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Döbeln Neue Blicke in Mochaus Gedächtnis
Region Döbeln Neue Blicke in Mochaus Gedächtnis
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20:00 01.03.2016
Schnee schippen für den Saisonstart: Regina Bonk am Dienstag vor dem Küsterhaus in Mochau. Quelle: Sven Bartsch
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Mochau

„Ich bin ganz stolz auf das Bild. Hinten drauf steht ,S is Feierabend’, das passt genau hier rein“, freut sich Regina Bonk beim Betreten des neu gestalteten Raums im Stil der 1920er Jahre im Erdgeschoss des Küsterhauses über ein altes Bauerngemälde. Hier findet sich im Kleinen das ganze Konzept des rund 300 Jahre alten Fachwerkhauses wieder, das die heute 76-Jährige und viele Helfer aus Kirche und ehemaliger Gemeinde Mochau wieder hergerichtet haben: An der Wand steht ein Klavier aus der Kirche, in der Mitte ein Esstisch mit Stühlen, die eine Besucherin mitgebracht hat und gegenüber der Verwaltungsschrank der früheren Gemeinde Theeschütz von etwa 1900. Zwei Kommoden hat die Gemeinde Mochau letztes Jahr noch gespendet. „Jeder will sich hier im Küsterhaus mit seiner Ortschaft verewigen. Da kommen die Leute und fragen, haben Sie nicht etwas von Lüttewitz? Da sage ich, da müssen Sie mir etwas zutragen“, sagt Regina Bonk und zuckt lachend mit den Schultern.

Erst zum Weihnachtsmarkt 2015 ist der Raum mit den seltenen Spulholzdecken eingeweiht worden. Noch fehlen ein paar Gefallenentafeln aus Präbschütz an der Wand, die Bonk noch anbringen lassen will, dann ist alles fertig. Am Sonntag wird das Haus aus dem Winterschlaf geweckt. Von 14 bis 18 Uhr sind die ersten Besucher des Jahres willkommen. Dafür hat Regina Bonk mit Hilfe der Nachbarn gestern schon fleißig Schnee geschippt.

Im Haus selbst ist schon alles pico bello. Man spürt, dass sie in den letzten elf Jahren ihre ganze Kraft und viel Herzblut in den beinahe verlorenen Bau gesteckt hat. „Der Pfarrer wollte das Haus 2005 abreißen lassen“, erzählt Bonk. Das Nebengelass des ursprünglichen Pfarrgutes war eine Ruine, sagt sie. Nur die Dachdeckerarbeiten des früheren Diakons Michael Richter 1989 haben es überhaupt in einem sanierungsfähigen Zustand gehalten. Doch weil es eine Wohnung über den Stallungen im Erdgeschoss gab und Regina Bonk sich sehr für den Erhalt der Heimatgeschichte interessiert, setzte sie die Idee einer Heimatstube in die Tat um. Daraus ist inzwischen ein ausgewachsenes Museum geworden. „Das hätte ich nie gedacht. Eine kleine Heimatstube ja – aber gleich so groß?“, fragt sie ungläubig, als ob sie nicht dabei gewesen wäre, als aus der Ruine wieder ein schickes Häuschen wurde.

Gewiss aus jedem Ortsteil der früheren Gemeinde Mochau wie aus der Lommatzscher Pflege hat Regina Bonk etwas im Repertoire. Ob alte Klassenbücher aus der Mochauer Schule, Brigadetagebücher aus den Partnerbetrieben des Kindergartens oder Interieur aus der Sommerkirche. Bis Oktober können diese Schätze an jedem ersten Sonntag des Monats bewundert werden.

Von Sebastian Fink

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