnen, Staatsanwalt und Verteidiger warteten bis kurz nach neun. Zwischendurch hatte die Vorsitzende zweimal anrufen lassen, wo das Gefangenen-Taxi mit dem Angeklagten steckt. Weshalb es sich verspätete, bleibt unklar.

Schneller Schiebetermin

Die An -und Abreise des Angeklagten sollte am Ende länger dauern, als die fortgesetzte Hauptverhandlung. Das Gericht hatte diese als sogenannten Schiebetermin eingeplant, um die gesetzliche Frist zur Fortsetzung einhalten zu können. Bei solchen Schiebeterminen passiert normalerweise nicht viel, sie dauern oft keine halbe Stunde. Das Gericht verliest zum Beispiel die Vorstrafen eines Angeklagten aus dem Bundeszentralregister-Auszug.

Widerstand auch angeklagt

Auch Florinell P.´s Schiebetermin war eine rasche Angelegenheit. Er ist bisher nicht vorbestraft. Nun sieht er sich einer ganzen Litanei an Tatvorwürfen quer durch das Strafgesetzbuch ausgesetzt. Er soll beleidigt, bedroht, genötigt, randaliert, gestohlen, geschlagen und gestochen haben. Und dann noch auf Polizisten losgegangen sein – Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist auch so ein Anklagepunkt. Möglicherweise ließ ihn das Crystal austicken. Ob das so ist, soll der Psychiater Dr. Stephan Sutarski im Prozess als Gutachter klären.

Florinell, der Käsedieb

Während des Wartens hatte Richterin Trautmann Rechtsanwalt Thomas H. Fischer gebeten, mit seinem Mandanten darüber zu sprechen, zwei angeklagte Landendiebstähle zuzugeben. Schließlich müssten sonst Zeugen aus Döbeln und Leisnig anreisen. Das koste alles Geld. Nachdem die Grüne Minna mit Florinell P. eingetroffen war und die Wachtmeister des Chemnitzer Amtsgerichtes den jungen Mann in Ketten in den Gerichtssaal gebracht hatten, besprach er sich kurz mit Rechtsanwalt Fischer. Dieser räumte dann für seinen Mandaten zwei Ladendiebstähle ein. „Er hatte kein Geld mehr, aber Hunger“, sagte Rechtsanwalt Fischer, weshalb P. im Dezember 2016 im Döbelner Aldi Hirtenkäse, Mozzarella und Überraschungseier für rund elf Euro stahl. Auch im Edeka schlug er zu. Dort entwendete Florinell P. einen Energy-Drink und Pralinen für 4,66 Euro.

Messerstiche schwerster Vorwurf

Im Vergleich zum Haupt-Tatvorwurf ist das aber pillepalle. In den frühen Morgenstunden des 22. Januars vergangenen Jahres soll der 25-Jährige seinen Bekannten in der Döbelner Diskothek „Staupitzbad“ mit einem Messer verletzt haben. Zunächst habe er von hinten auf den Geschädigten eingestochen. Nur wegen dessen kräftiger Statur haben die Stiche keine lebenswichtigen Organe verletzt, heißt es in der Anklage.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Dirk Wurzel

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