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Döbeln Nistkästen auf Harthaer Kirchturm bergen Streitpotenzial
Region Döbeln Nistkästen auf Harthaer Kirchturm bergen Streitpotenzial
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17:50 27.12.2011
Jahrelang hat sich ein ehrenamtlicher Naturschutzhelfer um die Vogel-Nistkästen im Turm der Harthaer Stadtkirche gekümmert, bis er nicht mehr dort hinauf gelassen wurde - und sich heute nicht erklären kann, wieso. Neben Turmfalken (unser Bild) wird der Brutplatz auch von Schleiereulen angesteuert.

Rund 6000 Kilometer hat Steffen Müller als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer im Jahr zurückgelegt. Dabei kümmerte sich der Hobby-Ornithologe im und für den Altkreis Döbeln um die Vogel-Nistkästen in den Kirchtürmen der Region, kontrollierte den Brutverlauf der Tiere und beringte Greifvögel wie Turmfalken und Schleiereulen. So auch in Hartha - bis man ihn dort nicht mehr in den Kirchturm ließ.

"Keiner konnte erklären warum", sagt Müller. Mit allen Kirchgemeinden sei er stets prima ausgekommen. Nur: "In Hartha war das dubios." So könne man mit Ehrenamtlichen nicht umspringen, meint Müller, zumal die Aufwandsentschädigung von Seiten der Behörden in keinem Verhältnis zu der Arbeit stehe. Das Projekt Nistkästen hat der Vogelfreund nach etwa 30 Jahren inzwischen aus beruflichen und finanziellen Gründen an den Nagel gehängt. Die Verwunderung über die Umstände in Hartha blieb.

"Mit uns hat Herr Müller nicht darüber gesprochen", bekundet der Harthaer Kantor Michael Fromm demgegenüber. Die Nistplätze seien noch vorhanden. Laut Fromm hat das Landratsamt Döbeln seinerzeit im Zuge der Sanierung der Kirche zwischen 2004 und 2005 sogar zwei neue Kästen im Turm angebracht. Aber: "Wir gehen da nicht ran", so Fromm. Auf Nachfrage der DAZ heißt es aus dem Landratsamt, dass aus Sicht der Behörde keine weitere Betreuung der Nistkästen vom Landkreis notwendig sei. Die Kästen würden von den Vögeln selbstständig genutzt.

Steffen Müller redet indessen auch davon, dass rund um die Einfluglöcher zu den Nistkästen offenbar so genannte Taubenspieße angebracht wurden. Dabei bestehe Verletzungsgefahr für die Vögel, die die Brutplätze nutzen. "Das ist fast wie eine Falle", meint Müller. Festzustellen, ob dem tatsächlich so ist, scheint schwierig. Eine Begehung des Turms für DAZ-Reporter wiegelte Kantor Fromm trotz wiederholter Nachfrage ab, war gestern in Sachen Taubenspießen auch nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

-Standpunkt, Seite 13

F. Kretz

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