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Döbeln NPD-Jugend verteilt illegal ihre Wahlwerbung in Döbelner Schulen
Region Döbeln NPD-Jugend verteilt illegal ihre Wahlwerbung in Döbelner Schulen
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17:12 15.01.2016
Der NPD-Nachwuchs war ohne Erlaubnis unter anderem ins Döbelner Lessing-Gymnasium eingedrungen. (Archivfoto) Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln

„Schaut euch um, der Nazi-Hirsch geht um: Heute, in der Früh, sind einige Aktivisten losgezogen und haben das brandgefährliche Material, unseres braunen Plüschfreundes, unter die Schüler gebracht.“ Mit diesen Sätzen feiern sich die Jungen Nationaldemokraten Mittelsachsen, die Nachwuchsorganisation der NPD, im sozialen Netzwerk Facebook. In den letzten Tagen verteilten sie in der Stadt die Zeitschrift „Platzhirsch“. Auch im Lessing-Gymnasium und im Berufliche Schulzentrum Döbeln legten sie NPD-Wahlwerbung und JN-Mitgliedsanträge aus. Beweisfotos, dass sie im Schulhaus waren, stellten sie selbst ins Netz.

Doch das Verteilen von Parteienwerbung an Schulen ist verboten. Schulleiter Michael Höhme wurde von seinen empörten Schülerräten auf die Aktion der Neonazis aufmerksam gemacht. Die JN-Leute hatten ihre Zeitschrift „Platzhirsch“ provokant zusammen mit dem Schild „Schule ohne Rassismus Schule mit Courage“ im Schulgebäude fotografiert und bei Facebook online gestellt. Der Schulleiter informierte die Stadt Döbeln als Schulträger und die Polizei über den Vorfall. Dennoch hält Michael Höhme die Bälle flach. „So große Wellen schlägt die JN-Aktion bei uns nun auch wieder nicht. Wir haben an unserem Gymnasium viele Aktivitäten am Start, um zu Neonazis und Rassismus eine Gegenkultur zu entwickeln und unseren Schülern Weltoffenheit zu lehren“, so der Schulleiter.

Im Juli 2014 hatte Michael Höhme die Jungen Nationalen wegen Hausfriedensbruches angezeigt. Damals waren die JN-Leute während des Unterrichts ins Naturwissenschaftsgebäude des Gymnasiums eingedrungen. Ein Aktivist steckte in einem Platzhirsch-Plüsch-Kostüm, das allerdings eher einem braunen Schweinchen mit krummen Geweih ähnelte. Andere versuchten NPD-Material zu verteilen. Die Beweisvideos machten die JN-Aktivisten damals selbst und veröffentlichten sie bei Facebook. Darin beschimpften sie die Bildungsstätte, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt.

Wegen mehrerer solcher Anzeigen gab es im März 2015 in sechs Wohnungen und in der Geschäftsstelle des Landesverbandes der JN polizeiliche Hausdurchsuchungen. In Döbeln wurde die Wohnung des NPD-Stadtrates und stellvertretenden Landesvorsitzenden der JN, Stefan Trautmann, durchsucht. Der 28-Jährige hatte in der Vergangenheit bereits größere Konflikte mit dem Gesetz. Neben Jugendstrafen, unter anderem wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls, versuchtem und vollendeten Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis kassierte er als Erwachsener Bewährungsstrafen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, unerlaubten Waffenbesitzes und Sachbeschädigung. Zuletzt wurde er 2015 im Strafbefehlsverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt.

Von Thomas Sparrer

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