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Neue Kleinfeldrichtlinie des Sächsischen Fußballverbandes stößt eher auf Kritik als auf Gegenliebe in Döbelner Vereinen

Neue Kleinfeldrichtlinie des Sächsischen Fußballverbandes stößt eher auf Kritik als auf Gegenliebe in Döbelner Vereinen

"Da hat der Sammer was Tolles erfunden, kurz bevor er zu den Bayern gegangen ist..." Die Ironie in Manfred Müllers Stimme ist nicht zu überhören.

Muldental. Rainer Petzsch, Vorsitzender des Jugendausschusses im Fußballverband Muldental/Leipziger Land sieht die neue Kleinfeldrichtlinie des Sächsischen Fußverbandes 12/13 und ihre Auswirkungen persönlich recht drastisch: "Gerade hier bei uns im ländlichen Bereich macht man Vereine damit kaputt." Die niedrigere Spieleranzahl bewirke, dass nicht mehr alle Kinder die Möglichkeit bekommen zu spielen. "Dann muss eine zweite Mannschaft gebildet oder die Kinder müssen nach Hause geschickt werden." Seines Wissens nach gibt es genau solche Fälle in Bennewitz und Hohburg. Und auch in Naunhof-Großsteinberg oder Sermuth habe man aufgrund der neuen Verordnung zu kämpfen.

"Man bekommt mehr Kinder ins Spiel"

Den Vereinen im Altkreis Döbeln geht es nicht anders. Ein Haupt-Problem für viele ist das zusätzliche Betreuungspersonal, das aufgrund der neuen Richtlinie erforderlich wird. Um dem grundsätzlichen Anliegen im Fußballverband und den einzelnen Vereinen gerecht werden zu können, nämlich dass jedes Kind Fußball spielen und nicht auf der Bank sitzen soll, ist eine Verteilung der kleinen Kicker auf angepasst viele Mannschaften nötig. Und dafür braucht es mehr Übungsleiter. Das ist auch Herrmann Mehners Kritikpunkt an der neuen Verordnung, die er ansonsten recht gut findet. "Man bekommt damit mehr Kinder ins Spiel", sagt der Nachwuchschef des ESV Lok Döbeln. "Man bindet die Kinder stärker im Spiel." Aber: "Man braucht natürlich auch mehr Funktionäre." Gerade bei ihm im Verein seien nun auch Eltern noch stärker gefragt. Doch gegenwärtig funktioniere alles prima. Besonders gut aber empfindet Mehner die neue Regel für Vereine, die nur wenige Kinder haben. "Die können dann auch ohne die Notlösung einer Spielgemeinschaft eine Mannschaft in den Punktspielbetrieb bringen."

Genügend Kinder und damit auch fast schon zwangsläufig Probleme mit der Neuregelung hat der Döbelner SC. Auch dort musste in der F-Jugend eine zusätzliche, eine dritte Mannschaft gebildet werden, um alle Kinder ins Spiel kommen zu lassen. "Das erfordert mehr Betreuer, mehr Schiedsrichter, mehr Fahrtkosten", zählt Abteilungsleiter Jürgen Arlt die seiner Ansicht nach negativen Begleiterscheinungen auf. Steffen Sprint vom SV 29 Gleisberg pflichtet dem Döbelner in Sachen Mehrkosten bei. "Man braucht ja auch wieder mehr Trikots, die müssen gewachsen werden und, und, und..." Viele kleine Dinge hat die Neuverordnung im Schlepptau. Doch in Gleisberg habe man sich arrangiert. "Anfänglich war bei uns auch keiner begeistert, aber wir haben genug Nachwuchs und mussten sowieso zwei Mannschaften bilden. Und Übungsleiter dafür haben wir auch Gott sei Dank auch irgendwie zusammenbekommen." Für den E-Jugendbereich allerdings sei die Neuerung "Mist": "Die haben bereits Halbfeld gespielt, und müssen sich nun wieder auf einem kleineren Feld einschränken."

"Es ist ganz schwierig, neue Übungsleiter aufzutreiben"

Ganz und gar nicht glücklich sind die Leisniger mit der 1:5-Regelung, denn im Gegensatz zu den Gleisbergern hat man dort den erforderlichen neuen Übungsleiter nicht gefunden. "Wir haben dadurch noch mehr Arbeit", kritisiert Manfred Müller. Bernd Krenkel vom BC Hartha kann ihm da nur beipflichten: "Wenn man alle Vorschriften exakt einhält, hat man als Verein einen großen Mehraufwand. Außerdem ist es ganz schwierig, zusätzliche Übungsleiter aufzutreiben." In Döbeln beim DSC hat man genau dieses Problem auch und deshalb mit zwei Trainingsgruppen und drei Punktspielmannschaften versucht, eine Lösung zu finden.

In Roßwein gibt es solche Probleme offenbar nicht. Wie RSV-Nachwuchsverantwortlicher Danny Pfitzner erklärt, habe man die Kinder in der Mannschaft einfach in zwei Blöcke geteilt und jeder bekomme seine Einsatzzeiten. "Was die Kinder betrifft, finde ich, dass ihnen die neue Spielfeldgröße sogar entgegenkommt. Und es kommt einfach mehr zum Fußballspielen." In Waldheim bei Aufbau sieht man es ähnlich. Hier spielen 20 Kinder in zwei Mannschaften. "Man kann ja beliebig wechseln", so Abteilungsleiter Fußball Rainer Weber.

Abgesehen davon, dass man sich in den Vereinen zwangsläufig mit der Neuregelung arrangiert hat, findet Jugendausschuss-Chef Rainer Petzsch dennoch, dass Matthias Sammers Idee - die übrigens auch nicht in allen Bundesländern gleichermaßen, sondern fast ausschließlich im Osten umgesetzt wird - höchstens in den Leistungszentren Sinn macht. "In Talentestützpunkten und bei Kreisauswahlen." Manuela Engelmann

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