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Nitratgehalt senken ist wichtiger als weicheres Wasser

Wasserverband Döbeln-Oschatz Nitratgehalt senken ist wichtiger als weicheres Wasser

Die sinkende Einwohnerzahl, stabile Preise, Investitionen und die Trinkwasserqualität – das sind die wichtigsten Herausforderungen des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz in den nächsten 15 Jahren. Den Verbrauchern die gewünschte Wasserhärte zu bieten, sieht Geschäftsführer Stephan Baillieu dabei nicht als vordringliche Aufgabe.

Die Behälterwannen des neuen Hochbehälters Eichardt nehmen Gestalt an.

Quelle: Sven Bartsch

Region Döbeln. Die sinkende Einwohnerzahl, stabile Preise, Investitionen und die Trinkwasserqualität – das sind die wichtigsten Herausforderungen des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz in den nächsten 15 Jahren. Den Verbrauchern die gewünschte Wasserhärte zu bieten, sieht Geschäftsführer Stephan Baillieu dabei nicht als vordringliche Aufgabe. Die Einhaltung des Nitrat-Grenzwertes ist wichtiger.

Eckehard Schirmer aus Waldheim ist mit der Qualität des Trinkwassers, das bei ihm aus dem Hahn fließt, nicht zufrieden. Das brachte er bei der Sitzung des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz am Montag in Leisnig zum Ausdruck. „Wir haben in Waldheim das härteste Wasser von ganz Sachsen und mit die höchsten Nitratwerte im Freistaat. Ich habe das mit den anderen sächsischen Wasserfassungen verglichen. Welche Möglichkeiten sehen sie, die Qualität zu verbessern?“, sagte und fragte Schirmer.

Es gebe einen Spagat zwischen dem Wasserpreis und der Qualität des Trinkwassers, die ständig kontrolliert werde und die im Raum Döbeln-Oschatz hervorragend sei, erklärte Verbandsgeschäftsführer Stephan Baillieu. Für die Wasserhärte gibt es keinen Grenzwert. „Wo die Möglichkeit besteht, Wasser zu verschneiden, dort wird es gemacht. Wir sehen ein Absenken der Härte aber nicht als unsere vordringliche Aufgabe an“, sagte Baillieu. Der Bau einer großen Enthärtungsanlage komme nicht in Frage. Das Wasser aus größerer Entfernung herbeizuholen , würde laut Geschäftsführer bedeuten, einerseits lange Leitungen verlegen zu müssen und andererseits sich in einen Preiskampf mit dem Anbieter zu begeben. Das, so Baillieu, müssten alle im Verband mit bezahlen. Schirmer verwies noch auf den volkswirtschaftlichen Schaden, der unter anderem an Haushaltsgeräten durch sehr hartes Wasser angerichtet wird und regte für belastbare Zahlen eine Kalkulation an. Geschäftsführer Baillieu: „Wir werden das im Verbandsgremium besprechen. Aber momentan liegen unsere Prioritäten woanders.“

Beispielsweise bei den Nitratwerten, die Schirmer ebenfalls angesprochen hatte. In Waldheim gibt es keine Überschreitung des Grenzwertes, versicherte Baillieu. Dieser liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Dass ein gestiegener Nitratgehalt im Grundwasser durch intensive Landwirtschaft in den vergangenen 50 und mehr Jahren mittlerweile sachsenweit ein Problem sei, bestätigte jedoch Wolf-Thomas Hendrich, Leiter der Oewa-Niederlassung in Döbeln. Der Qualitätssicherung im Raum Döbeln soll beispielsweise ein Wasserverschnitt der zwei Fassungen Gärtitz/Klitzschbach dienen. Ohne dieses Mischen des Trinkwassers wäre eine Grenzwertüberschreitung um 2018 absehbar. Mit dem Verschnitt erhofft sich der Niederlassungsleiter einen zeitlichen Aufschub bis 2024, doch dann stehe das Problem notwendiger Investitionen erneut auf der Tagesordnung. Nach erfolgter Brunnensanierung der Fassung Gärtitz/Klitzschbach will man erst einmal ein Einpegeln der Rohwasserqualitäten abwarten.

Rückbau ist ein weiteres Schlagwort für den Wasserverband. Die Zahl der derzeit rund 103 000 versorgten Einwohner verringert sich bis 2030 auf rund 93 000. Dem muss der Verband Rechnung tragen. Die Zahl der Wasserwerke soll von 20 (Stand 2013) auf zwölf (2030) und die Anzahl der Behälter von 42 auf 36 sinken. Wasserwerke und Hochbehälter, wie die in Clennen, im Töpelwinkel, in Ziegra, Westewitz, Technitz, Niederstriegis und Großweitzschen wurden bereits stillgelegt oder werden es noch.

 

 

 

Von Olaf Büchel

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