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Neue Eisenbahnen gehen 2016 in Döbeln und Waldheim auf Reise

Moderne Triebwagen Neue Eisenbahnen gehen 2016 in Döbeln und Waldheim auf Reise

Ein feiner Zug fährt ab Mitte 2016 durch Döbeln und Waldheim. Und nicht nur durch, die neue Eisenbahn hält auch an. Die Rede ist von den neuen Triebwagenzügen, die die Firma Alstom für den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) baut und die auf der Strecke Riesa-Chemnitz zum Einsatz kommen sollen.

Obwohl sie erst 2016 in Waldheim und Döbeln halten, war das Interesse an den neuen Triebwagenzügen groß, als sie der Verkehrsverbund jüngst präsentierte.

Quelle: Dirk Wurzel

Döbeln/Waldheim. Großer Andrang herrschte jüngst auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof, als Verkehrsverbund und Herstellerfirma den neuen Zug präsentierten. 29 Stück hat der VMS bestellt, einige haben bereits den Testbetrieb absolviert. "Bis Ende Mai 2016 wollen wir alle 29 Züge an den VMS übergeben", sagt Susanne Sperling, die die Unternehmenskommunikation bei Alstom leitet. Am Besichtigungstag gabs den übrigens nicht nur zu sehen, sondern auch zu schmecken. Alstom hatte einen fünf Meter langen Kuchen in der Form eines Zuges vom Typ Coradia Continental backen lassen, dessen Stücke reißenden Absatz fanden.

Kuchenkauend konnten sich die Besucher dann im Inneren der Waggons umschauen und feststellen, dass die Wagen einige Besonderheiten haben, die in anderen Zügen der Baureihe nicht zu finden sind. Dazu gehören beispielsweise das üppige Angebot an Steckdosen an den Sitzplätzen, komfortable Sitze mit größeren Sitzabständen, Leseleuchten an allen Festsitzen, eine zusätzliche Standardtoilette und ein sogenannter Handy-Repeater, der das Mobilfunksignal verstärkt und damit ein Grundproblem der Bahnreisenden löst: Mit dem Handy während einer Zugfahrt zu telefonieren ist nervig, weil häufig die Verbindung abreißt. Außerdem werden die neuen Züge ein Blindeninformationssystem haben. "Man muss nur auf einen Knopf drücken und diese Eisenbahn sagt einem, wohin sie fährt", sagt Tanya Altmann, die als Projektleiterin bei Alstom den Bau der Coradia-Continental-Züge maßgeblich mitbegleitet hat. Die Inneneinrichtung der Wagen ist farblich übrigens in den sächsischen Landesfarben gehalten.

Die neuen Züge haben zudem ein Detail, das für alle Rollstuhlfahrer und Menschen wichtig ist, die schlecht zu Fuß sind. Zwar haben sie keine hydraulisch ausfahrbare Rampe, aber kommen Gehbehinderte problemlos in die Wagen. "Wenn sie auf den Kopf drücken, kommt der Zugbegleiter und bringt eine Rampe an. Sie überbrückt nicht nur den Spalt zwischen Bahnsteigkante und Einstieg, sondern auch Neigungen, wenn der Bahnsteig niedriger ist", sagt Alstom-Sprecherin Sperling. "Wenn das funktioniert, wäre das eine gute Lösung", sagt der Döbelner Bahnfreund Andreas Riethig. Denn am Döbelner Hauptbahnhof besteht das Problem mit dem Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Zug-Einstieg. In Waldheim haben es in ihrer Fortbewegung eingeschränkte Menschen nach wie vor schwer, überhaupt erst einmal zu den Bahnsteigen zu gelangen. Die Treppen stehen ihnen als Hindernis im Weg. Bemühungen der Stadt, den Aufgang zu den barrierefrei zu gestalten, scheiterten an der Bahn. "Wenigstens kommen die Behinderten dann besser in den Zug, auch wenn es am grundsätzlichen Problems unseres Bahnhofs nichts ändert", sagt Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst.

Den Coradia-Triebwagenzug gibt es in einer kurzen Ausführung, die knapp 60 Meter lang ist, und in der Langversion mit knapp 80 Metern Länge. Die Kurzversion hat 149 Sitzplätze. Dazu kommen 165 Stehplätze und zwei Rollstuhlplätze sowie sechs Fahrradstellplätze. Die Langversion bietet 247 Passagieren einen Sitzplatz und hat zwei Rollstuhlplätze. Dazu kommen zwölf Fahrradstellplätze. Beide Triebwagen-Modelle treiben knapp 4000 PS starke Elektromotoren an, und beschleunigen sie auf bis zu 160 Kilometer pro Stunde.

Dirk Wurzel

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