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Döbeln Nein zum Jahnaer Gnadenhof
Region Döbeln Nein zum Jahnaer Gnadenhof
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00:33 17.03.2018
Tierheimmitarbeiterin Yvonne Jasinski sollte auf den Jahnaer Hof ziehen, hatte schon fleißig beim entrümpeln geholfen. Quelle: Sven Bartsch
Ostrau

Das Tierheim Ostrau stand als neuer Nutzer bereit, will die Entscheidung aber nicht einfach hinnehmen. „Wir werden das mit unserer Rechtsabteilung besprechen. Da ist schon so viel angeschoben worden, das werden wir nicht einfach aufgeben“, sagte Tierheimleiterin Marlies Przybilla kurz nach der Sitzung, bei der sie als Gast anwesend war.

Erfreut zeigte sich dagegen Peer Leithold. Der direkte Nachbar des Hundegnadenhofs hatte schon während der Einwohnerversammlung in Jahna im Februar leidenschaftlich gegen eine weitere Nutzung des seit acht Jahren illegal betriebenen Gnadenhofs gestritten. In der Ratssitzung legte er nach. „Ich wünsche niemandem, in so einer Nachbarschaft leben zu müssen“, sagte er. Und: „Ich könnte unter diesen Umständen niemandem empfehlen, in Jahna ein Haus zu bauen.“ Zudem hob er darauf ab, dass der Gnadenhof der Gemeinde weder neue Arbeitsplätze noch höhere Steuereinnahmen oder eine höhere Lebensqualität beschere und forderte die Räte auf, gegen das Vorhaben zu stimmen.

Auch einige Gemeinderäte äußerten Unverständnis für das Vorhaben. „Mir kommt es irre vor, wie wir uns jahrelang von den Bürgern anhören, dass der Hof raus soll und wir jetzt ohne Bedenken einen neuen Betreiber hineinlassen“, sagte Katrin Leipacher.

„Wie sollen die Ruhezeiten eingehalten werden? Das sind Hunde. In Delmschütz war am Wochenende die Hölle los. Erst sind wir ewig dagegen und jetzt dafür, nur weil es das Tierheim ist“, meinte Andreas Paas mit Hinweis auf den erneut offenbar illegal gestarteten Gnadenhofbetrieb in Delmschütz. „Wenn ich dort wohnen würde, wäre ich strikt dagegen. Wenn ein Hund bellt, bellen alle mit“, sagte Hans-Jürgen Ritschel.

Der Jahnaer Gemeinderat Ralf Vogt, der als einziges Ratsmitglied bei der Einwohnerversammlung dabei gewesen war, sah die Sache differenziert. „Der beste Zustand ist jetzt erreicht: Es ist kein Hund da und Ruhe. Die ganze Diskussion in Jahna drückt die Hoffnung der Anwohner aus, dass die Ruhe auch mit dem neuen Nutzer gewahrt bleibt. Die Tierheimmitarbeiter sind Leute aus unserer Mitte. Die lassen eher mit sich reden als Leute die man nicht kennt“, sagte er und kündigte an, mit seiner Stimme dem Votum der Anwohner (25:5 für den Betrieb durch das Tierheim) zu folgen.

Auch Marlies Przybilla erhielt in der Diskussion das Wort. Sie zeigte Verständnis für die Skepsis der Jahnaer, betonte aber auch, dass es dem Einsatz des Tierheims zu verdanken sei, dass der Hof nun geräumt ist. Die angestrebte Nutzung sei zudem kein Tierheimbetrieb, sondern eher so etwas wie ein Seniorenheim für alte Hunde. „In Ostrau sind diese Tiere nicht gut untergebracht. Da ist immer Publikumsverkehr und abends ist keiner mehr da. Das wäre in Jahna nicht so. Hier wären wir immer ansprechbar“, sagte sie.

Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) wies noch einmal darauf hin, dass der Grundbesitzer unbedingt einen Hundegnadenhof auf seinem Grundstück einrichten wolle - notfalls auch mit einem fremden Betreiber. „Die Tierschutzliga saß schon bei uns am Tisch. Sie sprachen von 30 bis 40 Hunden. Und die Chance dafür ist im Außenbereich eines Ortes gut“, sagte er.

Doch dies drang nicht mehr durch. Auch eine Reduzierung der Hundezahl fand keinen Eingang mehr in den Beschlussvorschlag. Deutlich lehnten die Räte das Ansinnen ab. Die letzte Entscheidung liegt nun beim Landratsamt, mit dem die Lösung, dass nur das Tierheim Betreiber sein darf, ausgearbeitet wurde. Wird kein rechtlicher Hinderungsgrund am Tierheimbetrieb gefunden, könnte die Behörde das Ostrauer Votum überstimmen. Allerdings dürfte dieses bei der Entscheidung schwer wiegen. Ausgang offen.

Von Sebastian Fink

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