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Nach 8000 Trainingskilometer Ironman perfekt gemeistert

Tobias Dreier aus Döbeln absolviert Langdistanz Nach 8000 Trainingskilometer Ironman perfekt gemeistert

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und hintendran ein Marathon – seit dem vergangenen Sonnabend darf sich der Döbelner Tobias Dreier als „Ironman“ bezeichnen. Er hat die Triathlon-Langdistanz beim Ironman-Rennen in Cervia/Italien absolviert. Und diese, seine erste Langdistanz überhaupt, finishte der 24-Jährige in sagenhaften 10:50 Stunden. Ein Top-Ergebnis für das Greenhorn, in dem offenbar jede Menge Potenzial steckt.


Quelle: Melanie Waßheim

Cervia/Döbeln. Nicht weniger bemerkenswert und vielleicht sogar noch stärker anzuerkennen ist die Leistung, die der junge Industrieelektriker, der in Waldheim bei Endress+Hauser Conducta arbeitet, vor dem Start in Cervia ablieferte. „Der Wettkampf ist die Belohnung“, sagt Tobias Dreier, der auch ein paar Tage nach seinem persönlichen Jahreshöhepunkt noch völlig eingenommen ist von dem Erlebten. Um diese Belohnung kassieren zu können, ist in den neun vorangegangenen Monaten viel Schweiß geflossen. 6500 Radkilometer – auf der Rolle und im Freien –, 1500 Lauf- und 140 Schwimm-Kilometer hat Tobias Dreier während seines Trainings absolviert.

Den Entschluss, in diesem Jahr seine erste Langdistanz in Angriff zu nehmen, fällt der junge Mann 2016, nachdem er das erste Mal eine Halbdistanz absolviert hat, also 1,9 Kilometer geschwommen ist, 90 auf dem Rad und 21 zu Fuß hinter sich gebracht hat. Nachdem auch der Marathon im Herbst in Dresden mit 3:14 Stunden super lief, steht für den Döbelner fest: Ich versuche es. Immer im Hinterkopf bei der Entscheidung hat Tobias Dreier die Tatsache, dass er 2017 das letzte Jahr in der Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen starten kann und mit viel Glück ein Los für die Königsdisziplin der Triathleten, die Weltmeisterschaft auf Hawaii, ziehen könnte. Doch die erste Motivation sei tatsächlich das An-der-Startlinie-stehen, das Finishen bei einer Langdistanz gewesen. Diszipliniert arbeitet der junge Mann, der seine sportliche Karriere mit Leichtathletik beim Döbelner SV gestartet hat, die monatlich von seinem Trainer und Mentor Peter Klöden zusammengestellten Pläne ab. Der ist selbst erfahrener Langdistanzler und Hawaii-Starter. Die Zeit, die für das Training benötigt wird, opfert nicht nur Tobias Dreier selbst. Auch seine Freundin Melanie Waßheim muss in den zurückliegenden Monaten häufig auf ihren Freund verzichten. „Sie hat mich immer unterstützt, war auch bei jedem Wettkampf mit dabei“, ist Tobias Dreier froh. Natürlich steht sie auch in Italien an der Strecke. „Es macht ihr Spaß zu sehen, wie ich mich quäle“, sagt er lachend.

In Cervia quält sich der junge Athlet scheinbar kaum. Überraschend wenig nervös ist er vor dem Start. „Ich wusste, auf was ich mich einlasse und dass ich gut vorbereitet bin“, sagt er. Und: „Ich hab mich einfach gefreut, als ich endlich am Schwimmstart stand.“ In der Heimat verfolgen die Freunde und Trainingspartner per Live-Tracker, wo und wie der 24-Jährige gerade unterwegs ist. Peter Klöden ist vor Ort dabei und kann persönlich mitverfolgen, wie sein Schützling unter 2600 anderen Startern das Training der vergangenen Monate im Wettkampf umsetzt.

Das Schwimmen im Meer – Premiere für den Döbelner – läuft, abgesehen von zu viel Salzwasser im Magen, sensationell gut. „Ich hatte mir 1:06 bis 1:10 Stunde vorgenommen.“ Doch Tobias Dreier ist überrascht vom Auftrieb, den ihm das Meer gibt und von seiner Zeit – 1:00:11 Stunde zeigt die Uhr, als er aus dem Wasser steigt. Auf dem Rad hat er ein paarmal Glück, dass er nicht vom Lenker fliegt, so uneben ist die Strecke teilweise. „Kein Vergleich mit unseren Straßen“, sagt er nur. Umso mehr Respekt nötigt allen seine Zeit ab: Nach nur 5:11:40 Stunden steigt er vom Rad und hat sogar noch 2,7 Kilometer mehr in den Beinen als die gängigen 180. Doch das härtestes Stück Arbeit kommt jetzt. Der Marathon.

In vier Runden sind die 42,1 Kilometer aufgeteilt und die ersten beiden Runden laufen wie das, was bis dato war: „Super. Genau so, wie es vom Tempo geplant war.“ Dann machen sich die Beine bemerkbar und es heißt: Kämpfen. „Von dem Moment an wollte ich wirklich nur noch finishen.“ Das Ziel erreicht der junge Mann mit einem glücklichen Lachen im Gesicht, einer Verbeugung auf dem roten Zielteppich und der wehenden Deutschland-Fahne in den Händen über dem Kopf. „Tobias from Germany – you are an Ironman!“, tönt der Kommentator und der Döbelner hat es geschafft.

Und jetzt? Sind erst einmal wieder die kleinen Distanzen an der Reihe. Olympische Disziplin, Halbdistanzen. „Ich muss mich in der neuen Altersklasse beweisen“, sagt Tobias Dreier. Doch Italien wird vielleicht seine erste, aber sicher nicht seine letzte Langdistanz gewesen sein.

Von Manuela Engelmann

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