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Döbeln Nur zwei feste Blitzer funktionieren: Die Starenkästen in Leisnig und an der B 169 sind aktiv - die Döbelner Technik ist hingegen veraltet, die Waldheimer Anlage zerstört
Region Döbeln Nur zwei feste Blitzer funktionieren: Die Starenkästen in Leisnig und an der B 169 sind aktiv - die Döbelner Technik ist hingegen veraltet, die Waldheimer Anlage zerstört
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22:09 19.01.2012
In Leisnig und an der B 169 blitzt es noch richtig - die Anlagen in Waldheim und Döbeln sind hingegen nicht mehr in Betrieb. Grafik: Wolfgang Sens

Einmal nicht richtig aufgepasst, schon blitzt es, wenn jemand vor dem Leisniger Helios-Krankenhaus oder auf der Bundesstraße 169 an der Kreuzung Wutzschwitz zu schnell unterwegs ist. Bald darauf flattert dem Betroffenen ein Brief ins Haus - mit einem Schwarz-Weiß-Foto und dem Betrag, den er zu berappen hat. Ärger.

Doch das Prozedere macht aus Sicht des Landratsamtes Sinn. "Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf unseren Straßen weiter zu erhöhen, ist es erforderlich, dass die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit überprüft wird", sagt Cornelia Kluge, Sprecherin der Behörde. "Die Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit ist Hauptschwerpunkt der Ahndung und gleichzeitig Hauptunfallursache." Ein wirksames Mittel, dies zu überwachen, sei das Aufstellen eines stationären Blitzers.

Vor dem Leisniger Krankenhaus queren viele Menschen die verkehrsreiche Straße, weshalb dort ein Starenkasten steht. Auf der B 169 kann mit dem Blitzer ein Unfallschwerpunkt entschärft werden. Deshalb hilft es Rasern an beiden Stellen wenig, freundlich in die Kamera zu lächeln. Nette Konterfeis werden nicht aussortiert, denn alle Aufnahmen landen automatisch im allgemeinen Anzeigen-System. Ein Grund auch, weshalb der Landkreis nicht konkret die Einnahmen beziffern kann, die er mit beiden Blitzern erzielt.

In Döbeln sieht die Sache anders aus. Ortskundige wissen längst, dass der Blitzer an der Dresdner Straße seinen Dienst nicht versieht. Nichtsdestotrotz treten viele auf die Bremse, wenn sie sich ihm nähern. Und das sei ihnen auch geraten, denn was heute gilt, muss morgen nicht mehr zutreffen. "Es gibt Anbieter von digitalen Blitzern, die ihre Technik gern probeweise bei uns einbauen wollen", sagt Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller. "Es kann durchaus sein, dass wir ihnen diese Möglichkeit einräumen. Dann sind geeichte Geräte in den Kästen, deren Fotos wir durchaus verwerten können. Es gibt also an dieser Stelle keinen Freibrief für Autofahrer."

Die Döbelner Starenkästen gehören noch dem Landkreis. Mit der Funktionalreform ging die Verantwortung für das Blitzen aber am 1. Januar 2010 auf die Große Kreisstadt Döbeln über. "Man bot uns die Blitzer an, aber wir haben das ausgeschlagen", erläutert Müller. "Es handelt sich um analoge Anlagen mit Filmen, die gewechselt werden müssen. Früher hat sie der Landkreis entwickelt, doch wir haben kein Labor." Da das veraltete Innenleben der Anlagen nicht mehr verwendet werden soll, wurde bereits bei der Sanierung der Dresdner Straße darauf verzichtet, Induktionsschleifen in der Fahrbahn zu verlegen.

Eine Alternative für Döbeln wäre es, die Blitzer dauerhaft mit digitaler Technik auszustatten. Doch dafür will die Stadt kein Geld ausgeben, denn die Anschaffungskosten wären sehr hoch. Die Kommune überlegt in eine andere Richtung. Sie kann sich laut Müller vorstellen, lediglich die Masten der Blitzer zu übernehmen und weitere solcher Masten an kritischen Stellen im Stadtgebiet aufzustellen. Sie alle würden mit Kästen ausgestattet. "Dann könnten wir eine digitale Blitzeinheit kaufen und diese immer mal in einem anderen Kasten installieren", erläutert Müller. Nie wüsste der Autofahrer dann, welcher Starenkasten gerade aktiv ist.

Ein vierter Blitzer der Region steht in Waldheim in Nähe der Justizvollzugsanstalt. "Infolge eines Brandschadens im September 2009 befindet er sich außer Betrieb", teilte Cornelia Kluge mit. Konkrete Pläne, ihn zu reparieren, gibt es derzeit nicht.

Ob demnächst in anderen Ecken der Gegend neue Starenkästen aufgestellt werden, darüber hielt sich Kluges Behörde bedeckt. "Wenn es eine Unfallhäufung auf einem bestimmten Straßenabschnitt gibt oder falls eine solche Maßnahme vor einer Kindereinrichtung oder ähnlichem aus unserer Sicht notwendig und sinnvoll ist, wird darüber zu entscheiden sein", sagt sie. Frank Pfeifer

Nicht detailliert besagt die Statistik, wie oft die Blitzer im Raum Döbeln auslösten. Diese Zahl fließt in die Bilanz für ganz Mittelsachsen ein, die jegliche Art von Kontrolle durch den Landkreis umfasst.

q Demnach hat das Referat Bußgeldstelle 2011 bis Mitte Dezember 67 393 Verfahren zu Verkehrsordnungswidrigkeiten betreut.

q 82,2 Prozent all dieser Anzeigen gingen mit Verwarngeldern zwischen fünf und 15 Euro aus.

q Rund 10 800 Mal - das entspricht 17,8 Prozent aller Fälle - wurden Bußgelder ausgesprochen.

q Insgesamt wurden 710 Fahrverbote zwischen einem und drei Monaten ausgesprochen.

q 863 Fahrer wurden ertappt, als sie das Handy nutzten, ohne dafür eine Freisprechanlage zu gebrauchen.

q 1812 Mal wurde festgestellt, dass kein Sicherheitsgurt angelegt war.

q 222 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet, weil sich Fahrer mit Alkohol im Blut oder nach Drogenkonsum ans Steuer gesetzt hatten.

q Das Landratsamt registrierte 2926 Verkehrsunfälle und 154 Ordnungswidrigkeiten wegen der Missachtung des Rotlichts an Ampeln.

q 5176 Parkverstöße wurden aufgenommen.

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