Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Noschkowitzer Chronisten-Paar forscht seit zwölf Jahren an der Geschichte ihrer Heimat
Region Döbeln Noschkowitzer Chronisten-Paar forscht seit zwölf Jahren an der Geschichte ihrer Heimat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 17.06.2016
Horst Klimes und seine Frau Gudula haben eine Chronik zum 777. Geburtstag des Ortes Noschkowitz geschrieben. Quelle: Sebastian Fink
Anzeige
Noschkowitz

Gudula und Horst Klimes aus Noschkowitz eint eine gemeinsames Leidenschaft: Sie forschen gern in der Vergangenheit ihrer Heimat. Seit zwölf Jahren beschäftigen sie sich mit dem Sammeln von Aktenkopien zu verschiedenen Themen und schreiben Chroniken daraus. „Als ich in Rente gegangen bin, habe ich vor der Tatsache gestanden, dass ich eine sinnvolle Beschäftigung brauche“, sagt Horst Klimes, der zuvor Direktor der VEG Beicha-Noschkowitz und nach 1990 der Geschäftsführer des Nachfolgebetriebs war. Bis 1999 amtierte er zudem als ehrenamtlicher Bürgermeister der damaligen Gemeinde Noschkowitz und weitere zehn Jahre als dessen Ortsvorsteher. „Wenn man ein aufreibendes Leben hinter sich hat, geht man nicht in Rente, um sich hinter den Fernseher zu setzen“, sagt er.

Die Idee zur Heimatforschung entstand 2004. „Damals gab es in Kattnitz ein Fest zur Ersterwähnung des Ortes, da kam einer auf den Gedanken an eine Chronik. Also habe ich mich mit meiner Frau hingesetzt und eine erste, knappe geschrieben. Da sind wir auf den Geschmack gekommen“, erinnert sich der heute 78-Jährige.

Das überblicksartige Kattnitzer Werk wird ausführlich neu geschrieben und gleichzeitig beginnen die Klimes’ mit der Arbeit an einer Chronik zu ihrem Wohnort Noschkowitz, in dem sie jetzt seit fast 50 Jahren leben. Aus dem Hobby wird bald Leidenschaft, sie fahren in Archive, erst nach Döbeln ins Kreisarchiv, später auch in die Leipziger Außenstelle des Sächsischen Staatsarchivs und die Hauptstelle in Dresden. Dazu werden Kirchenbücher der Region gewälzt und Grundbuchämter durchforstet. „Je mehr wir uns in Archiven herumgetrieben haben, desto mehr haben wir aus der ganzen Region Ostrau erfahren“, schwärmt Horst Klimes.

Die erweiterte zweite Auflage der Kattnitzer Chronik erscheint 2014. In diesem Jahr kam pünktlich zur 777-Jahrfeier in Noschkowitz ein dicker Band zur Ortsgeschichte dazu. Und offenbar teilt nicht nur Familie Klimes das Interesse an der Heimatgeschichte. „Es gab eine enorme Nachfrage. Innerhalb von 14 Tagen waren 90 Prozent der Bücher weg“, freut sich Klimes. So erfährt der Leser, dass das heute rund 120 Einwohner zählende Noschkowitz 1871 fast drei Mal so groß war oder dass der DDR-Journalist und Schirftsteller Klaus Beuchler (1926-1992) aus Kattnitz stammt.

Noch mehr erfreut hat ihn das dazugehörige Festwochenende. „Für das kleine Dorf war es eine der schönsten Veranstaltungen, die man in den letzten Jahrzehnten erlebt hat“, sagt er. Zugleich sei eine Chronik wie die Noschkowitzer ohne die Hilfe der Hans-Peter-Dürasch-Stiftung nicht möglich gewesen.

Die nächste Arbeit hat Horst Klimes schon begonnen: Eine Chronik zur Entwicklung der Landwirtschaft seit der Bodenreform 1945 bis heute in der Korporation Ostrau.

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Harthaer Verein Jugend Aktiv Harthe lädt bereits im sechsten Jahr zum XXL-Kinderfest in den Stadtpark. Dieses Mal zeigt das Raudies-Racing-Team aus Reinsdorf, was sie auf dem BMX können. Außerdem gibt es einen Stationslauf mit Preisen, Hüpfburgen und einen Malwettbewerb.

20.06.2016

Das Radio im DAZ-Reprterauto hat einen schönen Klang. Aber Live-Musik klingt noch viel schöner. Die gab es am Donnerstag in der Waldheimer Stadtkirche, wo Kantor René Michael Röder den Fünftklässlern der Waldheimer Oberschule die Instrumente einer Band vorstellte.

17.06.2016

Seit Januar 2015 wird an Roßweins neuer Stadtsporthalle gebaut, jetzt geht das Projekt auf die Zielgerade. Bis zum Schulbeginn im August soll das Objekt fertig sein. Der Zeitplan ist straff gestrickt, für Verzögerungen ist kein Platz. Aktuell liegt man mit allen Arbeiten im Plan. Roßweins Bauamtsleiterin Petra Steurer hofft, dass das so bleibt.

16.06.2016
Anzeige