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Notoperation an der Ersten Hilfe: Entlastung für medizinische Notfälle

Notoperation an der Ersten Hilfe: Entlastung für medizinische Notfälle

Am ersten April ist ein neues Notfallsanitätergesetz in Kraft getreten. Danach dürfen Rettungshelfer die medizinische Erstversorgung übernehmen, bevor der Notarzt eingetroffen ist.

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Rettungssanitäter dürfen seit Anfang April die medizinische Erstversorgung unabhängig des Notarztes übernehmen. Direkte Auswirkungen auf die Notaufnahmen der Krankenhäuser werden dadurch nicht erwartet - die Ärzte sehen die Novellierung stattdessen eher kritisch.

Quelle: Wolfgang Sens

Döbeln/Leisnig/Oschatz. Eine junge Frau bringt einen Freund mit akuten Nierenproblemen an einem Sonntag in die Notaufnahme des Döbelner Klinikums. Dreieinhalb Stunden vergehen, bis zur Behandlung, eine weitere bis ein Bett gefunden ist. Patienten, die per Notarztwagen in die Klinik kommen haben Vorrang, fordern oft einen Großteil der Wochenendbesetzung. Das neue Notfallsanitätergesetz, das seit Monatsbeginn in Kraft ist, könnte da auf den ersten Blick Abhilfe schaffen. Sanitäter dürfen bei lebensbedrohlichen Situationen Aufgaben des Notarztes übernehmen, wenn der noch nicht am Unfallort ist, einen Tubus zur Beatmung setzen beispielsweise. Die Ausbildung wird von zwei auf drei Jahre verlängert, die Überlebenschance steigt im besten Fall. Dass Patienten bereits besser versorgt in der Notaufnahme ankommen und diese dadurch entlasten, glauben Vertreter der Kliniken in Döbeln, Leisnig und Oschatz jedoch nicht. "Das hat für uns überhaupt keine Auswirkungen", sagt Dr. Torsten Dietrich vom Döbelner Klinikum. "Wir befürworten das Gesetz auch nicht, weil der Rettungsassistent ärztliche Heilaufgaben übernimmt, für die der Arzt 15 Jahre studiert. Trotzdem hat der Notarzt letztlich die ganze Verantwortung."

Ähnlich sieht das Oberarzt Steffen Meyer in Oschatz. "Patienten müssen warten, wenn der Notarzt vorfährt. Die Frequenz in der Notaufnahme ist immer hoch, besonders an Brückentagen und am Wochenende", sagt er. In der Leisniger Helios-Klinik schließt sich Sprecherin Ines Kläffling an. Und Meyer fügt hinzu: "Ein Großteil der Patienten kommt ja auch aus logistischen Gründen in die Notaufnahme, weil der Hausarzt weiter weg ist oder keine Sprechstunde hat."

Eine erhöhte Zahl an Patienten seit dem Wegfall der Praxisgebühr habe man in Leisnig und Oschatz nicht feststellen können, heißt es. In Döbeln sieht es Torsten Dietrich differenzierter. "Wir dachten es wird mehr, aber es bleibt unsere Bestrebung, dass sich die Patienten eine Überweisung vom Hausarzt als zentralem Gesundheitsmanager holen. Bei manchen Leuten verleitet es jetzt schon zum Facharzt-Hopping, da haben die zehn Euro einschränkend gewirkt."

Was die Wartezeit bei der Bettenbeschaffung angeht, sehen die Klinikvertreter extreme Wartezeiten, wie eingangs beschrieben, als Ausnahmefälle an. "Bei uns kommt so etwas normalerweise nicht vor", sagt Steffen Meyer. Dass die Krankenhäuser unter Kapazitätsmangel leiden, könne man nicht verallgemeinern, sagt Dietrich, fügt aber vielsagend hinzu: "Wir müssen froh sein, dass wir ein Krankenhaus hier in Döbeln haben und nicht 50 Kilometer bis in die nächste Klinik fahren müssen."

Sebastian Fink

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