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Obergoselner wehren sich gegen weiteren Funkmast

Angst vor Elektrosmog Obergoselner wehren sich gegen weiteren Funkmast

Familie Wendler aus Obergoseln hat bereits einen Mobilfunkmasten direkt vor dem Haus stehen. Auch die Hochspannungsleitung verläuft in der Nähe. Einen weiteren Masten wollen sie nicht haben. Der Gemeinderat Großweitzschen will nun erreichen, dass sich die Anbieter einen Masten teilen, statt jeder einen aufzustellen.

Bessere Internetversorgung ja, aber nicht mit einem Mast für jeden Anbieter, sagen die Großweitzschener.

Quelle: LVZ

Obergoseln/Großweitzschen. Freundlich und zurückhaltend präsentierten Andrea und Stephan Wendler zu Beginn der Gemeinderatssitzung in Großweitzschen am Dienstagabend ihr Anliegen: „In Obergoseln ist ein neuer Funkmast geplant. Es steht aber schon einer dort, direkt vor unserem Haus. Dazu haben wir die Hochspannungsleitung und die Autobahn in der Nähe. Bei noch einem Masten hielten wir die Belastung für zu hoch“, sagte Andrea Wendler.

Aus der Bürgeranfrage entwickelte sich schnell eine Diskussion, die Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos) dazu veranlasste, den eigentlich weiter hinten auf der Tagesordnung angesetzten Punkt der Errichtung des Mastes nach vorn zu ziehen. Hintergrund: Vodafone möchte sein Angebot des Internetempfangs per Funk entlang der Autobahn 14 ausbauen und dazu einen Masten in Obergoseln nahe des Gewerbegebiets Mockritz aufstellen. Dieser soll 50 Meter hoch werden und in einer Senke errichtet werden, so dass er 40 Meter herausragen würde. Damit will der Konzern die Untätigkeit der Deutschen Telekom ausnutzen, die seit Jahren zögert, mit dem Ausbau von Glasfaserkabeln in der Region zu beginnen. Das Problem: Jeder Anbieter stellt bislang seinen eigenen Masten auf, obwohl nur die Sende- und Empfangseinheit an der Spitze entscheidend ist. Der Mast nahe des Hauses von Familie Wendler gehört zu E-Plus. „Man muss die Verhältnismäßigkeit sehen – wir sind ein kleiner Ort, offenbar in einer guten Lage, aber mit einer hohen Belastung. Und wir wissen auch nicht, ob es uns etwas nützt. Wir schauen aus dem Fenster auf den Funkmast und haben ganz schlechtes Internet“, sagte Andrea Wendler.

Ihr Vorschlag: Alle Anbieter sollen sich auf einen Mast vereinen, am besten auf den neu geplanten hinter dem Ort, so dass der bestehende Mast abgebaut werden könnte. Unterstützung erhielt sie von mehreren Gemeinderäten wie Sebastian Wloch, Nachbar der Wendlers. „Mir ist nicht ergründlich, warum es nicht möglich ist einen Masten gemeinsam zu nutzen. Was machen wir denn, wenn Anbieter drei oder vier vorspricht?“, fragte er ins Rund. „Ich lehne das grundsätzlich ab, zumal wir auch unser letztes Filetstück im Gewerbegebiet hergeben. Da bauen wir den Mast mitten drauf.“

Wloch brachte zugleich einen Alternativvorschlag. Da vor allem die Unternehmen im Gewerbegebiet Mockritz auf eine bessere Internetversorgung angewiesen sind, könnte die Gemeinde alternativ die Versorgung über Satellit anbieten. „In Obergoseln haben wir mit dem Gasthof „Zum Nicolaner“ nur einen größeren Betrieb. Der hat sich selbst um eine Lösung per Satellit gekümmert. Auch dafür gibt es mehrere Anbieter. Wir als Gemeinde wären in der Lage, den Firmen das anzubieten“, sagte er und fügte nach einem Hinweis zu den Kosten des Satelliten-Internets an: „Umsonst ist es für die Betriebe bei keinem Anbieter. Es müsste vorher mit allen gesprochen werden.“

Auch andere Fragen der Räte blieben zunächst offen: Müsste der Mast bei seiner Höhe eine Befeuerung, also ein rot blinkendes Licht für die Nacht, bekommen? Wie hoch ist genau die Strahlenbelastung? „Dazu gibt es keine Aussage“, erklärte Bürgermeister Fleischer, der nur mitteilen konnte, das die Pacht der Gemeinde 200 Euro monatlich für eine rund 55 Quadratmeter große Fläche bringen würde.

Ratsmitglied Dieter Horlacher beantragte schließlich, die Entscheidung zu vertagen. „Die Verwaltung soll sich nochmal mit Vodafone auseinandersetzen, ob man sich auf einen Ort für einen Masten einigen kann, den auch andere nutzen können“, so sein Vorschlag. Konsens zum Schluss: Die Gemeinde solle sich künftig auf wenige feste Orte für solche Masten festlegen und nur Anbieter zulassen, die auch Drittparteien auf ihren Masten zulassen.

Von Sebastian Fink

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