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Döbeln Nabu zählt gefiederte Gesellen
Region Döbeln Nabu zählt gefiederte Gesellen
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11:15 12.01.2016
Klaus Friedrich Quelle: Dirk Wurzel
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Hartha

Kleiber sind auf dem Harthaer Friedhof recht zahlreich. Aber auch Kohlmeisen huschen recht häufig von Ast zu Ast. Das ist ein Ergebnis der Vogelzählung, zu der Naturschutzbund (Nabu) aufgerufen hatte. Auch die Nabu-Regionalgruppe Lößhügelland beteiligte sich. In Hartha leitete Klaus Friedrich vom Vorstand der Nabu-Regionalgruppe am Sonnabend die Aktion „Stunde der Wintervögel“.

„Der Kleiber pfeift hier an allen Ecken und Enden“, sagte Klaus Friedrich über die vielen Vertreter dieser Art, die über den Harthaer Friedhof flattern. Der Singvogel mit seinen markanten Lautäußerungen ist ein Standvogel, den es im Winter nicht in den Süden zieht. Man braucht ihn nicht unbedingt zu sehen. Wer sich mit Vogelstimmen auskennt, hört seine Anwesenheit auch recht gut. Der gefiederte Geselle ist recht flink und kann auch gut klettern. Er sieht ein bisschen aus, wie eine Mischung aus Specht und Meise.

Als Klaus Friedrich das Ergebnis der Zählung bekannt gab, hatten deren Teilnehmer – es war über ein Dutzende Leute aus Hartha, Waldheim und Leisnig gekommen – an unterschiedlichen Plätzen auf dem Friedhof in der Kälte gestanden und die Vogelwelt beobachtet. Auch Säugetiere ließen sich sehen. Zum Beispiel schwarze und braune Eichhörnchen, die von Baum zu Baum flitzten, bei der Zählung aber keine Rolle spielten. Da ging es hauptsächlich um Singvögel. Um diese richtig zu erkennen, bekamen die Zähler ein Merkblatt mit den Abbildungen der hierzulande gängigsten Arten. Auch eine Zählhilfe war auf dem Formular zu finden, um zu vermeiden, dass der eine oder andere Piepmatz doppelt in der Statistik auftaucht.

„Auch Rabenvögel gehören zu den Singvögeln und sind mit zu zählen“, sagte Klaus Friedrich, als er die Teilnehmer einwies. Weil manche in der Zeitung gelesen hatten, dass die „Stunde der Wintervögel“ eine Führung ist, waren recht viele Leute gekommen. Und viele blieben und machten mit, als Nabu-Mann Friedrich klargestellt hatte, dass die „Stunde der Wintervögel“ kein Spaziergang mit fachkundigen Ausführungen zur heimischen Vogelwelt ist. „Das ist keine Friedhofsführung. Jeder bleibt auf dem Platz und zählt eine Stunde lang Vögel. Es soll festgestellt werden, welche Gartenvögel bei uns auftreten, ob der Bestand rückläufig ist oder zunimmt.“

Wolfgang Colditz, Friedhofsmeister im Ruhestand, Jäger und Naturfreund, half Klaus Friedrich mit dabei, die Leute an den Zählstandorten aufzuteilen. Schließlich kennt er die Örtlichkeit am besten. Und natürlich zählte er selbst an der Friedhofskappe mit. Als erstes kam eine Elster geflogen, die mit den Krähen, Kolkraben und Eichelhähern zu den Singvögeln gehört, auch wenn der Laie die Lautäußerungen dieser gefiederten Gesellen nicht in die Kategorie Vogelgesang einordnet.

Klaus Friedrich erfasste recht viele Kohlmeisen in seinem Winkel des Friedhofs. Das war aber nur eine Momentaufnahme, ein Gesamtbild zeigt sich erst, wenn der Nabu die gesammelten Daten ausgewertet hat.

Von Dirk Wurzel

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