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Nordsachse greift bei Autovermietung in Döbeln in die Kasse – jetzt soll er hinter Gitter

Justiz Nordsachse greift bei Autovermietung in Döbeln in die Kasse – jetzt soll er hinter Gitter

Ein 30-Jähriger aus dem Landkreis Nordsachsen kennt sich aus im Knast, hat unter anderem wegen Diebstahls gesessen. Jetzt soll er wieder hinter Gitter, wenn es nach dem Amtsgericht Döbeln geht.

Für Strafrichter Janko Ehrlich reichten im Amtsgericht Döbeln die Beweise aus, einen 30-Jährigen wegen dreifachen Diebstahls für schuldig zu befinden und zu einer Gesamtstrafe von 14 Monaten Haft ohne Bewährung zu verurteilen.

Quelle: picture alliance / dpa

Döbeln. Vor einem Jahr kam bei einer Döbelner Autovermietung ordentlich Geld weg – rund 1700 Euro. Der Verdacht fiel auf einen Angestellten, einen knapp 30-Jährigen aus dem Landkreis Nordsachsen. Dem hatte die Firma wegen der Diebstähle gekündigt und ihm angeboten, auf eine Anzeige zu verzichten, wenn er das Geld zurückzahlt. Was offenbar nicht passierte, denn jetzt saß der Nordsachse auf der Anklagebank des Amtsgerichts Döbeln – angeklagt des Diebstahls in vier Fällen.

So soll er am 9. Februar vergangenen Jahres 700 Euro aus dem Tresor genommen haben, angeblich, um sie bei der Bank einzuzahlen. Er habe das Geld aber für sich behalten. Zwischen dem 15. und dem 25 Februar soll der Mann 362,50 Euro aus der Kasse genommen haben und am 24. Februar von einem Kunden 350 Euro bekommen, aber nicht in die Kasse eingezahlt haben. Zwischen dem 5. und 8. März – da hatte die Autovermietung den jungen Mann bereits entlassen – habe er den Tresor ausgeräumt. Beute: 312,71 Euro.

Schon gesessen wegen Langfingerei

Hätte die Firma das Vorstrafenregister des Mannes gekannt, hätte er den Job wahrscheinlich gar nicht erst bekommen: Verurteilungen wegen Computerbetruges, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und immer wieder wegen Diebstahls listet das auf. Gesessen hat er auch schon wegen der Langfingerei. Zu den aktuellen Tatvorwürfen der Staatsanwaltschaft Chemnitz schwieg er, was sein gutes Recht ist. Um so gesprächiger war da die Zeugin, eine Angestellte der Autovermietung. „Er hat die 362 Euro rausgenommen und einen Zettel reingelegt. Ich habe ihm gesagt, er soll das Geld schleunigst wieder zurückzahlen, weil wir kein Kreditinstitut sind“, sagte die 42-Jährige. Sie tat ihrem Kollegen noch einen Gefallen damit, dass sie, auf Rückzahlung hoffend, nicht gleich zum Chef ging mit der Angelegenheit. Das Kassenbuch lieferte ebenfalls Indizien für eine Täterschaft des Nordsachsen. So war bei den 700 Euro vermerkt, dass sie zur Bank gebracht werden sollen. Unterschrieben war das mit einem Kürzel. „Das war seine Unterschrift. Wir haben höchstens zu zweit in Döbeln gearbeitet“, sagte die Zeugin. Für die 350 Euro aus dem dritten Tatvorwurf konnte die Frau Buchungsprotokoll aus der Kasse präsentieren. Ins Kassenbuch eingetragen war die Summe nicht. Für den vierten Anklagepunkt gab es außer Mutmaßungen keine Beweise.

Rechtsanwalt Oliver Schulze-Wechsungen verteidigte den Nordsachen. Er führte weitere mögliche Täter, zum Beispiel die Transferfahrer der Autovermietung, ins Feld und versuchte sogar, der Zeugin ein Motiv zu unterstellen. „Wir wissen gar nichts“, war denn ein Satz, der im Schlussvortrag des Anwalts recht häufig zu hören war. Freispruch beantragte der Verteidiger.

Vorstrafen bringen Minuspunkte

Strafrichter Janko Ehrlich sprach den Angeklagten denn auch frei, allerdings nur vom vierten Tatvorwurf der Anklage. In allen anderen Punkten sprach er den Mann schuldig und verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zwei Monaten Haft – ohne Bewährung. „Wir hätten drüber reden können, dann wären wir auch unter einem Jahr geblieben, wo Bewährung leichter möglich ist. Aber Sie zogen es vor, zu schweigen“, sagte Janko Ehrlich. „Die Sache mit dem Zettel ist eine Zwangsleihe, da von Leihe zu sprechen, ist ein Hohn.“ Die vom Anwalt ins Feld geführte Andere-Täter-Theorie nannte Richter Ehrlich hanebüchen. „Hier muss man nur eins und eins zusammenzählen.“ In der Hauptverhandlung kam nichts zur Sprache, was sich zugunsten des Nordsachsen hätte auslegen lassen. Dafür brachten seine Hafterfahrung und die Vorstrafen ordentlich Minuspunkte. „Wenn man unter Bewährung steht, hat man die Finger still zu halten und nicht in fremde Kassen zu greifen“, sagte Richter Ehrlich. Sein Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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