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Döbeln Nach Wiedereröffnung gibt es noch mehr zu entdecken
Region Döbeln Nach Wiedereröffnung gibt es noch mehr zu entdecken
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00:18 04.06.2017
In der rekonstruierten Schwarzküche kann jetzt wieder über offenem Feuer geköchelt werden. Burgchefin Susann Thiesler (2.v.r.) lässt sich die Grünkernsuppe schmecken.
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Leisnig

In der sogenannten Fürstenstube, dem repräsentativen Saal im ersten Obergeschoss lässt die beeindruckende Kassettendecke nur erahnen, welch Aufwand und Mühen in der Sanierung stecken. Den Saal mit seinem rekonstruierten Renaissance-Kachelofen und dem steinernen Kamin können Brautpaare nun zum Beispiel für standesamtliche Trauungen nutzen. „Wir haben Wert darauf gelegt, dass alles wieder funktionstüchtig ist“, unterstreicht Volker Kylau, Referatsleiter im Sächsischen Staatsministerium, das Anliegen hinter der Sanierung, die das Land Sachsen finanziert hat. Es gehe nicht nur um den Erhalt des kulturellen Erbes, sondern auch darum, es der Öffentlichkeit zugängig zu machen.

Der umfangreiche, sogenannte Bauabschnitt 4 trägt dementsprechend auch zur Komplettierung der Dauerausstellung auf Mildenstein bei. Für die haben die Burgmitarbeiterinnen Wiebke Glöckner, Claudia Fischer und Sandy Rothe in den vergangenen Monaten gewirbelt. Seit etwa einem Jahr laufen die Planungen für die neue Dauerausstellung, die sich mit dem „Hof der jungen Herrschaft“ befasst. Sportlich war die reine Umsetzung: Seit Ende März lief der Aufbau. Was entstanden ist, macht Lust auf mehr und zeigt, dass Burg Mildenstein vor allem Familien mit Kindern als Zielgruppe erreichen möchte. Die können unheimlich viel selbst entdecken und ausprobieren. In der sogenannten Tafelstube direkt neben dem Saal im ersten Obergeschoss dreht sich alles um das Alltagsleben, vor allem auch der Kinder des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen und seiner Frau Margaretha von Österreich. Bis etwa 1450 war Leisnig kurfürstliche Kinderstube und zeitweise Nebenresidenz. Eintauchen in das Leben von damals können Kinder und Erwachsene gleichermaßen auf verschiedenen Wegen: Durch Anfassen, Ausprobieren, Lesen und Schauen – zum Beispiel auf einem großen interaktiven Wimmelbild an der Wand, auf dem man sich Personen am Hof auswählen kann, um dann ihre Aufgabe oder Bedeutung zu erfahren.

Probiert werden können Alltagskleider der Hofbewohner, zum Testen bereit stehen auch Trippen, Schuhe aus Holz und Leder in verschiedenen Größen, mit denen man probieren kann, wie es sich auf mittelalterlichem Hofbelag laufen ließ. Auch das Naschwerk der jungen Fürsten kann verkostet werden – Nüsse und Rosinen gibt es im modernen Spender.

Eine Etage tiefer im Erdgeschoss geht es nicht weniger aufregend zu. Hier erstrahlen die ursprüngliche Hofstube und die große Schwarzküche in authentischem Glanz. Letztere war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Hinterschloss eingebaut und 1844 abgebrochen worden. Vor sechs Jahren wurde die Schwarzküche nach historischen Befunden rekonstruiert und kann nun genutzt werden – zum gemeinsamen Kochen über offenem Feuer und anschließendem gemeinsamen Essen. Zur Wiedereröffnung konnten die Gäste sich an Grünkernsuppe probieren. „Natürlich kann dieser Raum auch gemietet werden – für Geburtstage, verschiedene Veranstaltungen etc.“, hofft die neue Burgchefin Susanne Thiesler auf zukünftig noch mehr Besucher für Burg Mildenstein.

Jörg Nollau, Technischer Leiter, ist da ganz bei ihr. Er wartet jetzt noch darauf, dass mit der Sanierung des Pagenhauses, der letzte Teil des Hinterschlosses und Bauabschnitt 4, begonnen werden kann. Ist das geschafft – die Maßnahme ist bestätigt, jetzt muss noch das Geld abgerufen werden – ist Burg Mildenstein komplett saniert.

Denn in den nächsten Tagen soll auch der Startschuss für die Brunnensanierung auf dem Burghof fallen. Bereits im vergangenen Jahr sind dafür die Vorkehrungen getroffen, ist der alte Brunnen freigelegt, die Ziegelausmauerung untersucht worden. „Ein Aufmauern ist möglich“, erklärt Nollau und hofft, dass man in diesem Jahr noch fertig mit dem Brunnen wird.

Von Manuela Engelmann

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