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Döbeln Nach „Friederike“: Hausbesitzer sollen schnell ihre Gebäude sichern
Region Döbeln Nach „Friederike“: Hausbesitzer sollen schnell ihre Gebäude sichern
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13:03 11.03.2018
DMI-Mitarbeiter Ralph Huhn zeigt die bereits reparierte Unterkonstruktion des Daches vom Verwaltungsgebäude. Quelle: Sven Bartsch
Leisnig

Die Schadenslisten, die die Stadt Leisnig nach Durchzug des Sturms „Friederike“ am vergangenen Donnerstag nun vorliegen hat, sind lang. „Dabei handelt es sich zunächst um eine vorläufige Erfassung. Es wird noch einiges dazu kommen“, erklärte Bürgermeister Tobis Goth (CDU) am Dienstag. Am Donnerstag will er im Technischen Ausschuss ausführlich über die Sturmauswirkungen berichten.

Im Prinzip sind es sogar drei solcher Listen – eine für beschädigte Häuser, eine für Versorgungsleitungen und eine für Straßenbeleuchtungen, die in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Häuser-Liste ist die umfangreichste. Der Schaden mit der gravierendsten Konsequenz: von einer Villa direkt neben dem Schulgelände war Donnerstagnachmittag ein Schornstein umgekracht, der kaputt auf dem Dach liegenblieb und von dem dadurch eine Gefahr ausging. Teile des Daches fielen auch herab. Freitag gab es deshalb keinen Unterricht an Grund- und Oberschule. „Inzwischen ist dort alles gesichert, Montag war wieder normaler Schulbetrieb“, erklärt der Bürgermeister.

Zirka ein Quadratemeter Ziegelfläche vom Stiefelmuseum, Ziegel vom Rathaus, Bleche von der Turnhalle in Clennen, Dachteile von der alten Turnhalle am Apianplatz, Dachpappe vom Altbau der Leisniger Schule, Ziegel von der Kulturscheune Börtewitz und vom Dreiseithof Bockelwitz Nr. 3 – das alles und noch viel mehr hat „Friederike“ heruntergeblasen. Natürlich sind nicht nur öffentliche, sondern auch viele private Gebäude betroffen. Tobias Goth: „Die Johannistal-Kreuzung musste wegen herabstürzender Dachteile sogar gesperrt werden.

Eigentümer zum Handeln aufgefordert

Nach einer Begehung hat die Stadtverwaltung auch schon Schreiben an die Gebäudeeigentümer verschickt, deren Häuser ganz offensichtlich einen Dachschaden davon getragen haben. „Die Dachziegel liegen zum Teil noch in den Schneegittern oder lose auf den Dächern. Davon gehen Gefahren für die Allgemeinheit aus. Wir fordern deshalb in dem Schreiben die Hauseigentümer auf, die Gebäude zeitnah bis zu diesem Donnerstag zu sichern. Kontrollen behalten wir uns vor“, erklärt der Bürgermeister. Mit Stadtwehrleiter Bernd Starke sei zudem abgesprochen, sich besonders neuralgische Punkte einmal von oben, mit Hilfe der Drehleiter, anzuschauen. Damit sind zum Beispiel Gebäuderückseiten oder Hinter- und Nebengebäude gemeint. „Wir wollen einfach bei bestimmten Häusern ein Gefühl dafür bekommen, ob da noch was rutschen oder herabfallen könnte“, sagt Goth.

Auch viele, zum Teil große Bäume sind umgestürzt, unter anderem am Spielplatz in Polkenberg, auf dem Polditzer Friedhof oder im Stadtwald am Johannistal. Eine Gesamtschadenssumme kann Bürgermeister Goth noch nicht nennen. Aber einen Dank will er los werden: „Wir können froh sein, dass wir so tolle, funktionierende Feuerwehren haben. Die Kameraden waren sofort draußen und haben trotz gefährlichem Sturm geholfen, wo sie konnten.“

Mehr als 100 000 Euro Schaden bei DMI

Etliche Unternehmen in Leisnig und Umgebung, vor allem deren Firmengebäude, sind ebenfalls vom Sturm betroffen. Größere Dächer hat es von der Obstlandhalle an der Chemnitzer Straße und vom DMI-Verwaltungsgebäude An der Muldenwiese abgedeckt. Dabei hatte das Dienstleistungsunternehmen für Archivierung doppelt Glück im Unglück. „Es ist niemand zu körperlichem Schaden gekommen. Und da es den Verwaltungsbereich getroffen hat, waren die Ausfallzeiten sehr gering. Deutlich weniger als fünf Prozent der Belegschaft waren stundenweise betroffen. Für unsere Kunden war das mit keinerlei Einschränkungen verbunden. Der Geschäftsbetrieb konnte aufrecht erhalten werden. Auch gibt es keine Lohneinbußen für die Mitarbeiter“, erklärt Bengt Dölitzscher, Betriebsleiter von DMI in Leisnig.

Der Sachschaden ist hingegen beträchtlich und liegt laut Dölitzscher über 100 000 Euro. Bis auf die untere Dachkonstruktion war das flache Dach in den Hof geflogen, teilweise gibt es auch an der Fassade Schäden. Die Statik des Gebäudes ist aber nicht beeinträchtigt und Regenwasser konnte ebenfalls nicht eindringen. Letzteres ist vor allem dem schnellen Handeln der zu Hilfe gerufenen Baufirmen zu verdanken. Dölitzscher: „Die Dachdeckerfirma Weimert und die Mildensteiner Baugilde leisteten vorbildliche Arbeit. Das Dach war in weniger als 48 Stunden wieder dicht.“ Nun werde auf der reparierten Unterkonstruktion zeitnah ein neues Flachdach errichtet.

Weil beim Sturm der Strom ausfiel, profitierte DMI vom Notstromaggregat, dass das Unternehmen nach den Hochwasserereignissen angeschafft hatte. Laut Bürgermeister Tobias Goth denkt man nach den jüngsten Erfahrungen auch bei der Stadt darüber nach, für einzelne, wichtige öffentliche Gebäude solche Notstromer zu kaufen.

Von Olaf Büchel

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