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Döbeln Noro-Welle in Döbeln ebbt nur langsam ab
Region Döbeln Noro-Welle in Döbeln ebbt nur langsam ab
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23:00 01.10.2012
Essenszulieferer Sodexo servierte im Döbelner Lessing-Gymnasium gestern Kartoffelsuppe. Viele Mensa-Stühle blieben aber leer - die Essensanmeldungen sind in dieser Woche drastisch zurückgegangen. Quelle: Wolfgang Sens

Die Suche nach der Ursache für die Verbreitung des Magen-Darm-Erregers, der vergangene Woche tausende Krankheitsfälle in ganz Deutschland provozierte, ist noch nicht abgeschlossen. Caterer Sodexo war in den Verdacht geraten, das Noro-Virus über das Schul-essen in Umlauf gebracht zu haben, da eine Vielzahl von Krankheitsausbrüchen in den vom Rüsselsheimer Konzern belieferten Einrichtungen zu verzeichnen war. "Es liegen noch keine belastbaren Aussagen zu der Krankheitsursache vor, es fehlen die Erkenntnisse aus den mikrobiologischen Untersuchungen, die eine Ursache einem Virus, einem Bakterium oder einem Lebensmittel zuordnen könnten", schrieb Sodexo Sonntagabend in einer letzten Stellungnahme.

Die Epidemie in der Region Döbeln und Mittelsachsen ist noch nicht überstanden, sind sich verschiedene Mediziner in Döbeln sicher. Experten vermuten, dass auch in den nächsten Tagen mit Meldungen von Neuerkrankungen zu rechnen ist, da sich das Virus zwar nicht mehr in den Einrichtungen, wohl aber in den familiären Umfeldern ausbreiten könnte. Wofür die gestrige Meldung aus dem Landratsamt Mittelsachsen spricht. "Im Gesundheitsamt des Landkreises wurden heute 100 Neuerkrankungen gemeldet - neun im Bereich des Altlandkreises Mittweida und 91 Neuerkrankungen in 21 Einrichtungen im Bereich Döbeln", erklärte Behördensprecher André Kaiser. Am Freitag wurden zudem weitere 41 Meldungen aus der Mittelschule Roßwein gemeldet. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Fälle im Landkreis Mittelsachsen auf 552. Die Spitze der Neuerkrankungen war am Mittwoch mit 218 erreicht.

In der Stadt Döbeln wurden Eltern von städtischen Kindertagesstätten gebeten, ihre Kinder am Montag und heute nach Möglichkeit nicht in die Betreuung zu geben. "Etwa 40 Prozent der 480 gemeldeten Kita-Kinder blieben zu Hause. Ob aus vorsorglichen Gründen oder wegen Krankheit ist jedoch nicht feststellbar", erklärte Stadtsprecher Thomas Mettcher. Am Donnerstag hoffe man, auch in den Kindereinrichtungen wieder auf Normalität schalten zu können.

In den Schulen, die am Freitag geschlossen waren, herrschte gestern wieder Normalbetrieb. Für die Mittagsversorgung der Schüler wurde allerdings eine Notversorgung eingerichtet. Sodexo, das seine Großküchen noch geschlossen hielt, lieferte Kartoffelsuppe. "Die wurde in unserer Filiale in Kesselsdorf zubereitet", erklärte Sodexo-Kundenbetreuerin Julia Eisenlöffel auf Anfrage. Gewöhnlich liefert Sodexo ans Döbelner Gymnasium drei Menüs zur Auswahl. Noch in dieser Woche soll das Notprogramm an der Mittagstheke aufrecht erhalten werden. Gymnasiumsleiter Michael Höhme, der "leicht rückläufige Erkrankungszahlen" aus seinem Haus vermeldete, machte sich in der gestrigen Mittagspause selbst ein Bild. "Die Zahl der Mittagsanmeldungen sind in dieser Woche natürlich drastisch zurückgegangen. Die Sorge der Eltern ist da spürbar."

Sodexo stehe indes weiter in intensivem Kontakt mit den Behörden. "Wir sind sehr froh, dass es fast allen betroffenen Kindern wieder gut geht, soweit wir wissen", heißt es in der Stellungnahme des Konzerns. Besonderes Augenmerk werde nach wie vor darauf gelegt, eine sichere Speisenversorgung zu gewährleisten.

Thomas Lieb

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