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Döbeln Neue Linken-Chefin kommt aus Roßwein
Region Döbeln Neue Linken-Chefin kommt aus Roßwein
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00:20 25.10.2017
Marika Tändler-Walenta aus Roßwein ist die neue Kreischefin der Linken. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
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Leisnig/Mittelsachsen

Eine Roßweinerin leitet jetzt den mittelsächsischen Kreisverband der Partei Die Linke. Auf ihrem Kreisparteitag in Leisnig wählten die Delegierten Marika Tändler-Walenta mit 94,1 Prozent der Stimmen zur Kreisvorsitzenden.

„Wir sind und bleiben die Partei für den ländlichen Raum“, sagte die 33-Jährige in ihrer Rede auf dem Kreisparteitag. Im Gespräch mit der DAZ konkretisierte sie, wie sich das auf die politische Arbeit auswirkt, vor allem im Hinblick auf das sächsische Superwahljahr 2019, in dem Kommunal- und Landtagswahlen anstehen werden. „Der Landkreis Mittelsachsen nimmt einen der letzten Plätze beim Durchschnittseinkommen ein. Das müssen wir stärker thematisieren.“ Gerade vor dem Hintergrund der Landflucht sei dies wichtig. „Aber auch das gehört zur Wahrheit, dass meist junge Menschen ihrer Arbeit hinterher ziehen. Zwei Drittel meines Jahrgangs sind zum Arbeiten in den Westen oder in die Schweiz gegangen“, sagt Marika Tändler-Walenta. 16 000  Menschen haben nach ihren Worten zwischen 2010 und 2015 den Landkreis verlassen.

Auch die klein- und mittelständischen Betriebe will die Linke ins Auge fassen, diese besuchen und mit den Unternehmern über Sorgen und Nöte sprechen.

Frieden ist ein weiteres großes Thema der mittelsächsischen Linken und Marika Tändler-Walenta sprach dies auf dem Kreisparteitag mit einem konkreten Beispiel an. „Auch wir hier vor Ort merken die Auswirkungen, wenn mal wieder eine Fahrzeugkolonne der US-Armee durch Frankenberg zieht. Daher müssen wir unser Alleinstellungsmerkmal als einzige Partei die konsequent gegen Kriegsbeteiligung gestimmt hat konsequent artikulieren. Die übergeordnete Frage lautet doch: wie macht man eigentlich Frieden?“

Beim Kreisparteitag im Leisniger Schützenhaus waren 89 Delegierte anwesend, insgesamt hat der Kreisverband 568 Mitglieder. Dessen Finanzen sind in Ordnung, wie der alte und neue Schatzmeister Hans Weiske sagte. „Unsere Kassen sind gut gefüllt. Jedoch schlägt die Finanzkrise auch bis zu uns durch.“ Diese führte nämlich zur Niedrig- und Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, um Anreize für Investitionen mit geborgten Geld zu schaffen. „Wir haben mal ein Festgeldkonto eingerichtet. Statt Zinsen zu bekommen zahlen wir jetzt Verwahrgebühren für dieses Konto an die Sparkasse Mittelsachsen“, erzählte Hans Weiske diese Finanz-Anekdote zu Ende.

Ein Konflikt, der derzeit wenig in den Schlagzeilen präsent ist, rückte auf dem Linken-Kreisparteitag in Leisnig wieder ins Bewusstsein. Dort warb Kreisrat David Rausch für eine Hilfsaktion für die Ostukraine. Auch ein Benefizkonzert in der Kirche Seelitz soll dazu demnächst stattfinden.

Frieden, Landflucht, Ukraine-Konflikt – auf dem Linken-Parteitag in Leisnig musste man aufpassen, um nicht über die ganz harten politischen Nüsse zu stolpern. Dabei hatten die Delegierte auch jede Menge echte Nüsse. Lothar Schmidt aus Döbeln hatte reichhaltig (rund 600 Kilo) geerntet und stellte einen Teil der hartschaligen Früchte seinen Genossen auf dem Kreisparteitag zur Verfügung.

Von Dirk Wurzel

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