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Döbeln Nach Kita-Desaster: Altes Wendishainer Pfarrhaus erstrahlt in neuem Glanz
Region Döbeln Nach Kita-Desaster: Altes Wendishainer Pfarrhaus erstrahlt in neuem Glanz
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00:18 28.11.2016
Eigentümer Thomas Schmidt (l.) erweckte gemeinsam mit Hausmeister Mirko Kühnert das ehemalige Pfarrhaus in Wendishain zum Leben. Viel Zeit, Geld und Herzblut stecken im jetzigen Denkmal- und Kulturgästehaus. Quelle: Stephanie Helm
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Wendishain

Eigentlich sollte im ehemaligen Pfarrhaus in Wendishain ein Kindergarten entstehen. In freier Trägerschaft, auf Initiative eines Vereins. Weil aus dem Vorhaben nichts wurde (die DAZ berichtete), musste der damalige Vereinsvorsitzende und jetzige Eigentümer Thomas Schmidt umdisponieren. Innerhalb kürzester Zeit hat er aus dem maroden Gebäude wieder ein Schmuckstück gezaubert – ganz im Sinne des Denkmalschutzes. Auch wenn noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sind, strahlt das jetzige Denkmal- und Kulturgästehaus in neuem Glanz. Am ersten Advent haben Bürger die Möglichkeit, vorbei zu schauen. Thomas Schmidt öffnet ab 14 Uhr die Türen und beteiligt sich am Geschehen rund um den Wendishainer Weihnachtsmarkt.

Fördergeld geht Flöten

Zeitsprung – zurück zum Anfang: Das barocke Pfarrhaus zu Wendishain wurde im Zeitraum von 1717 bis 1719 durch und für den damaligen Pastor Christian Ernst Weise erbaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand das Seitengebäude als Schule, später befanden sich darin beispielsweise ein Friseursalon und die Poststelle von Wendishain. 2003 wurde das Gebäude von der Harthaer Grundstücksgemeinschaft Köhler & Köhler gekauft.

Im Jahr 2008 erwarb der Verein „Freier Evangelischer Kindergarten Hallimasch“ aus Geringswalde das Anwesen, um dort einen großzügigen Kindergarten zu errichten. Als freier Träger der öffentlichen Jugendhilfe war der Verein zur Generierung der erforderlichen Investitionsmittel auf das politische Votum der regionalen Kommunen angewiesen. Die Unterstützung wurde dem Verein verwehrt, und das bereits baubehördlich genehmigte Kindergartenprojekt war zerschlagen. Thomas Schmidt, heutiger Eigentümer, hatte als Vereinsvorsitzender gegenüber der zuständigen Hausbank eine persönliche Bürgschaft zu unterzeichnen, welche dann nach Scheitern des Kindergartenprojektes zum Tragen kam. 2011 übernahm er die persönliche und finanzielle Verantwortung für das gescheiterte Projekt und wurde in diesem Zusammenhang Eigentümer der desolaten Immobilie. „Die Alternative wäre der Verkauf gewesen. Doch in dem Zustand wäre da nicht viel bei rum gekommen“, so Schmidt. Er entschied sich, es selbst in die Hand zu nehmen. Sein Mut wurde belohnt.

Gästezimmer sollen im Obergeschoss entstehen

2014 begann er damit, den Dachstuhl zu renovieren und die dortige Schwammbildung zu entfernen. Im selben Atemzug machte er die Fassade. Dann war erstmal Schluss, das Geld war alle. Kleinere Dinge erledigte er nebenbei immer mal wieder mit. Erst dieses Jahr konnte er weitermachen, ein Kredit wurde gegeben. Das komplette Erdgeschoss wurde innerhalb weniger Wochen renoviert. Von seinem Charme hat das Gebäude nichts verloren. Thomas Schmidt, der als Restaurator tätig ist, legte Wert auf wertvolle Materialien und richtete gemeinsam mit seiner Frau Diana Berger-Schmidt die Räume ein.

Bis etwa Juli 2017 soll auch der Ausbau des Obergeschosses abgeschlossen sein und die Ferienwohnungen und Gastzimmer in Nutzung gehen. Erste Buchungen gibt es schon. „Unser Beispiel zeigt, dass nicht jedes alte Haus abgerissen werden muss“, sagt Thomas Schmidt. Gemeinsam mit Hausmeister Mirko Kühnert bildet er ein Gespann, das an einem Strang zieht, um aus dem alten Pfarrhaus wieder etwas ganz besonderes zu machen.

Von Stephanie Helm

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