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Neue Führung, neue Partner und neues Schwesterwerk in der Slowakei

Matec in Döbeln: Neue Führung, neue Partner und neues Schwesterwerk in der Slowakei

Bei Matec in Döbeln hat sich viel verändert. Eines aber ist gleich geblieben: Hauptprodukt des Unternehmens sind Fahrerkabinen, egal ob für Rübenroder,Kräne oder Kommunalfahrzeuge. Der neue kaufmännische Geschäftsführer Stefan Thieme gibt einen Ausblick.

Bei Matec ist viel Handarbeit notwendig. Die Fahrerkabinen bestehen überwiegend aus Aluminium.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Gleich mehrerer Veränderungen gibt es bei der Matec GmbH Döbeln. Der aus dem ehemaligen VEB Rotes Banner hervorgegangene Hersteller von Fahrerhäusern und Fahrerkabinen hat einen neuen Gesellschafter, einen neuen Geschäftsführer und seit neuestem eine kleine Schwester in der Slowakei.

Am Dienstag führte der kaufmännische Geschäftsführer Stefan Thieme Landrat Matthias Damm und seinen Führungsstab aus dem Landratsamt Mittelsachsen durch das Unternehmen an der Industriestraße in Döbeln. Fertigungsleiter Norbert Wagner, Operativ-Chef Ronny Pöschel und der Betriebsratsvorsitzende Gotthard Hellwig standen ihm dabei als Ansprechpartner zur Seite . Der Landrat war mit seinen Leuten zum Kommunaltag in Döbeln unterwegs, um die wichtigsten Themen und Probleme der zweitgrößten Stadt im Landkreis zu erfahren. Der Matec-Besuch gehörte dabei zum Rahmenprogramm.

Das Unternehmen mit seinen 150 festen Mitarbeitern und weiteren 30 Leiharbeiten ist unter diesem Namen in Freiberg weniger bekannt. Vor der Wende war es unter dem Namen Rotes Banner ein Begriff und Arbeitgeber für 800 Leute in und um Döbeln. Die Tradition des Landmaschinenherstellers geht aber bis ins Jahr 1861 am Standort zurück.

Bis heute gehören Fahrerhäuser und Kabinen auch für Landmaschinen zum Sortiment bei Matec. Etwa 100 Fahrerhäuser für riesige Rübenroder- und Rübensammler sowie für Multifunktionsfahrzeuge werden pro Jahr an der Industriestraße gefertigt. Gerade werden die Fahrerhäuser der Maschinen ausgeliefert, die im Herbst in der diesjährigen Rübenernte eingesetzt werden sollen. Insgesamt stellt das Unternehmern in Döbeln 3000 Fahrerhäuser und Kabinen pro Jahr her. Sie werden aus Stahl, Aluminium und als Hybrid aus Aluminium und Kunststoff hergestellt und kommen auf Mobilkranen, Fahrzeugen der Bauwirtschaft, Kommunaltechnik (wie etwa Kehrmaschinen), in der Landwirtschaft und bei Maschinen für den Güterumschlag zum Einsatz.

Zum Jahreswechsel 2016 wechselte bei Matec der langjährige Geschäftsführer Konrad Petzold in den Ruhestand. Er führte Matec maßgebend durch die schwierigen 90-er Jahre und entwickelte den Döbelner Betrieb zu einem der führenden Anbieter von Kabinen. Neben dem kaufmännischen Geschäftsführer Stefan Thieme (37) wurde mit dem Jahresbeginn Carsten Prilop als weiterer Geschäftsführer für die Produktion bestellt. Der 52-Jährige leitete von 1999 bis 2006 das Döbelner Autoliv-Werk. Veränderungen gab es auch in der Gesellschafterstruktur. Zum langjährigen Mehrheitsgesellschafter Salzgitter Maschinenbau AG (seit 1994) kam 2015 noch die Team Industries NV als Minderheitsgesellschafter neu hinzu. Team Industries ist ein Firmenverbund mit belgischen Wurzeln und fertigt Stahlbaukomponenten in Belgien, der Slowakei und Rumänien. Das bringt Matec Döbeln vor allem Kundenkontakte. Zudem hat das Döbelner Unternehmen mit der Matec Slovakia s.r.o. in Lipany/Slowakei seit neuestem ein Tochterunternehmen. Das fertigt mit 55 Mitarbeitern Kabinen und Stahlbauteile für die Matec GmbH sowie auch Direktlieferungen zum Kunden. Während das Döbelner Werk kleinere und mittlerer Serien von einem bis 400 Stück pro Typ herstellt, werden im Schwesterwerk in der Slowakei Serien ab 500 Stück gefertigt.

Hintergrund Matec

Matec in Döbeln erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 42 Millionen Euro. 20 Kunden beliefert der Döbelner Betrieb. 40 verschiedene Serien von Fahrerhäusern und Kabinen werden gefertigt. Insgesamt verlassen jährlich 3000 Kabinen das Werk in Richtung der Fahrzeughersteller in ganz Europa. Dazu gehören zum Beispiel Manitowoc, Liebherr, Volvo, JCB oder Komatsu.

Der Exportanteil von Matec liegt direkt bei einem Viertel der Produktion, indirekt durch Lieferungen an Endkunden, die weltweit ausliefern sogar bei 75 Prozent. Alle Kabinen werden aus Stahl, Aluminium, Kunststoff und in Hybridbauweise hergestellt.

Die Lackiererei Höschler in Waldheim und Döbeln lackiert viele der Kabinen von Matec. Diese werden komplett ausgestattet und ausgeliefert.

Jedes Jahr bildet Matec zwei Lehrlinge aus (Mechatroniker und Konstruktionsmechaniker). Zudem werden viele neue Mitarbeiter über Leiharbeit gewonnen und später fest angestellt. Aktuell arbeiten in Döbeln 150 Mitarbeiter und 30 Leiharbeiter.

Das Werk in der Slovakei erwirtschaftet acht Millionen Euro Jahresumsatz mit drei Kunden und etwa 2000 Kabinen im Jahr. 55 Mitarbeiter fertigen dort vor allem größere Serien ab 500 Stück.

Von Thomas Sparrer

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