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Neuer Konzertort in Döbeln, anderes Konzept für Klosterbuch

Mittelsächsischer Kultursommer 2016 Neuer Konzertort in Döbeln, anderes Konzept für Klosterbuch

Der Mittelsächsische Kultursommer lädt in diesem Jahr vom 17. Juni bis zum 18. September zu über 50 Veranstaltungen ein. Einen Großteil davon richtet der Miskus-Verein im Altkreis Döbeln aus. Der Etat für Sachsens größtes Kulturfestival beträgt diesmal fast 600.000 Euro.

Steffen Fichte, Kathrin Schmeißer, Norbert Hein und Jörn Hänsel (v.l.) spielen mit bei den Geschichten hinter Gefängnismauern.

Quelle: Olaf Büchel

Region Döbeln. Gleich zwei Neuigkeiten verkündete das Miskus-Team am Mittwochvormittag bei der Programmvorstellung im Waldheimer Rathaussaal. So soll das Freizeitzentrum Welwel zum ersten Mal Veranstaltungsort des Sommerfestivals sein. Dort geht am ersten September-Wochenende nicht nur die Finalrunde von „Wanted“, dem Musik-Talente-Wettbewerb des Mittelsächsischen Kultursommers, über die Bühne.

Mit Invisible Touch gibt es auch eine der besten Genesis-Coverbands Europas in einer beeindruckenden Show in der Mehrzweckhalle des Welwel zu erleben. „Das soll ein kleiner Ersatz für Philharmonic Rock sein, dass es nicht wieder in Klosterbuch geben wird. Doch wer Philharmonic Rock mag und wer Phil Collins mag, der sollte sich dieses Konzert in Döbeln nicht entgehen lassen“, sagte Miskus-Geschäftsführer Olaf Hanemann. Der Sieger von „Wanted“ darf übrigens im Vorprogramm dieser besonderen Performance auftreten. Bei der zweiten Auflage des Wettbewerbs, für den sich noch bis zum 25. Mai angemeldet werden kann, sind nicht nur Nachwuchsbands, sondern alle musikalischen Talente gefragt – vom Solokünstler bis zur Gruppe.

Ein neues Konzept haben die Miskus-Macher für den Veranstaltungsort Kloster Buch entwickelt. Während „Pipes, Drums & More“ fünf Jahre lang ein Dauerbrenner hinter den Klostermauern war, soll der in diesem Jahr durch „Gugge ma“ – ein großes Musikfestival mit Schalmeien-Gruppen, Pipe-Bands, Gugge-Formationen und traditionellen Blasorchestern – ersetzt werden. Das große Familienfest mit insgesamt zwölf verschiedenen Kapellen und vielen weiteren Künstlern auf mehreren Bühnen ergänzt ein bunter Markt der Vielseitigkeit. „Das Wochenende Mitte Juli soll auch ein Fest der Begegnung sein. An beiden Tagen sind in Kooperation mit dem Klosterbucher Verein Begreifen Menschen mit Handicap ins Programm integriert. Die Musik soll hier als Mittler dienen“, erklärt Miskus-Projektleiter Jörn Hänsel.

Alte Gefängnis-Storys

Dass die Vorstellung der Festival-Höhepunkte diesmal im Waldheimer Ratssaal erfolgte, hatte natürlich seinen Grund. Denn genau diese repräsentative Räumlichkeit ist Austragungsort einer weiteren Miskus-Veranstaltung. „Geschichten hinter Gefängnismauern“ heißt das Theater-Projekt aus der Schreibwerkstatt des Kultursommer-Vereins. Das wurde anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Justizvollzugsanstalt Waldheim gemeinsam mit dieser ins Leben gerufen. Mitarbeiter der JVA und des Miskus-Spielensembles sind gerade dabei, Vorstellungen für das erste Juliwochenende einzustudieren, bei denen zwei besonders bekannte Persönlichkeiten im Mittelpunkt stehen: die erste weibliche Insassin des Waldheimer Gefängnisses im Jahre 1714, Sophia Sabina Apitzsch aus Lunzenau und Karl May, der von 1870 bis 74 im Zuchthaus inhaftiert war. Eine Kostprobe der Stücke gab es bei der Miskus-Präsentation.

„Der Mittelsächsische Kultursommer erzeugt kulturelle Identität und regionales Selbstbewusstsein. Seine Veranstaltungen sind nicht elitär, sondern in all den Jahren volkstümlich geblieben“, bewertete der erste Beigeordnete des Landkreises, Lothar Beier, angesichts der bevorstehenden 23. Festivalsaison. „Kultur muss man haben wollen, Kultur muss man sich leisten wollen“, beleuchtete Heribert Kosfeld, Vorstandsvorsitzer des Miskus-Vereins, den finanziellen Aspekt. Neben der beachtlichen Eigenerwirtschaftungsquote von 58 Prozent, trägt der Kulturraum Erzgebirge Mittelsachsen einen erheblichen Anteil der Festival-Kosten. Die von Spendern und Sponsoren beigesteuerte Summe beträgt diesmal rund 70.000 Euro. Etwas weniger als im letzten Jahr.

Von Olaf Büchel

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