Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Neue App zeigt NS-Zeit in Muldestadt: Döbelns Geschichte für die Hosentasche
Region Döbeln Neue App zeigt NS-Zeit in Muldestadt: Döbelns Geschichte für die Hosentasche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:38 04.04.2016
So sieht der Startbildschirm der neuen App aus, die im Google Play Store seit Sonnabend und im App Store von Apple ab Montag kostenlos heruntergeladen werden kann. Quelle: Treibhausverein Döbeln
Anzeige
Döbeln

Auf der Internetseite des Döbelner Treibhausvereins ist die Geschichte der Stadt in der NS-Zeit bereits ausführlich nachzulesen. Doch was, wenn man beim Rundgang durch die Stadt auf historische Gebäude oder Stolpersteine trifft. Langes Herumscrollen auf der Webseite über den kleinen Handy-Bildschirm macht da wenig Spaß.

Dass dachte sich auch die Arbeitsgemeinschaft Geschichte innerhalb des Vereins und kam auf die Idee: Eine nutzerfreundliche Handyapplikation – kurz App – muss her. Das war 2014. Vom Förderprogramm Lokaler Aktionsplan finanziert und von der Chemnitzer Firma Digenio umgesetzt, dauerte es mehr als ein Jahr, bis die App „Döbeln im NS“ nun endlich fertig war und am Sonnabend beim Tag der offenen Tür im Vereinshaus an der Bahnhofstraße vorgestellt werden konnte. „Man denkt erst gar nicht, was das für ein Aufwand ist, die ganzen Texte zu schreiben, einzusprechen und das alles nebenbei“, sagte die Vereinsvorsitzende Judith-Sophie Schilling, die selbst am Projekt mitgearbeitet hat.

Nach dem Herunterladen stehen dem Geschichtsinteressierten 18 Texte zu historischen Orten, Gebäuden und Geschichten zur Verfügung, zusammengestellt von Sophie Spitzner, Stephan Conrad, Adrian Zschidrich sowie Judith-Sophie Schilling und ihrer Schwester Laura. Der Vorteil der App ist die Vielfältigkeit für den Nutzer. „Zum Beispiel, wenn ich vor dem Rathaus stehe, dann kann ich den Text selbst lesen, ihn mir vorlesen lassen oder durch die Bildergalerie schauen“, erklärt Schilling.

Im Tonstudio von Vereinsmitglied Ronny Lienkämper haben die Heimatforscher jeweils drei bis vier Texte eingesprochen – nicht immer ganz einfach. „Wir haben uns entweder früh um 7 vor der Arbeit oder abends um 7 danach getroffen. Da braucht man je nach Tagesform zwei Aufnahmen oder sechs bis sieben“, sagt Judith-Sophie Schilling und lacht.

Bislang ist die App als Rundumschlag für Döbeln in der NS-Zeit konzipiert. Verschiedene Themen von Zwangsarbeit über Judenverfolgung bis Rüstungsproduktion sind zu finden. Längst haben die Macher Ideen für die Erweiterung im Kopf. So soll die App den Nutzer künftig auch per Stadtkarte zu den nächstgelegenen Erinnerungsorten führen oder sogar feste Routen für einen Rundgang vorschlagen.

Damit soll vor allem jüngeres Publikum angesprochen werden. „Ältere Interessierte kommen zu unseren Rundgängen. Die App ist ein niedrigschwelliges Angebot für die jüngere Generation, Geschichte zu präsentieren“, sagt Schilling. Mit dem Döbelner Lessing-Gymnasium und der Oberschule Waldheim arbeitet der Verein schon zusammen. Im mai sollen auch Schüler des Berufsschulzentrums Döbeln einen ersten Rundgang machen. Mit der App ist man dabei künftig bestens informiert.

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wenn das Ostrauer Tierheim Wiesengrund am 21. Mai seinen 25. Geburtstag feiert, soll auch das Rahmenprogramm tierisch werden. Auf dem Auterwitzer Hof Lebensart entwarf Theaterpädagogin Jacqueline Ziegeler-Jentzsch daher mit 16 Kindern in der Osterferienwoche eine moderne Variante der Bremer Stadtmusikanten.

04.04.2016

Eigentlich frieren Pflanzkübel und Bäume ja nicht, so dass man sie mit langen Schals umwickeln müsste. Die Döbelner tun das aber trotzdem und verschaffen ihrer Stadt so ein farbenfrisches Antlitz. Viele fleißige Hände haben dafür gestrickt, gehäkelt und genäht.

01.04.2016

Der Augustinerplatz wurde am Freitag zum Schauplatz eines Verbrechens. Ein unbekannter Täter hat einer Seniorin die Stofftasche entrissen und ist unerkannt geflohen. Die Polizei sucht jetzt Zeugen dieser Straftat.

01.04.2016
Anzeige