Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Neuer Hundegnadenhof in Delmschütz im Aufbau
Region Döbeln Neuer Hundegnadenhof in Delmschütz im Aufbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:16 01.03.2018
Der Hundegnadenhof in Jahna wird derzeit geräumt. Doch dessen Betreiber plant offenbar eine Neuansiedlung in Delmschütz. Quelle: Sven Bartsch
Delmschütz/Jahna

Der Hundegnadenhof in Jahna wird derzeit von seinem Betreiber Christiaan Danhoff geräumt. Bis Ende Januar hat das Landratsamt dem Südafrikaner Zeit gegeben, alle Hunde von dem ohne Genehmigung betriebenen Hof abzutransportieren. So weit so gut.

Doch wie die Verwaltung der Gemeinde Ostrau jetzt von Anwohnern erfuhr, wird der Umzug Danhoff nicht sehr weit weg führen: „Er scheint ein anderes Domizil in unserem Gemeindegebiet gefunden zu haben – einen alten Hof in Delmschütz nahe des Lorenzhofes an der Delmschützer Straße“, berichtet Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) der DAZ.

Über den Betreiber des Lorenzhofes, Andreas Paas, kam die Nachricht in die Verwaltung. Inzwischen haben weitere Anwohner Fotos geschickt, die von Bauaktivitäten auf dem Hof zeugen sollen. „Es werden dort schon Zäune gebaut. Die Bilder bestätigen eindeutig, dass dort wieder ein Hundegnadenhof im Entstehen ist und wir fürchten, dass es wieder keine offizielle Anmeldung geben wird“, sagt Schilling.

Das Landratsamt habe er über die Aktivitäten zu Beginn der Woche bereits telefonisch und schriftlich informiert. Von dort kam die Auskunft, dass weder eine Anmeldung für eine Privatwohnung auf dem Hof, noch für den Betrieb eines Hundehofes vorliege.

Nach den Beschwerden von Anwohnern in Jahna, wo Danhoff zeitweilig bis zu 40 Hunde auf einem Hof gehalten haben soll, der nur für 15 ausgelegt und nie offiziell angemeldet worden war, will der Bürgermeister das Problem nicht erneut an anderer Stelle in der Gemeinde haben. „Wir werden alle Register ziehen, um einen illegalen Betrieb zu verhindern. Beim Rechtsanwalt habe ich bereits einen Termin vereinbart. Ich bin nicht bereit, mich wieder so vorführen zu lassen. Es ist eine Unverfrorenheit, mit der hier versucht wird, in unserer Gemeinde so eine Anlage zu installieren“, schimpft Schilling.

Derweil bemüht sich das Tierheim Wiesengrund in Ostrau weiterhin um die Übernahme des Hundegnadenhofes in Jahna. Hier mahlen die Verwaltungsmühlen jedoch noch langsam. „Anfang des Jahres haben wir die Nutzungsänderung beim Landratsamt beantragt. Da hieß es, mit drei Monaten Bearbeitungsdauer müssen wir rechnen“, sagt Tierheimleiterin Marlies Przybilla und zeigt dafür wenig Verständnis. „20 Jahre lang ist der Hof illegal betrieben worden und wir ändern ja dort nichts. Jetzt wo wir kommen und das ehrlich und ordnungsgemäß beantragen, dauert es drei Monate – das will mir nicht in den Kopf.“

Dennoch sei Przybilla optimistisch, dass die Übernahme letztlich gelingt. Persönlich wolle sie versuchen, beim Landratsamt eine Beschleunigung der Bearbeitung zu erwirken. Die Tierheim-Mitarbeiterin, die den Hundehof künftig betreuen soll, werde schon in Kürze in das Wohnhaus einziehen.

Bevor das Tierheim aber dort die Arbeit aufnehmen darf, muss noch der Ostrauer Gemeinderat zustimmen. Das Thema kommt aber erst auf die Tagesordnung, wenn das Landratsamt eine Anhörungsaufforderung schickt. Die sei bislang aber nicht eingegangen, so Bürgermeister Schilling.

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Döbelns Innenstadt kommt Bewegung. In den leer stehenden Geschäftsräumen im Alten Amtshaus am Obermarkt 14 zieht am März ein neuer Mieter ein. Auch für die seit November leerstehenden Räume von Samen-Wagner gibt es einen Interessenten. Und eine junge Allgemeinmedizinerin lässt sich mit ihrer neu gegründeten Praxis in der Kreuzstraße nieder.

14.01.2018
Döbeln Unbegleitete minderjährige Asylbewerber - Ausstellung in Leisnig krönt Integrationsprojekt

Im Sommer arbeiteten rund 50 unbegleitete minderjährige Asylbewerber aus dem Landkreis Mittelsachsen in Gartenbau- und Landwirtschaftsbetrieben rund um Döbeln. Eine Ausstellung von Fotos, die während dieser Zeit entstanden, schließt im Rathaus Leisnig das Projekt ab. Welche Hürden es zu überwinden gab, wollte Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) wissen.

11.01.2018

Ein Laster ist zwischen Ehrenberg und Kriebethal verunglückt. Die Ursache ist bisher unklar.