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Döbeln Oederaner Züchter siegt mit seinen Laufenten bei Sonderschau
Region Döbeln Oederaner Züchter siegt mit seinen Laufenten bei Sonderschau
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00:37 12.11.2015
Reinhard Bauer zeigt eine seiner Laufenten. Quelle: Steffi Robak
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Döbeln/Mochau

Am Wochenende holte er mit einem Erpel das einzige „Vorzüglich“ bei der Sonderschau des Vereins der Laufentenzüchter Deutschlands im Dorfkrug zu Mochau. Der Rassegeflügelzuchtverein Döbeln richtete die Sonderschau zusammen mit seiner eigenen Allgemeinen Rassegeflügelschau aus – nun schon im dritten Jahr.

Bei Laufenten gibt es mittlerweile zehn anerkannte Farbenschläge. Hält Bauer seinen Sieger-Erpel im Arm, macht dieser alles andere als eine besondere Figur. „Meine Forellenfarbigen sind ganz schüchtern“, sagt Bauer. Der zusammen gekuschelte Erpel sieht fast wie eine normale Stockente aus. Schaut der Preisrichter in den Käfig, sei zu aller erst Haltung gefragt. Erst dann ist alles andere wichtig. „So eine Ente muss aufrecht stehen wie eine Weinflasche.“ Reinhard Bauer ist ein absoluter Kenner der Materie. Im Sonderverein der Laufentenzüchter Deutschlands mit bundesweit 160 Mitgliedern fungiert der Senior aus Oederan als stellvertretender Vorsitzender. Dass die Laufenten in den Fokus rückten, hat weniger mit ihnen selbst zu tun als vielmehr mit ihrer schleimigen Lieblingsspeise: „Seitdem sich die Gärtner über die Nacktschnecken-Invasion ärgern, bekommen die Enten mehr Aufmerksamkeit.“ Deutschland soll in Europa eine Hochburg der Laufentenzucht sein, „weil hiesige Züchter ein Händchen dafür haben“, vermutet Bauer. Er selbst holte bei europaweiten Schauen zuletzt zwei Champion-Titel für seine Tiere und wurde bereits Europameister mit seiner Zucht. Bei der nächsten europaweiten Schau im französischen Metz 2016 werde er dabei sein.

Straffe Schenkel, starker Rücken – diese Eigenschaften muss eine Laufente mitbringen für den rassetypischen Stand. Das erreiche ein Züchter bei weitem nicht allein dadurch, dass er seine Schützlinge zur Futtersuche auf Schneckenjagd schickt. Wobei: „In Südostasien sind diese Enten die Spezialisten für die vollbiologische Schädlingsbekämpfung. Im Pulk schickt man sie ins Reisfeld. Dort schnasseln sie das unliebsame Getier aus dem Wasser und von den Pflanzen.“ Das Wasser ist flach, so dass die Enten hindurch gehen und in ausgestreckter Haltung die Reispflanzen überblicken können. Züchter wie Bauer haben jedoch Spezialfutter. In den Gemüsegarten lässt er seine Enten, von denen er jährlich 50 bis 60 züchtet, lieber nicht: „So gerne sie die Nacktschnecken verspeisen, so gerne mögen sie auch Salatblätter“, schmunzelt er. Ein Zuchtfreund bestätigt zudem die Vorliebe des Wassergeflügels für jungen Spinat. Die Schnecken seien für das Rassegeflügel im Übrigen auch nicht ungefährlich. Bauer verlor schon Tiere an die Schnecken: „Die Enten können daran ersticken.“

Mit seinem Laufenten-Erpel forellenfarbig holte Bauer in Mochau eins von sechs vergebenen „Vorzüglich“. Zehn Laufentenzüchter aus Sachsen und weiterer Bundesländer stellten aus. Weitere Höchstbewertungen gingen an Teilnehmer der Allgemeinen Rassegeflügelschau. Gerd Beuchler aus Simselwitz holte mit einer Henne Deutsches Lachshuhn lachsfarbig ein „Vorzüglich“, zudem Lisa Weiske aus Possendorf mit einem Ko-Shamo-Hahn, einer Kampfhühnerrasse aus Japan. Mit einer Henne Zwerg-Italiener goldfarbig holte Hans Oder aus Dürrweitzschen bei Grimma ein „Vorzüglich“. Gleiches gelang Horst Endtmann aus Littdorf mit einem Mittelhäuser-Tauber weiß sowie Jürgen Schreiber aus Auerschütz mit einemBlondinette-Tauber seiner orientalischen Möwchen. Als junger Züchter war Julius Brabant dabei, holte mit seinen Texaner Tauben mehrere „Sehr gut“ beziehungsweise „Hervorragend“.

Frank Helm, Ausstellungsleiter sowie zweiter Vorsitzender des Rassegeflügelzüchtervereins Döbeln und Umgebung, verweist auf sehr gute Zuchtergebnisse bei den knapp 40 teilnehmenden Züchtern. 284 Tiere mit großer Vielfalt an Rassen und Farbenschlägen befanden sich in der Bewertung. Jörg Franze aus Dreißig präsentierte sogar Exoten. Für den Döbelner Verein mit aktuell 16 Mitgliedern ist die November-Ausstellung das jährliche Highlight, bei dem sie sich auf heimischem Terrain mit Züchtern der Region messen. Seit Ende der 1990er tun sie das im Mochauer Dorfkrug. Mit 144 Jahren einer der ältesten Vereine in der Region, „wenn nicht sogar Deutschlands“, wie Helm vermutet, war das Hotel Zschackwitz bis zu seinem Abriss Ende der 1990er Jahre das angestammte Vereinsdomizil.

Von Steffi Robak

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