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Döbeln Nach tödlichem Unfall in Rossau: Gericht senkt Strafe für Lkw-Fahrerin
Region Döbeln Nach tödlichem Unfall in Rossau: Gericht senkt Strafe für Lkw-Fahrerin
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Dieser Unfall mit drei Toten auf dem Parkplatz Rossauer Wald beschäftigte am Montag das Amtsgericht Döbeln. Quelle: dpa
Rossau/Döbeln

Zwei Autofahrer müssen aufs Klo. Am Ende sind drei Menschen tot und einer schwer verletzt. So stellte sich der Unfall auf dem Parkplatz Rossauer Wald am Montag im Amtsgericht Döbeln in Kurzform dar. Dort wehrte sich eine Lasterwagenfahrerin gegen die Höhe ihrer Strafe. Die hatte das Gericht im Strafbefehl mit 130 Tagessätzen zu 20 Euro festgelegt.

Mit 120 Sachen unter den Auflieger

Ein Bild der Verwüstung bot diese Unfallstelle. In den frühen Morgenstunden des 29. Juni vergangenen Jahres raste ein Opel-Vectra auf dem Parkplatz Rossauer Wald an der Autobahn 4 in Richtung Dresden mit vollem Karacho unter einen Sattelauflieger. Mindestens 120 Kilometer pro Stunde habe er draufgehabt, sagt der Gutachter. Die Wucht des Aufpralls fetzte das Dach des Pkw ab, in dem vier Menschen saßen. Drei davon sind tot.

Strafe für falsch parkende Truckerin zu hoch

Den polnischen Fahrer des Opel hatte das Amtsgericht Döbeln bereits im Dezember wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen zu anderthalb Jahren Haft mit Bewährung verurteilt. Der 47-Jährige musste dringend austreten und hatte deswegen den Parkplatz angesteuert. Aus dem selben Grund hatte die 34-jährige Deutsche mit ihrem Scania-Sattelzug gehalten. „Gegen 4 Uhr morgens stellte sie den Sattelzug entgegen Paragraf 12 ab“, trug Staatsanwältin Angelika Rickert aus der Anklage vor. Sie schilderte dem Gericht dann in ihrem Schlussvortrag, weshalb die 130 Tagessätze aus dem Strafbefehl zu viel sind für fahrlässige Tötung in drei Fällen und fahrlässige Körperverletzung. Der Fahrer des Opel hatte sich bei dem Unfall schwer verletzt.

Pkw-Fahrer trägt Hauptschuld am Unfall

„Die Angeklagte hätte höchstens eine halbe Stunde dort gestanden. Andere Lkw-Fahrer stehen die ganze Nacht falsch“, sagte die Staatsanwältin. Sie sah bei der Lkw-Fahrerin kein aktives Verschulden. Außerdem hatte sie den Laster beleuchtet. „Im Grunde hatte sie alles getan, um das zu verhindern, was schließlich passiert ist“, sagte die Staatsanwältin. Den größeren Anteil der Schuld am Tod der drei Mitfahrer hatte der Pole am Steuer des Opel-Vectra. „Selbst ohne Laster in der Zufahrt wäre er verunglückt“, sagte Angelika Rickert. Sie forderte, die Zahl der Tagessätze der Geldstrafe auf 90 zu senken.

Mandantin leidet unter Folgen der Tat

Das war auch das Ziel des Verteidigers der Lkw-Fahrerin. „Meine Mandantin war fix und fertig nach dem Unfall, ist heute noch in psychologischer Behandlung. Es ist niemandem gedient, sie mit einer Strafe zu belegen, die im Führungszeugnis steht“, sagte Rechtsanwalt Peter Helkenberg. Das wäre bei 130 Tagessätzen der Fall gewesen. Landläufig gilt jemand erst ab dem 91. Tagessatz als vorbestraft. Richter Janko Ehrlich verurteilte die Frau schließlich zu 90 Tagessätzen. „Sie hat zwar ohne Not dort gestanden. Aber durch die Beschränkung des Einspruchs auf die Rechtsfolgen hat sie die Tat gestanden. Das ist positiv zu werten, wie auch die Tatsache, dass der Lkw beleuchtet war. Mildernd wirkt sich zudem das erhebliche Mitverschulden des Pkw-Fahrers aus“, begründete Richter Ehrlich das Urteil. Es ist rechtskräftig.

Fahrerlaubnis bleibt

Die Lastwagenfahrerin war nicht persönlich im Amtsgericht erschienen. Ihre Fahrerlaubnis bleibt ihr erhalten. Laut ihrem Anwalt hat sie seit dem tragischen Unglück nicht mehr am Steuer eines Lasters gesessen.

Von Dirk Wurzel

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