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Döbeln Nach Brand im Salon "Elite": Neustart in der Leisniger Hundert
Region Döbeln Nach Brand im Salon "Elite": Neustart in der Leisniger Hundert
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Momentan noch beim Rücken und Räumen (von links) Annett Pfütze, Petra Birnbaum und Heidi Zschoche vom Salon "Elite". Montag wird in Lamms Eck geöffnet. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Die Handwerkerarbeiten dafür sind erledigt. Die Becken, wo sich Damen und Herren die Köpfe waschen lassen können, sind fertig installiert. An den Frisierplätzen stehen die neue Stühle, noch unter ihren Folien. Heidi Zschoche, Annett Pfütze und Petra Birnbaum - Frauen die ab Montag wieder Kamm, Schere und Fön schwingen - schrauben, bauen und putzen alles auf Hochglanz, damit für Montag alles startklar ist. Kosmetik, Wellness, Fußpflege, ab Dezember auch Maniküre für gepflegte Fingernägel, werden dann in der Hundert angeboten - für Inhaberin Antje Reinwardt soll damit zumindest ein kleines Stück weit Normalität ins Leben zurückkehren - so weit das unter den gegebenen Umständen möglich ist. Etwa für anderthalb Jahre, so wird eingeschätzt, wird das Friseurgeschäft nun an diesem Standort betrieben. Die außerdem zunächst angedachte Variante mit dem mobilen Friseurcontainer ist somit vom Tisch.

Ein Hausbrand hatte am Morgen des 26. September den Dachstuhl vom Salon "Elite" am angestammten Ort in der Colditzer Straße 4 zerstört, die Wohnräume in dem Gebäude ebenfalls unbrauchbar gemacht.

An dem Mehrfamilien in der Colditzer Straße gehen Bauarbeiter derzeit zu Werke, befreien alles vom Brandschutt. Ein Baugerüst steht. Gestern war ein Kran im Einsatz. Das Dach beziehungsweise Gebäude soll für den Winter vor Witterungseinbrüche geschützt werden.

Die junge Familie mit einem nun vier Wochen alten Säugling kam in einer möblierten Wohnung unter, richtete sich dort mit Hilfe zahlreicher Sachspenden ein. Nach vier Wochen soll der "Elite"-Kundschaft nun auch in dem Interims-Salon wieder das volle Dienstleistungsprogramm angeboten werden.

Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) freut sich für Antje Reinwardt und Markus Rost, dass sich in so kurzer Zeit schon einiges nach vorn entwickelt. "Bei der Stadt ist noch immer das Spendenkonto geöffnet. Nicht nur geschäftlich, auch privat muss die Familie ja wieder auf die Beine kommen." Antje Reinwardt hatte bereits signalisiert: An Sachspenden ging so viel ein, dass sie zurecht kommen, und auch von Freunden komme Unterstützung, was den Alltag zu bewältigen helfe.

Feuerwehrleute waren am Tag des Brandes so geistesgegenwärtig gewesen und hatten Kundendaten sowie Bestellbücher vor der Zerstörung gerettet. In dieser Beziehung kann die junge Geschäftsfrau zumindest relativ nahtlos an ihre Arbeit anknüpfen. Sie hatte sich zudem darüber Gedanken gemacht, niemanden von ihren Angestellten entlassen zu müssen, da sie weiß: Nicht nur für ihre eigene Familie hängen an dem Geschäft der Arbeitsplatz und die berufliche Existenz.

Spendenkonto bei der Sparkasse: IBAN DE96860554620034920001 BIC SOLADES1DLN Kennwort: Brandkatastrophe Colditzer Straße

Steffi Robak