Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Nasse Füße bald trocken
Region Döbeln Nasse Füße bald trocken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:17 27.09.2013
Hoffnung für die Anwohner am Mühlgraben: Abwasserverband und Talsperrenbehörde arbeiten an der Lösung des Überschwemmungs-Problems. Quelle: Wolfgang Sens

Bäche, die durch Rohre fließen - das vermutet Gerd Jermies als einen Umstand, der das Überschwemmungsübel an der Straße Am Mühlgraben verschärft. Denn die spannende Frage ist: Woher kommt das viele Wasser? Am Mühlgraben/Ecke Brunnengasse wohnt unter anderem Dieter Wohlfart. Mehrere Male hatte er seit der Juniflut die Brühe auf dem Hof und im Keller. Vor seinem Haus ist ein kleiner Parkplatz. "Manche trauen sich bei Regen gar nicht mehr ihre Autos hier abzustellen, haben Angst, dass sie überschwemmt werden", sagte Dieter Wohlfahrt damals zur DAZ. Gerd Jeremies wiederum erkundet in seiner Freizeit die Gegend um Döbeln und schaut besonders auf die Topografie, etwa auf Geländeeinschnitte, die ehemalige Bachtäler gewesen sein könnten. Anhand vieler Fotos kann er dies veranschaulichen. Jetzt fließen die kleinen Gewässer anscheinend unterirdisch in Rohren, so Gerd Jeremies. Vor Dieter Wohlfarts Haus jedenfalls ist ein Sammelschacht, in den ein Rohr mündet, aus dem eigentlich nur Regenwasser laufen sollte. Aber es führt auch in trockenen Zeiten Wasser. Möglich, dass das "Sörmitzer Wasser" dafür mitverantwortlich ist, findet Gerd Jeremies. Auf "Sörmitzer Wasser" hat er einen Bach getauft, der mittlerweile unter der Erde in Rohren fließen muss und der aus Richtung des Wohngebietes "Sörmnitzer Au" kommen könnte. Der Mix aus permanentem Fluss, mehr versiegelter Fläche und extremen Regenereignissen könnte für die nasse Malaise verantwortlich sein.

Inzwischen hat sich auch der Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahnatal mit dem Problem vertraut gemacht und Lösungen ausgearbeitet. Dessen Geschäftsführer Hans-Jürgen Gemkow sieht die Ursache des ständig fließenden Wassers in Regenwasserkanälen aber woanders: "Es heißt nicht umsonst Brunnengasse", sagt er. Im Hang gibt es demnach etliche Quellen, die die damaligen Bewohner des Viertels in Kanäle gezwängt haben, um das Gelände trocken zu legen. "Unsere Altvorderen wussten sich nicht anders zu helfen", sagt Hans-Jürgen Gemkow. Jetzt gehe es darum, den Anwohnern zu helfen. Das will der AZV gemeinsam mit der LTV tun. Und das Problem und dessen Lösung demnächst mit den betroffenen Anwohnern besprechen. "Wir müssen uns um unsere Kanäle kümmern und den Schacht an der Am Mühlgraben/Ecke Brunnengasse in Ordnung bringen", sagt der AZV-Geschäftsführer. Die LTV müsse dafür sorgen, dass die Flutschutzmauer Am Mühlgraben nicht als Staumauer für das Hangwasser wirkt.

Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Pünktlich zum ersten Start um 9 Uhr hob sich gestern Morgen der Nebel über der Regattastrecke in Westewitz am Spitzsteinufer - wie ein Vorhang - um die Sicht frei zu machen für den ersten Akt zum großen Drachenbootwochenende des ESV Lok Döbeln, das wegen des Junihochwassers auf Ende September verschoben werden musste.

27.09.2013

50 Millionen Euro sind nichts, was man mit der Post verschickt. Weswegen Vertreter der Sächsischen Staatsregierung dieser Tage persönlich in alle Himmelsrichtungen des Freistaates aufbrechen, um die Bewilligungsbescheide über Fördermittel für den Wiederaufbau in betroffenen Kommunen der Flutgebiete persönlich - und vor allem medial begleitet - zu überreichen.

26.09.2013

Die Sanierung der Grundschule Döbeln-Ost soll dringend auf die Tagesordnung des Döbelner Stadtrates gesetzt werden. Ein entsprechender Antrag von zehn Stadträten wurde gestern Abend nicht öffentlich im Hauptausschuss behandelt.

26.09.2013
Anzeige