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Döbeln Nebenbuhler in Döbeln verprügelt – Schläger soll für acht Monate ins Gefängnis
Region Döbeln Nebenbuhler in Döbeln verprügelt – Schläger soll für acht Monate ins Gefängnis
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18:54 04.07.2016
Von einem Berg an Anklagen blieb in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln nicht mal ein kleiner Hügel übrig. Letztlich verurteilte das Schöffengericht einen Mann (23) wegen Körperverletzung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Schwarzfahrens zu acht Monaten Haft. Eine Frau (26) darf wegen eines Ladendiebstahls einen Monat länger im Gefängnis bleiben. Quelle: Archiv
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Döbeln

Sieben Anklagen, drei Angeklagte, über ein Dutzend Zeugen – jede Menge Holz also für das Schöffengericht und dessen Vorsitzende Richterin Karin Fahlberg. Über fünf Stunden dauerte diese Hauptverhandlung.

Und am Ende galt: „Der Berg kreißte und gebar eine Maus.“ Weil nämlich von den Anklagepunkten nichts übrig blieb, die das Kraut hätten richtig fett machen können: Räuberische Erpressung zum Beispiel, Mindeststrafe ein Jahr Haft. Oder zweimal Wohnungseinbruchsdiebstahl, Mindeststrafe: sechs Monate Haft. Was aber nicht an Gericht oder Staatsanwaltschaft lag, sondern einfach an den Aussagen der Zeugen und der Tatsache, dass diese Geschichten im kleinkriminellen Milieu spielen. „Ich habe meine Zweifel, dass manche von den hier vernommenen Zeugen die Wahrheit gesagt haben. Vielleicht sind sie bedroht worden oder handeln aus Ganovenehre so, dass man bestimmte Dinge eben unter sich klärt“, sollte es Staatsanwalt Detlef Zehrfeld treffend umschreiben. Aus Jahren wurden so am Ende Monate. Ein 23-Jähriger Döbelner muss für acht Monate hinter Gitter. Er hatte den Mann geschlagen, der zwischenzeitlich mit seiner Freundin zusammen war. Und war außerdem zweimal schwarz mit dem Zug von Döbeln nach Waldheim gefahren. Schaden: 6,60 Euro. Dann fuhr er noch mit dem Auto seiner Freundin, hatte aber keine Fahrerlaubnis. Körperverletzung, Leistungserschleichung, Fahren ohne Fahrerlaubnis lautete denn der Schuldspruch für den jungen Mann, der unter anderem wegen Raub und Körperverletzung dreieinhalb Jahre seines Lebens im Jugendgefängnis verbracht hatte.

Anklage fällt hinten runter

„Bewährung ja oder nein? Das ist schwierig, gerade wenn man einen so jungen Menschen vor sich sitzen hat. Das überlegt man sich zweimal. Wir haben aber hier keine anderen Perspektiven und Optionen, als jetzt zu sagen: Feierabend, Schluss“, sagte Richterin Fahlberg, als sie das Urteil für den 23-Jährigen begründete. Der hatte angegeben, dass ihn der Geschädigte beleidigt habe. Außerdem führte er aus, dass er eine Arbeit habe. Ob er die antreten könne, hinge vom Ausgang des Verfahrens ab. Auch um psychologische Hilfe für seine Aggressionen will er sich bemüht haben. „Das kommt aber zu einem Zeitpunkt, wo es auf uns keinen Eindruck macht“, so Richterin Fahlberg. Das Gericht hatte zudem im Einvernehmen mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung zwei Anklagepunkte fallen lassen: Einen Wohnungseinbruchsdiebstahl und die räuberische Erpressung. Eine weitere Anklage fiel ebenfalls hinten runter, weil die zu erwartende Strafe dafür mit Blick auf das, was für den Rest rausgekommen wäre, nicht beträchtlich ins Gewicht gefallen wäre. Die mutmaßliche Geschädigte ist die Freundin des jungen Mannes. Er soll sie verprügelt haben und ihr ein Kissen auf das Gesicht gedrückt haben. Er sprach von einem Streit und wechselseitigen Schlägen. Sie bestätigte das im Gericht, obwohl sie bei der Polizei noch etwas ganz anderes ausgesagt hatte.

Noch einen Monat drauf

Ein Monat Haft bekam die vielfach vorbestrafte 26-Jährige Angeklagte, die Justizbeamte aus der JVA Chemnitz vorführten. Dort sitzt sie unter anderem wegen Diebstahls, Drogendelikten einem Verstoß gegen das Waffengesetz und hat noch ein paar Jahre vor sich. Auch ihre Anklage hatte sich verschlankt. Von den vielen Tatvorwürfen war nur der Diebstahl einer Flasche Parfüm für rund 22 Euro im Döbelner Rossmann übrig geblieben, den sie einräumte und für den sie das Schöffengericht verurteilte. Den dritten Angeklagten, er soll bei der räuberischen Erpressung dabei gewesen sein, sprach das Gericht frei.

Von Dirk Wurzel

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