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Neues Haus für alte Akten: Amtsgericht Döbeln bekommt Anbau

Baustart im September Neues Haus für alte Akten: Amtsgericht Döbeln bekommt Anbau

Auch die historischen Akten des Döbelner Grundbuchamtes nahm Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) am Montag in die Hand, als er dem Amtsgericht Döbeln einen Arbeitsbesuch abstattet. Der Minister brachte die gute Nachricht mit, dass noch in diesem Jahr die Bauarbeiten für das neue Grundbuchamt beginnen werden.

Besuch aus dem Justizministerium hatte Karin Fahlberg (l.) am Montag. Die amtierende Amtsgerichtsdirektorien begrüßte Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (2.v.l, CDU) zu einem Arbeitsbesuch. Gemeinsam mit dem Döbelner CDU-Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser (2.v.r.) informierte der Minister auch über den geplanten Anbau an das Amtsgericht, wo die Grundbuchakten ein ordentliches Archiv bekommen sollen.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Eines seiner schnellsten Amtsgerichte hat Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) am Montag besucht. Vor allem die Strafrichter und Rechtspfleger im Döbelner Justizhaus lassen die Akten nicht lange liegen: Strafsachen arbeiteten 2015 die damals noch fünf Richter des Amtsgerichtes in durchschnittlich 2,4 Monaten ab, der sächsische Durchschnitt liegt bei 4,3 Monaten. Das geht aus der jüngsten Statistik des Justizministeriums hervor. In Döbeln dauert es im Durchschnitt 1,6 Monate, bis die Mitarbeiter des Grundbuchamtes die ihnen obliegenden Sachen abgearbeitet haben – der sächsische Durchschnitt liegt bei 2,2 Monaten.

Dabei sind die Bedingungen im Grundbuchamt derzeit nicht optimal. Im Dachgeschoss der ehemaligen Rockstroh-Kaserne an der Theodor-Kunzemann-Straße lagern drei Kilometer Akten, weite Teile davon sind historische Bestände. Und damit ein Teil des Gedächtnisses der Region. Die ältesten Papiere stammen aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. In diesem Archiv liegen die Akten des gesamten Amtsgerichtbezirkes, der nunmehr bis vor die Tore der Stadt Chemnitz reicht, gehören doch die Altkreise Mittweida und Döbeln dazu. Für die zwölf Mitarbeiter – sieben Justizangestellte und fünf Rechtspflegerinnen – bedeutet die Arbeit auch viel Treppensteigen beziehungsweise Fahrstuhlfahren. Außerdem ist das Grundbuchamt derzeit allein in dem Gebäude, seitdem die Zweigstelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr ausgezogen ist.

Historische Akten

Historische Akten: Auch das Archiv des Grundbuchamtes schaute sich Sebastian Gemkow an.

Quelle: Dirk Wurzel

„Unter Effizienzgesichtspunkten ist es gut, wenn die Akten zum Amtsgericht kommen. Dort kann man sie so lagern, wie das konservatorischen Gesichtspunkten entspricht. Das ist ein Schatz, den man hier sieht “, sagte Justizminister Gemkow, nachdem er sich das Grundbuchamt an der Kunzemann-Straße angesehen hatte. Der dortige Standort ist eine Zwischenlösung. Sie entspringt der Zusammenlegung der Bezirke der Amtsgerichte Hainichen und Döbeln mit Döbeln als Hauptsitz. Die Grundbuchakten müssen am Hauptsitz sein, regelt das Gesetz.

Von Hainichen nach Döbeln, von Döbeln Kunzemannstraße nach Döbeln Rosa-Luxemburg-Straße – der Aktenschatz wird bald erneut umziehen. Denn Justizminister Gemkow konnte am Montag gemeinsam mit dem Döbelner Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser (CDU) über den Neubau informieren: Bis 2018 wächst auf dem Gelände des Amtsgerichtes das neue Haus für den Aktenschatz. Der lagert dann in modernen Rollregalen. Im September sollen die Bauarbeiten beginnen und 2,2 Millionen Euro kosten. „Das ist ein straffer Zeitplan“, sagte Sven Liebhauser, der im Haushalts- und Finanzausschuss des sächsischen Landtages sitzt. Mit Akten und der Arbeit von Rechtspflegern kennt er sich auch aus. Diesen Beruf hat er studiert und als Rechtspfleger gearbeitet, bevor er in den Landtag einzog.

Für Karin Fahlberg, Richterin und ständige Vertreterin des Direktors des Amtsgerichtes Döbeln, ist der Neubau sehr wichtig. „Ein erneutes Provisorium wäre das Schlimmste für uns“, sagte sie.

Diese Furcht wird wohl unbegründet sein. Denn das Grundbuchamt muss aus der Rockstroh-Kaserne raus. Der Freistaat Sachsen plant, dort den Landesrechnungshof unterzubringen. Bis 2020/21 sollen die staatlichen Wirtschaftsprüfer von Leipzig nach Döbeln umziehen. Was in deren Reihen nicht nur Begeisterung auslöste.

Nicht missmutig zeigte sich Justizminister Sebastian Gemkow nach seinem Besuch in Döbeln. Bei seinem Arbeitsbesuch suchte er Das Gespräch mit den Richterinnen und Richtern, Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern und den Justizangestellten. „Die Atmosphäre hier in Döbeln ist sehr sehr gut“, zog der Minister Zwischenbilanz, bevor er mit Karin Fahlberg nach Hainichen zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Döbeln weiterreiste.

Von Dirk Wurzel

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