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Döbeln Neun Flaschen Bier kosten 700 Euro: Ein Döbelner wollte sich im Kaufland mit etwas Freibier versorgen - und wurde ertappt
Region Döbeln Neun Flaschen Bier kosten 700 Euro: Ein Döbelner wollte sich im Kaufland mit etwas Freibier versorgen - und wurde ertappt
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22:10 19.01.2012
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Denn der Ladendetektiv hatte ihn beobachtet, gestellt und Kaufland hat den Fall bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Wie so viele vorher offenbar auch. Denn Richter Janko Ehrlich nannte den als Zeugen geladenen "Ladenhüter" einen Dauergast.

Für Thomas S. war wohl auch dessen eintragreiches Vorstrafenregister der Grund für die Staatsanwaltschaft, ein "Einschreiten von Amtswegen für geboten" zu halten. Fünf Einträge stehen darin. Der letzte stammt aus 2010: eine Geldstrafe wegen Diebstahls. "Die Strafen habe ich alle bezahlt oder abgearbeitet", sagte Thomas S. vor Gericht. Er berichtete weiterhin, seine Alkoholabhängigkeit habe ihn zu der Tat im Kaufland getrieben. "Danach habe ich zu Hause kalten Entzug gemacht, mir beim Arzt Tabletten geholt", erzählte er. Auch kümmere er sich jetzt um Arbeit, versuche gemeinsam mit dem Arbeitsamt herauszufinden, "zu was ich überhaupt noch fähig bin", so der ausbildungs- und arbeitslose Döbelner. Deswegen stünde bald ein psychologisches Gespräch an. Ein Problem hat der Angeklagte bereits erfolgreich gemeistert: Er ist seit der Tat trocken.

Nun blieb noch die strafrechtliche Seite seiner Sucht. Diese ging er vor Gericht offen an, gestand gegenüber Richter Janko Ehrlich und Staatsanwalt Matthias Uhlig die Tat. Den Dauergast-Detektiv brauchte das Gericht nicht zur Zeugenvernehmung bitten. Richter Ehrlich verurteilte Thomas S. zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu zehn Euro.

"Das ist schon eine Verzweiflungstat gewesen. Bierflaschen in den Rucksack stecken - das klappert doch und die Chance erwischt zu werden, ist relativ hoch", sagte der Richter. Er blieb mit der Strafe unter dem Antrag des Staatsanwaltes und würdigte das Geständnis: "Wenn Sie sich vor Gericht anders verhalten hätten, hätte ich auch eine Freiheitsstrafe begründen können." Thomas S. nahm das Urteil an - und auch der Staatsanwalt kündigte an, es nicht anzufechten.

Dirk Wurzel

* Name geändert

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