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Döbeln Norwegischer Fisch der Renner in Noschkowitz
Region Döbeln Norwegischer Fisch der Renner in Noschkowitz
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14:19 30.09.2018
Die geräucherten Fische von Roland Damm waren der Verkaufsschlager. Quelle: Sven Bartsch
Noschkowitz

Ein würziger Duft nach geräuchertem Fisch zog am Sonnabend Dutzende Besucher aus dem Unterdorf hinauf in den Noschkowitzer Wald. Der Jugendclub Bad Habit hatte wieder zum Fischerfest eingeladen. Da wurde die Waldbühne auf der sonst Live-Bands und Discjockeys für Stimmung sorgen kurzerhand zum Fischmarkt umfunktioniert.

Fisch muss schwimmen: Ein uralter Spruch, der sich in Noschkowitz bewahrheitete. Foto. Sven Bartsch

Während in zwei großen Wassertrögen die Karpfen schwammen und ihrem Schicksal harrten, bereitete Räuchermeister Roland Damm Forellen und Karpfenscheiben fürs Räuchern über Buchenspänen in selbst gebauten Öfen vor. „Die Fische müssen richtig abtrocknen, dann nehmen sie den Rauch besser an. Das dauert etwa eine Stunde. Bei dem schönen Wetter geht es sogar schneller – das ist wie bei der Wäsche“, erklärte lachend.

Fischsuppe nur mit Filet

Ebenso begehrt wie sein Räucherfisch war die Fischsuppe von Frank Jockols, die er in mehreren Zehn-Liter-Töpfen anrührte und fast genauso schnell verkaufte, wie sie fertig wurde. „Da kommen nur Filetstücke rein“, verriet er sein Geschmacksgeheimnis. Den Fisch hatte er selbst auf einer Angeltour in Norwegen gefangen und mitgebracht.

Dafür kam Detlef Hormann – sonst nur zum Männertag auf Besuch in Noschkowitz – extra 420 Kilometer aus Minden angefahren und verbreitete nebst Blickfang einer 90 Jahre alten EMW gute Stimmung mit seiner Truppe.

Karpfen blau nicht nur zu Silvester

Manche Besucher deckten sich auch mit frischem Karpfen ein. Felix Müller übernahm die Aufgabe, die Tiere frisch vor Ort auszunehmen. „Karpfen blau“, meinte eine Besucherin, wolle sie aus dem 1,5 Kilo scheren Tier machen. Bei ihr gebe es Krapfen nicht nur zu Silvester. „Wenn Karpfenzeit ist, kann man auch viel davon essen“, erklärte sie.

Um die Mittagszeit füllten sich Bänke und Tische vor der Bühne. Fischbrötchen, Rollmöpse und Suppe gingen über den Tresen von Hendrik Damm, der das Fest mit den anderen Vereinsmitgliedern organisiert hatte. Seit mehr als zehn Jahren machen sie das schon.

Abfischen in Noschkowitz zu aufwändig

Dass der Fisch nicht aus dem Noschkowitzer Schlossteich stammt, störte hier niemanden. „Früher haben wir auch ein Abfischen organisiert. Aber das war zu viel Arbeit und Raubtiere haben viele der Fische weggeholt“, erklärte Hendrik Damm.

Stattdessen kaufe man jetzt die Karpfen in Brandenburg kurz hinter Riesa und die Forellen im Großhandel. Oder man angelt eben selbst in Norwegen.

Von Sebastian Fink

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