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Neues Jahr - neue Töne

Neues Jahr - neue Töne

Mit dem diesjährigen Neujahrskonzert in der Waldheimer Stadtkirche St. Nicolai lädt Kantor René Michael Röder seine Zuhörer in musikalische Gefilde ein, wo man den erklärten Liebhaber alter Musik aus Renaissance und Barock nicht vermuten würde.

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Die Aegidien Gospel Singers treten am Sonntag in Bockelwitz auf.

Quelle: privat

Mit Carl Maria von Webers Horn-Concertino e-Moll und Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 1 C-Dur erklingen zwei Werke, die am Übergang der Klassik zur Romantik stehen. Damit begibt sich der Kantor, gemessen an seinen sonstigen Musik-Gewohnheiten, runde 200 Jahre in der Geschichte nach vorn.

 

Das Publikum bekommt Ungewöhnliches zu hören, zum Beispiel, wie ein Solo-Hornist auf einem Naturhorn einen Akkord aus vier Tönen gleichzeitig erzeugt. Mit Webers Horn-Concertino bietet sich wieder die Gelegenheit, den außergewöhnlichen Hornisten Stephan Katte aus Weimar zu erleben. Röder: "Mein Freund Katte bewegte mich zur Wahl dieses Weber-Concertinos - besagte Stelle mit den gleichzeitig gespielten vier Tönen war ein nicht unwesentlicher, ausschlaggebender Punkt dafür. Das sollte man mal gehört haben, es klingt sehr apart." Für die Frühromantik sei Webers Horn-Concertino ein wesentliches Puzzleteil. "Weber hatte den Mut zum Experimentieren. Er wollte das Tonspektrum ausweiten, wenngleich er bei den damals gespielten alten Instrumenten nur Naturtöne zur Verfügung hatte." Aus diesem Grund sei die Technik des Stopfens eingesetzt worden. Mit der Hand im Schalltrichter eines Blechblasinstrumentes werden zusätzlich Töne geschaffen. So vermag Weber das Tonmaterial für das Solo unglaublich auszureizen.

 

Suche und Verwendung ausgeweiteter Ausdrucksmöglichkeiten sei ein wesentlicher Schritt auf dem Weg von der Klassik zur Romantik. "Beethoven gilt als bedeutendes Bindeglied dazwischen. Das Neujahrskonzert soll im Vergleich mit Weber zeigen, dass beide Komponisten wesentliche Beiträge dazu leisteten", sagt Röder. Weber vollendete sein Horn-Concertino 1806, von 1800 stammt Beethovens 1. Sinfonie. Röder: "Sie zeigt den typischen Stil Beethovens, der sich lange nicht an Sinfonien heranwagte - weil sie ursprünglich ein Massenprodukt waren. Haydn schrieb 104, Mozart 41. Beethoven wollte kein Massenprodukt abliefern, sondern als Originalgenie einen eigenen Beitrag leisten. Auch wenn er mit neun Sinfonien relativ wenig in diesem Genre vorweist, so gelang es ihm, aus jeder einzelnen etwas ganz Besonderes zu machen."

 

Daran möchte Röder anknüpfen: "In den kommenden Neujahrskonzerten soll jeweils eine Beethoven-Sinfonie erklingen, gipfelnd in der 'Neunten' 2023, wenn es Publikumsresonanz und Finanzen erlauben."

 

Die Capella Daleminzia, die mit historischen Instrumenten musiziert, ist am 10. Januar stärker besetzt, um gerade für die Beethoven-Sinfonie einen voluminöseren Klang zu bekommen. Röder, der das Neujahrskonzert leitet, wird als Dirigent für das Weber-Stück ebenfalls ein historisches "Instrument" in die Hand nehmen: Vom Waldheimer Kantor Max Küchler existiert noch ein Dirigierstab von 1895. "Carl Maria von Weber war der Erste, der einen Dirigentenstab verwendete. Ich werde das für das Weber-Stück ebenfalls tun", sagt Röder.

 

Neujahrskonzert, Stadtkirche Waldheim, 10. Januar, 17 Uhr, Karten in Preiskategorie A (15 Euro/erm. 11Euro) und B (12 Euro/ erm. 8 Euro), Vorverkauf Ev.-Luth. Pfarramt Waldheim, Am Schulberg 2 (Tel. 93257), Buchhandlung am Markt, (Tel. 673040).

 

Gospelmusik in Bockelwitz

 

Ein Neujahrskonzert mit den Aegidien Gospel Singers gibt es an diesem Sonntag, um 17 Uhr, in der Kirche Bockelwitz. Der Gospelchor aus Oschatz unter der Leitung von Kantor Matthias Dorschel singt traditionelle und neue Gospelsongs. Die beiden Lieder "Good news" und "Give God Glory" umrahmen das Konzert und sollen den Menschen Hoffnung und Mut für das neue Jahr bringen. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

 

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

 

Bereits heute um 15 und um 20 Uhr erklingt das Neujahrskonzert der Mittelsächsischen Philharmonie im Döbelner Theater. Unter dem Motto "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" erklingt Musik aus den zwei europäischen Hauptstädten, die eine überragende Rolle in der Musikgeschichte spielen, die um 1900 Zentren von Kunst und Kultur waren und die als Geburtsorte der Operette gelten: Paris und Wien. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Charles Gounod, Ambroise Thomas und Jacques Offenbach, Franz von Suppe und Johann Strauss. Die Konzertleitung hat Generalmusikdirektor Raoul Grüneis.

Olaf Büchel

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