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Neudorfer Blitzer schießt jetzt scharf

Neudorfer Blitzer schießt jetzt scharf

Seit gestern Mittag, 12 Uhr, sind die beiden Starenkästen an der Bundesstraße 169 in Neudorf scharf. Schon jetzt ist deutlich zu sehen, wie die modernen Edelstahlsäulen auf beiden Seiten der Fahrbahn die Fahrzeuge bremsen.

Döbeln/Neudorf.

 

 

 

 

Das sächsische Eichamt hatte die beiden Blitzer gestern mit einer speziellen Software geeicht. Anschließend schulte Michael Fischer, Außendienstmitarbeiter der Jenoptik AG, die Mitarbeiter der Bußgeldstelle im Döbelner Rathaus.

TrafiTower heißt die Technik, die sich die Stadt nach einer Ausschreibung im letzten Jahr zulegte. Zwischen 100 000 und 120 000 Euro kosten solche Anlagen. Die Stadt wählte aber ein Finanzierungsmodell. Von jedem auswertbaren Foto bekommt Jenoptik eine Pauschale. Jedes geschossene Bild eines Temposünders wird sofort per UMTS an den Sicherheitsserver der Jenoptik weiter geleitet. Als auswertbare Datenpakete kommen die Bilder dann zur Döbelner Bußgeldstelle, wo sie ausgewertet und liebevoll als Brief an die Temposünder verschickt werden.

Die Stelle für die beiden Blitzer in beiden Fahrtrichtungen ist mit Bedacht gewählt. Die Bundesstraße 169 teilt den Ortsteil Neudorf. An der Kreuzung gehen die Straße nach Neudorf, nach Ebersbach und in Richtung Döbeln-Geyersberg ab. Zudem müssen die Neudorfer und vor allem die Schulkinder unter ihnen hier die stark befahrene Bundesstraße auf dem Weg zur Bushaltestelle überqueren. Eine Fußgängerinsel befindet sich auf der Fahrbahn. "Wir haben hier mit dem mobilen Geschwindigkeitsmessgerät Probemessungen gemacht. Vom bloßen Hinsehen ist uns hier oft Angst geworden. An die 70 Kilometer pro Stunde Geschwindigkeitsbegrenzung hielt sich kaum einer", sagt Toni Gebler vom Döbelner Ordnungsamt. Auch die Einwohner von Neudorf hatten sich an die frühere Gemeinde Ebersbach und später an die Stadt Döbeln gewandt, mit der Bitte, etwas für die Sicherheit der Fußgänger und auch der Radfahrer zu tun. Denn bis 2016 soll an dieser Stelle auch noch ein Radweg von Döbeln entlang der S32 Richtung Waldheim die Bundesstraße 169 queren. Im Moment rollen in Neudorf pro Tag 20 000 Fahrzeuge über die B169. Auf 70 Kilometer pro Stunde ist an der Kreuzung die Geschwindigkeit begrenzt. Lkw dürfen sogar nur 60 fahren. "Es ist doch ein Unterschied, ob ein Fahrzeug eine Tonne wiegt und 70 fährt oder ob es 40 Tonnen sind", sagt Michael Fischer von Jenoptik. Die beiden neuen Blitzer und der Zusatzblitzer für dunklere Stunden können übrigens Pkw und Lkw unterscheiden. Für beide sind unterschiedliche Geschwindigkeitstoleranzen eingestellt.

 

 

Blitzer in Zahlen: Im vergangenen Jahr blitzte die Stadt 2692 Autofahrer, davon lagen 323 im Bußgeldbereich. Sieben Autofahrer wurden zeitweise zu Fußgängern. Das höchstes Bußgeld betrug 480 Euro für 50 km/h Überschreitung in der 70er Zone B175/Gake/Abzweig Oberranschütz. Dank Blitztechnik nahm die Stadt 2012 knapp 66 000 Euro ein.

Die Döbelner Blitzer-Hitliste führte 2012 Neudorf an der B169 gemeinsam mit der 70er Zone am Abzweig bei Reifen Meng an. 2. Abzweig Oberranschütz/B175 (Gake, 70 km/h.) 3. Chausseehaus/ B175 (50 km/h wegen Bushaltestellen und fehlendem Gehweg). 4. Leipziger Straße stadteinwärts gerade 50er Strecke Richtung Esso-Tankstelle. 5. Bahnhofstraße/Kunzemannstraße (Schulweg Kunzemann-Grundschule) und der Muldenterrasse (Schulweg Schulzentrum Am Holländer, 30 km/h). 6. Roßweiner Siedlung (50 km/h). 7. Straße des Friedens am Gymnasium (30 km/h).

 

 

 

Anita Naumann aus Neudorf bemerkt seit Tagen, wie der Blitzer die Fahrzeuge bremst. "Das haben wir uns schon lange gewünscht. Für Fußgänger war das Überqueren der Bundesstraße bisher kreuzgefährlich."

Anwohner Rene Baier hat selbst zwei Kinder, die täglich die Bundesstraße auf dem Weg zum Schulbus passieren müssen. "Ich freue mich, dass wir Bürger hier etwas erreicht haben. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, es bringt vor allem den Kindern und Älteren etwas mehr Sicherheit." Der Blitzer hätte seiner Meinung nach aber ruhig noch etwas näher an der Fußgängerinsel stehen dürfen.

Thomas Sparrer

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