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Döbeln Neustart bei Kübler & Niethammer
Region Döbeln Neustart bei Kübler & Niethammer
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00:36 06.05.2018
Bei Kübler & Niethammer in Kriebethal ist die Insolvenz überstanden und die Produktion kann weiterlaufen. Quelle: Sven Bartsch
Kriebethal

„Wir haben nichts zu verbergen, sondern erfreuliches zu berichten“, sagte Dr. Günther Niethammer am Donnerstag zu Beginn einer Belegschaftsversammlung der Kriebethaler Papierfabrikanten von Kübler & Niethammer. „Am Freitag hat das Amtsgericht Chemnitz das Insolvenzverfahren beendet und seitdem sind wir gewissermaßen wieder Herr im Haus.“ Aber eben nur gewissermaßen. Denn mit dem Stichtag des Insolvenzendes hat das Traditionsunternehmen auch neue Eigentümer. Eine Gruppe von Investoren, denen bereits die Kabel Premium Pulp & Paper GmbH im nordrhein-westfälischen Hagen gehört, ist bei den Kriebethalern eingestiegen. Zudem tritt nun ein neuer Vorstand die Arbeit an der Zschopau an.

Verkauf der Firma war notwendig

„Anders, als die ganze Firma zu verkaufen, hätten wir es nie gepackt“, beteuerte Dr. Hubertus Burkhart als alter Vorstandsvorsitzender in Kriebethal und mittlerweile Geschäftsführer in Hagen vor der versammelten Belegschaft. „Wir arbeiten ab sofort im Verbund mit der Kabel – und das geht über Menschen, Technik und Produkte.“

Neuer Vorstand tritt an

Diese zukünftige Zusammenarbeit spiegelt zum Teil auch die neue Spitze von Kübler & Niethammer wieder. Ab Mitte des Monats tritt Finanzvorstand Dr. Michael Schwandt seinen Posten an. Der 41-Jährige wisse jedoch noch nicht, ob er sich im Freistaat niederlassen werde. Denn auch im Hagener Unternehmen wird er sich gleichermaßen ums Geld kümmern. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Michael Boschert. Der 60-Jährige ist seit mehr als 40 Jahren im Papier-Business und wechselt von der Koehler-Gruppe nach Kriebethal. „Hier wurden mutige unternehmerische Entscheidungen getroffen und es gibt loyale Mitarbeiter“, würdigte der neue Chef vor seinen Mitarbeitern. „Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um neue und zukunftsträchtige Produkte zu produzieren.“

Vertrauen der Geschäftspartner strapaziert

Nach nicht ganz anderthalb Jahren in der Insolvenz kann bei Kübler & Niethammer nun also wieder selbstbewusster nach vorn geschaut werden. Doch der Weg ist immer noch mit Schlaglöchern gespickt. „Das Fatale ist, dass man in der Insolvenz das Vertrauen aller Geschäftspartner stark strapaziert. Und dieses Vertrauen wiederzugewinnen, ist nicht ganz einfach“, sagte Niethammer mit Blick auf Kunden, Lieferanten und nicht zuletzt die Belegschaft, deren Bereitschaft zu helfen ein wichtiger Faktor sei. Zudem ist immer noch Geld an Gläubiger zu überweisen. Das soll nach aktueller Planung bis Ende 2021 teilweise aus dem Erlös des Firmenverkaufs passieren. „Aber es ist eine große Genugtuung zu wissen, dass die rund 150 Arbeitsplätze erhalten werden“, so Niethammer.

Klage gegen Staat angestrebt

„Alles hängt an den Menschen“, sagte auch Hubertus Burkhart. Zum Ende seiner kleinen Rede schlug er schließlich noch einmal konfrontativere Töne an: „Wir verklagen jetzt den Staat.“ Denn während andere Wettbewerber etwa Rabatte auf die Stromsteuer bekämen, habe man bei Kübler & Niethammer im Zeitraum der Insolvenz den vollen Satz abdrücken müssen. Rund 1,3 Millionen Euro zu viel hat das Unternehmen nach Ansicht Burkharts zu viel gezahlt. Der Papiermanager räumt dem Vorstoß Erfolgschancen von mehr als 50 Prozent ein, „sonst würden wir das erst gar nicht versuchen.

Von André Pitz

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