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Notruf missbraucht – Geldstrafe kassiert: Roßweiner muss 400 Euro zahlen

Prozess am Amtsgericht Notruf missbraucht – Geldstrafe kassiert: Roßweiner muss 400 Euro zahlen

Mit einer erfunden Selbstmordgeschichte hielt ein 52-Jähriger aus Roßwein im Juni die Polizei auf Trab. Er habe Beziehungsstress gehabt, sagte er nun im Amtsgericht Döbeln. Die Richterin wies ihn daraufhin, dass es ein Vielzahl legaler Wege gibt, sich Hilfe zu holen.

Mit einer erfundenen Selbstmordgeschichte hielt ein 52-jähriger Roßweiner die Polizei auf Trab. Nun verurteilte ihn das Amtshericht Döbeln wegen Notrufmissbrauchs.

Quelle: dpa

Roßwein/Döbeln. Einen unnötigen Polizeieinsatz löste ein 52-Jähriger Roßweiner am 20. Juni aus. Er wählte den Feuerwehrnotruf und sagte: „Ja, schönen guten Tag. Ich habe mir gerade die Pulsadern aufgeschnitten. Ich weiß auch nicht wie und weiß auch nicht wo ich bin, findet mich. Tschüssi.“ Ein Streifenwagen des Polizeireviers Döbeln machte sich daraufhin auf den Weg, weil bei Suizidsachen auch immer die Polizei gefordert ist. In den Abendstunden des 20. Juni waren die Beamten allerdings umsonst unterwegs, der Anrufer hatte sie mit der üblen Geschichte über den Eimer gehalten, der Notruf war nicht echt.

Bei Wiederholung droht Gefängnis

Im Amtsgericht Döbeln bekam der Trinker nun die Quittung. Wegen des Missbrauchs von Notrufnummern verurteilte Strafrichterin Christa Weik den Mann zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen á zehn Euro – also insgesamt 400 Euro. „Wenn ich Sie nochmal hier vor mir sitzen habe, sperre ich Sie ein. Ich hoffe, dass ihnen das eine Lehre ist und das nicht wieder tun. Das geht nicht. Sie müssen sich auf andere Weise Hilfe suchen“, sagte die Richterin, als sie Urteil begründete. Bereits in der Verhandlung hatte sie dem Mann ins Gewissen geredet. „Wir sind hier im ländlichen Raum nicht so üppig mit Polizei besetzt“, sagte sie. Ein solcher Fehlalarm binde Kräfte, die am Ende bei einem richtigen Notfall nicht zur Verfügung stehen.

Deutscher ist elfmal vorbestraft

Der 52-jährige Deutsche hatte den Tatvorwurf eingeräumt: „Ich bedaure das, das war großer Mist. Ich hatte Stress mit meiner Verlobten.“ Von der Frau lebt er inzwischen getrennt, wegen der Trinkerei sei er bei der Diakonie vorstellig geworden. In seinem bisherigen Leben war der Roßweiner elfmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten, soviele Einträge stehen zumindest in seinem Auszug aus dem Bundeszentralregister, der die Vorstrafen einer Person enthält. Der 52-Jährige fiel mehrfach wegen Körperverletzung auf, mit Schwarzfahrerei Diebstahl und Betrug ebenso. Für seine Vergehen saß er auch im Gefängnis Bis 2013 saß er zuletzt ein – unter anderem wegen Körperverletzung. Die Bewährungszeit nach dieser Haftstrafe endete am 15. Januar dieses Jahres. Innerhalb dieser Zeit blieb der 52-Jährige straffrei. Bis er dann sechs Monate später zum Telefon griff, und ohne Not die Polizei beschäftigte. Die Kosten für diesen Einsatz – es sind rund 154 Euro – darf er nun auch noch bezahlen. Richterin Weiks Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Geldstrafe gefordert und prüft nun Rechtsmittel.

Von Dirk Wurzel

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