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Döbeln Nach tödlichem Unfall: Jugendstrafe für Striegistaler
Region Döbeln Nach tödlichem Unfall: Jugendstrafe für Striegistaler
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18:23 23.01.2012
Striegistal/ Freiberg

Striegistal/ Freiberg. Wegen fahrlässiger Tötung verurteilte gestern das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Freiberg einen 21-jährigen Striegistaler nach Jugendstrafrecht zu diversen Auflagen. 300 Euro muss der Mann an die Trauerhilfe der Diakonie zahlen und außerdem für die Verfahrenskosten gerade stehen. Zudem muss er ein Fahrtraining bei der Verkehrswacht absolvieren. Mit diesem Urteil blieb das Gericht im unteren Teil des Strafrahmens, der bis zu fünf Jahren Gefängnis reicht. Ein Pullover verfängt sich in den Speichen eines Fahrrades, bringt dessen Fahrer zu Fall. Ein Motorradfahrer stürzt über das Rad auf der Straße und stirbt an den Unfallfolgen. So lautet die Kurzform des tragischen Unfalls, der sich am 4. November 2010 um 20.20 Uhr auf der Bundesstraße 173 zwischen Flöha und Oederan ereignet hatte - und der einen dreifachen Vater das Leben kostete. Zwei Prozess-Tage beschäftigte sich das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Petra Strack mit dem Fall. "Sie sind auf Grund eines Fahrfehlers gestürzt, der Pullover hatte sich ganz fest in den Speichen im Rad verfangen", sagte die Richterin. Sie stellte jedoch beim tödlich verunglückten Kradfahrer ein "überwiegendes und erhebliches Mitverschulden" fest. Nach Aussagen des Gutachters Siegmar Paulus ist dieser mit einer Geschwindigkeit zwischen 78 und 92 Kilometer pro Stunde gefahren. Die Scheinwerfer leuchteten ein Sichtfeld von etwa 25 Metern aus. Nur wenn der Mann 37 Kilometer pro Stunde gefahren wäre, hätte er die Kollision mit dem auf der Straße liegenden Fahrrad vermeiden können. Der Striegistaler Radler hatte sich nach dem Sturz zum Fahrbahnrand begeben, wo ein Autofahrer erste Hilfe leistete. Zu den Rettungssanitätern und der Polizei sagte er später, er habe sich seinen Pullover während der Fahrt angezogen, dabei hätte sich dieser im Rad verfangen und zum Sturz geführt. Rechtsanwalt André Schuster verbat sich jedoch, dass das Gericht diese Zeugenaussagen verwertet. Für Rettungssanitäter gilt eigentlich die Schweigepflicht und der Polizist hatte Schusters Mandanten bei der Befragung im Rettungswagen nicht über seine Rechte als Beschuldigter belehrt. "Wie mein Mandant letztlich gestürzt ist, ob der ominöse Pullover wirklich eine Rolle spielte, können wir heute nicht mehr klären", sagte Schuster und beantragte Freispruch. Staatsanwalt Thomas Fischer sah das naturgemäß anders: "Eine kleine Pflichtverletzung zog große Folgen nach sich, den Tod eines Menschen", so der Anklagevertreter, der eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu zehn Euro forderte. Staatsanwalt Fischer sah die Zeugenaussagen der Sanitäter und des Polizisten ebenfalls als problematisch an. Das tat letztlich auch das Gericht. Da sich aber der Autofahrer als Zeuge an den Pullover in den Speichen erinnern konnte, stand die Schuld des Angeklagten fest. Dirk Wurzel

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