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Döbeln Neue Eigentümer setzen auf regionales Netzwerk
Region Döbeln Neue Eigentümer setzen auf regionales Netzwerk
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17:16 29.10.2018
Geschäftsführer Andreas Gerth (2.v.r.) und Gesellschafter Karsten Stein (r.) erklären den Sparkassenvorständen Thomas Gogolla (2.v.l.) und Uwe Krahl (3.v.r.), Firmenkundenbetreuer Mike Dietrich (l.) sowie Sven Liebhauser (3.v.l.) den Betrieb. Quelle: Bartsch
Döbeln

Ein gelungenes Beispiel der Unternehmensnachfolge sahen sich am Dienstag der Döbelner CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser und die beiden Vorstände der Kreissparkasse Döbeln, Uwe Krahl und Thomas Gogolla, bei der Stahlbau Lüttewitz GmbH an.

Vor zwei Jahren hatten die Familieneigentümer des Traditionsunternehmens eine Firmennachfolge gesucht und in der Berliner SME Industrie Beteiligungen einen Partner und Käufer gefunden. Das auf kleine und mittelständige Unternehmen spezialisierte Beteiligungsunternehmen hat bereits in der Region Eilenburg und Grimma im Bereich Isolierglas, Fenster- und Türenbau Beteiligungen, die wie auch in Döbeln regional vernetzt fortgeführt werden.

Andres Gerth (50) leitet die Stahlbau Lüttewitz GmbH seit zwei Jahren als Geschäftsführer. Quelle: Sven Bartsch

„Wir waren anfangs ein wenig skeptisch. Mit Beteiligungsgesellschaften haben wir in der Form noch nicht zusammengearbeitet“, gibt Sparkassenvorstand Thomas Gogolla zu. Die Kreissparkasse Döbeln war lange Jahre in der Unternehmensfinanzierung und bei Investitionen Partner der Stahlbau Lüttewitz GmbH. Und so ist es auch nach der 100-prozentigen Übernahme des Unternehmens durch die SME Industriebeteiligungen GmbH geblieben. „Wir sind eine kleinere Beteiligungsgesellschaft, die mit Finanzierungspartnern in der Region die Zusammenarbeit sucht. Wir wollen die Unternehmen, an den denen wir uns im Zuge der Firmennachfolge beteiligen langfristig und regional führen, belassen Gewinne im Unternehmen und wollen den Standort Lüttewitz weiter ausbauen“, sagt Karsten Otto, Geschäftsführer der SME. Im Lüttewitzer Stahlbau ist die SME Gesellschafter. Die Geschäfte führt ein eigenständiger Geschäftsführer. Das hatten sich auch die früheren Eigentümer für die Region und die Belegschaft so gewünscht.

Yosef Cabaj arbeitet ein Stahlteil mit dem Trennschleifer nach. Quelle: Sven Bartsch

Andreas Gerth führt die Geschäfte seitdem. Er ist ein erfahrener Stahlbauer, hat den Beruf von der Pike auf gelernt und studiert sowie lange Jahre als Monteur und Werkleiter im Stahlbau gearbeitet. Gemeinsam mit den Gesellschaftern der SME setzt der 50-Jährige beim Stahlbau Lüttewitz auf Lokalkolorit und lokale Netzwerke. Wenngleich das Unternehmen mit seinen 86 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 14 Millionen Euro in ganz Europa arbeitet und sogar bis Mexico liefert. 4000 bis 5000 Tonnen Stahl verarbeiten die Lüttewitzer im Jahr, bauen damit aktuell im Dreischicht-Betrieb Stahlkonstruktionen für Kraftwerke, Stahlwerke, bauen Postverteilzentren und Industriehallen in Deutschland und ganz Europa. Und das von der Erstellung der Planungsunterlagen, den technischen Zeichnungen und statischen Berechnungen über die Herstellung der Konstruktion bis hin zur Baubegleitung und Montage vor Ort.

„Das Wichtigste war für uns nach der Übernahme, dass Kunden und Mitarbeiter uns die Treue halten. Das ist gelungen. Nun setzen wir durch Investitionen in unsere Maschinen neue Impulse“, so Andreas Gerth. Dabei hilft den Stahlbauern auch Fördergeld, das über die Sächsische Aufbaubank ausgereicht wird und für das sich der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser einsetzte. Runde 1,1 Millionen Euro werden bis Sommer 2019 in ein CNC-gesteuertes Blechbearbeitungszentrum, 3-D-Schweißtische und modernste Schweißtechnik investiert. „Das tun wir auch, um für junge Leute interessant zu bleiben, denn die Ausbildung von eigenen Metallbauern und Metallbautechnikern ist von großer Bedeutung“, so Gerth.

Metallbauer von Morgen: Lehrmeister Jürgen Pape (3.v.r.) zeigt Philipp Tix, Kenny Kleeberg, Marc Kleeberg, Franz Modes und Max Neidert (Foto oben v.l.) wie geschweißt wird. Quelle: Sven Bartsch

In dieser Beziehung hat er auch Wünsche an den Landespolitiker Sven Liebhauser. „Die Oberschule und der Facharbeiterabschluss müssen aufgewertet werden.“ Ärgerlich findet er auch, dass es in den Döbelner Ortsteil Lüttewitz keine vernünftige Busanbindung gibt. „Unsere jüngeren Lehrlinge werden von Eltern und Großeltern gebracht. Wir unterstützen sie dann finanziell beim Führerschein.“ Dringend ist auch der Breitbandausbau. „Mit DSL 1000 ist bei uns kein Blumentopf zu gewinnen. Hier brauchen wir dringend Hilfe der Politik um vorwärts zu kommen“, so der Geschäftsführer.

Von Thomas Sparrer

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